Twix oder PowerBar? And the winner is….


Kürzlich war ich mal wieder zu einem laaaaaangen Lauf (18km) unterwegs. Bei der Gelegenheit habe ich gleich mal wieder eine neue Strecke ausprobiert. Ich liebe neue Strecken. Auf gpsies.com anlegen, auf die Garmin laden und los! Dabei erlebt man bisweilen lustige Dinge, z.B. dass der Weg (mittlerweile) nicht (mehr) existiert, dass er aus ca. 1/2 m tiefen Fahrspuren einer Forstmaschine besteht, dass er irgendwo im Nirvana endet, aber was soll’s, das ist ein Teil des Abenteuers.

Außerdem laufe ich immer grundsätzlich von der Haustür los. Mit dem Auto irgendwo hin zu fahren, um dann zu laufen, finde ich doof. (Gut, ich muss zugeben, dass ich dafür auch ziemlich privilegiert wohne und in kürzester Zeit im Grünen bin. Ich habe durchaus Verständnis für diejenigen, die irgendwo mitten in der Stadt wohnen und ihre knappe Laufzeit nicht auf Bürgersteigen verbringen wollen.)  Auf die Idee zu dieser Strecke kam ich durch die Mitteilung eines örtlichen Lauftreffs, der als Treffpunkt den Staatsbahnhof vorschlug, um von dort zu laufen. Ich wollte da nicht mitlaufen, Gruppenläufe sind nicht so mein Ding, geschweige denn dahin fahren, aber die Idee behielt ich im Hinterkopf. Danke für die Anregung!

Jetzt gibt es einen kleinen geografischen Exkurs: In der Stadt, in der ich lebe, gibt es eine Besonderheit, die ziemlich einmalig in Deutschland ist. Es gibt zwei Bahnhöfe. Gut, das ist jetzt nicht so einmalig, aber der Bahnhof, der von der DB angefahren wird – der Staatsbahnhof – liegt ca. 6 km von der Stadt entfernt. Sehr lustig, wenn Auswärtige mit der Bahn anreisen und das nicht wissen. Dann gibt es vom Staatsbahnhof eine Strecke zum Stadtbahnhof, der nun dankenswerterweise wirklich in der Stadt liegt. Mittlerweile gibt es einen Ringzug, der die Strecke ganz gut versorgt, früher gab es das „Bähnle“, die zwar älteste elektrifizierte Eisenbahnstrecke Deutschlands, leider auch die unzuverlässigste. Das „Bähnle“ fuhr nach seinem ganz eigenen Fahrplan, der nicht das Geringste mit dem Fahrplan der DB am Staatsbahnhof zu tun hatte. Sonn- oder Feiertags fuhr es gar nicht. Es gab da noch einen Bus, dessen System ich nie begriffen habe. Ich hatte hier sehr schnell ein Auto.

Viele werden schon gezwungenermaßen die Strecke von Stadt- zu Staatsbahnhof gelaufen sein. Ich tat es freiwillig, wenn auch ohne Gepäck. Und es stimmt: Wenn man sich mal durch das Industriegebiet durchgearbeitet hat, was zwischen Staatsbahnhof und Autobahndreieck liegt, dann ist man da wirklich in ganz schöner Natur. Man kann am Neckar langlaufen oder durch den Wald – oder auch beides. Aber auch das Industriegebiet hat seinen Reiz, vor allem, wenn es an einem Sonntag so ganz verwaist ist. Es hat dann ein bisschen was von der Stimmung, die man in manchen Computerspielen findet, in denen man sich als Held durch eine verlassene endzeitliche Industrieruine bewegt, auf der Suche nach Gegnern zum Ausnullen – aber ich schweife ab.

Einen kleinen Nachteil hat die Strecke: Von Stadt zu Bahnhof geht sie kontinuierlich ganz leicht bergab. „Super!“ denkt man sich, während man über den Weg zischt, „heute bin ich aber gut drauf! Und der Puls bleibt so schön unten.“ Das ist zunächst nett und macht Spaß, rächt sich auf dem Rückweg aber ganz ungemein. Es zieht sich ziemlich fies, und wenn man dann schon einige Kilometer in den Beinen hat, dann zieht es sich um so fieser.

Baby-Neckar

Baby-Neckar

Und hier kommt jetzt unser Energie-Riegel ins Spiel. Vor dem Start habe ich daheim meinen Laufrucksack gepackt. Das Wetter war unsicher, daher musste eine Regenjacke mit und zur Sicherheit noch ein paar Socken. Da das Reinigen der Trinkblase immer so lästig ist, beschloss ich, auf meine übliche Basica-Ration zu verzichten. Statt dessen hab ich ein bisschen Salz ins Wasser getan. Stellte sich die Frage der Energie-Zufuhr.

Zu meinem Entsetzen stellte ich fest, dass ich meinen Vorrat an PowerBar offenbar nicht aufgestockt hatte. Kein Gel, kein Riegel. Definitiv Fehlanzeige. Was tun? Naja, ich griff zu dem nächstbesten eingeschweißten kalorienhaltigen Ding, in dem Fall einem Twix.

Als ich nach 11 km so langsam das Gefühl hatte, ein Snack sei jetzt angezeigt, mampfte ich zunächst die eine Hälfte vom Twix und – hey! Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass es einfach wesentlich leckerer ist als ein PowerBar oder ein Gel, oder woran auch immer, das Ding gab mir einen richtigen Energie-Schub, den ich eigentlich immer von den Gels erwartet hatte, aber nie bekommen. Glücklich nahm ich die kontinuierliche Steigung nach Hause in Angriff. Twix Teil 2 wurde dann als letzter Motivationsschub an der Stadtgrenze verzehrt.

So lange es draußen kalt ist und die Schokolade nicht schmilzt, ist Twix mein absoluter Gewinner. Es enthält nichts von den ganzen tollen essentiellen Dingen, die angeblich im Gel oder den PowerBar-Riegeln stecken, aber mir hat es wesentlich mehr Energie gebracht als diese. Zudem kostet eine Packung mit 5 Riegeln nur unwesentlich mehr als ein einziger PowerBar-Riegel oder ein Klebe-Gel. Ist das jetzt toll oder was? Ich freu mich schon auf meinen nächsten langen Lauf und mein Twix. Vielleicht gewinne ich die ja als Sponsor…

Fazit: Ein bisschen Salz ins Wasser und ein Schokoriegel nach Wahl – effektiver und billiger als Sportgetränk und Sportriegel.

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