Ich bin sauer…


Ich bin sauer auf den Aesculap Halbmarathon beim run&fun in Tuttlingen. Und das, obwohl ich da noch gar nicht gelaufen bin. Um genauer zu sein, ich bin nicht sauer auf den Halbmarathon, sondern auf seine Veranstalter. Warum? Das kann ich Euch gerne erklären.

Es begann im Jahre 2012, als ich – super motiviert – ernsthaft über Teilnahme an Laufveranstaltungen nachgedacht habe. Da ich aufgrund diverser gesundheitlicher Einschränkungen nur langsam Trainingsfortschritte mache und auch vergleichsweise langsam laufe, interessiert es mich natürlich schon auch, wann das Ziel abgebaut wird.

Ich freue mich also, einen HM quasi direkt vor der Haustür zu finden. Und dann: BÄMM! Zielschluss nach 2:30. Ok, denke ich mir, dann knickst du das für dieses Jahr halt, aber an die Zeit kommst du hin.

Die erste Hälfte von 2013 lief dann irgendwie gar nicht gut. Die geplante Teilnahme am FR-Halbmarathon musste ich absagen, weil ich ab Januar quasi dauer-erkältet war. Tuttlingen passte terminlich nicht. Also, egal.

Jetzt geht es mir gut, und ich werde erneut einen Anlauf in Freiburg machen. Dabei dachte so ein leises Stimmchen im Hinterkopf folgendes: „Wenn ich es schaffe, in Freiburg an die 2:30 ranzukommen, dann melde ich mich in Tuttlingen an.“

Zur Zeit läuft das Training im wahrsten Sinne des Wortes gut. Die 2:30 sind relativ realistisch. Heute schaue ich also mal so ganz zufällig auf der Seite vom Aesculap-Halbmarathon vorbei, zunächst mal um die Ergebnislisten zu sehen. 2012 sind auch noch welche mit 2:35 ins Ziel gekommen. Gut. Ein bisschen Puffer scheint also zu sein. Und wie ich da so rumlese, sehe ich folgendes für 2014: Start: 18:00 Uhr, Zielschluss: 20:15!!!

Ach ja: Der Gepäckbus für den Halbmarathon steht übrigens laut Website nur bis 20 Uhr bereit. Das heißt, wer länger als zwei Stunden braucht, darf dann seine Sporttasche von der Straße sammeln – als kleiner Bonus sozusagen.

Diese „§$%&§$“! (hier Schmimpfwort nach Wahl einfügen)!

Ich frage mich: Was soll das? Wie kann ein Sponsor, der für Gesundheit stehen soll / will / kann / möchte, mal eben einen ganzen Haufen Leute ausschließen, die eben nicht nur leistungsorientiert trainieren wollen oder können. Wenn zu viele Teilnehmer da sind, dann macht man halt nach einer gewissen Anmeldezahl dicht, aber das hier finde ich total daneben.

Gut, es wird jetzt hier sicher den ein oder anderen geben, der sagt: „Was hat sie denn? 2:15 laufe ich rückwärts und mit Gipsbein!“ Dann soll er oder sie sich freuen, dass sie das kann. Herzlichen Glückwunsch!

Ich persönlich gehöre zur AK w 35, trainiere seit über 5 Jahren und komme an diese Zeiten nicht ran. Nicht weil ich faul wäre, sondern weil mein Organismus mit diversen leistungsmindernden Dingen kämpft. Im Moment wird es besser. Vielleicht kann ich irgendwann eine 2:15 laufen. Ich will nicht rumjammern. Mir geht es gut! Ich laufe nicht auf Sieg. Ich mag die Atmosphäre bei Laufveranstaltungen. Dabei sein ist schließlich alles.

Aber im Moment fühle ich mich ausgeschlossen, nicht willkommen und diskriminiert.

Wo bleibt da der „fun“ – Faktor bei einem „run&fun“? Schließlich heißt es ja nicht: „run or die“.

Was hat der Veranstalter davon? Ich sehe ja ein, dass man die Helfer nicht ewig auf der Strecke lassen möchte. (An dieser Stelle mal ein Hoch auf alle Helfer!) Ich kann verstehen, dass man manche Straßen nicht über unbegrenzt lange Zeit sperren kann.

Aber ich glaube nicht, das eine Viertelstunde da jetzt den Riesen-Unterschied macht. 2:30 fand ich schon knackig, aber es war für mich auch eine motivierende Herausforderung. 2:15 ist schlicht nicht machbar. Zumindest nicht im Moment.

Ich habe mir -wie gesagt – die Ergebnislisten von 2012 angeschaut. Da waren ein ganzer Haufen Leute dabei, die keine 2:15 gelaufen sind. Für die heißt es jetzt also: Tschüss, war nett, aber euch wollen wir nicht mehr.

Die Marathonis, die am nächsten Tag starten, haben immerhin 5:30 zur Verfügung. Das ist jetzt auch nicht wahnsinnig großzügig, aber im Rahmen.

Allerdings irritiert mich auch hier folgender Satz auf der Website, ich zitiere: “ Wer nach einer Laufzeit von 3:00 Std ( entspricht der Uhrzeit 11.30 Uhr) den Kontrollpunkt Rathaus Fridingen ( km 24,3) nicht passiert hat wird aus dem Rennen genommen.“

Ich verstehe solche Maßnahmen bei Ultras oder auch bei Trail-Veranstaltungen, wo man auch ein Auge auf den gesundheitlichen Zustand der Teilnehmer haben muss und die Sache nicht zu unübersichtlich werden lassen darf, aber bei einem ganz normalen Marathon im ländlichen Raum???

Ich weiß nicht, was das soll. Wollen die Tuttlinger nur Leistungssportler sehen? Ist das elitäres Gehabe oder stecken ganz handfeste praktische Gründe dahinter? Die mag es ja durchaus geben. Aber dann wäre es schön, wenn das irgendwo erklärt würde. Es mag ja auch sein, dass das alles nicht so streng gehandhabt wird. Dass sie den Gepäckbus vielleicht eventuell sogar noch ein bißchen stehen lassen. Das 2:20 auch noch drin sind. Aber das weiß man eben nicht. Und ich werde es bestimmt nicht ausprobieren.Liebe Tuttlinger, ich finde den Silvester-Lauf wirklich großartig. Aber das hier ist daneben. Ok, ist ja auch ein anderer Veranstalter.Ich würde mich sehr freuen, wenn diese restriktiven Zeitvorgaben entweder nochmals überdacht werden, oder aber irgendwo erläutert wird, warum das so sein muss. Fürs erste bin ich fertig mit euch. Wenn ich jetzt auf 2:15 trainiere, dann geht ihr nächstes Jahr wahrscheinlich auf 2:00. Oder warum nicht gleich auf 1:30? Drunter ist man ja offenbar eh nichts wert.So. Das musste ich jetzt loswerden.Keine Angst, mein nächster Post wird sicher positiver und da erkläre ich euch dann, wie man teure Sportriegel einfach ersetzen kann – zumindest im Winter.Danke fürs Lesen!

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