Meine „Streitrösser“ – ja, ich habe ein Laufschuhproblem…


Was ist ein ordentlicher Laufblog ohne einen Schuh-Report?

Ich habe übrigens alle diese Schuhe selbst beim Laufschuhhändler meines Vertrauens (Run2 Freiburg) erworben, so dass ich nicht durch irgendwelche Firmengeschenke beeinflusst bin. Nicht, dass ich was gegen solche Geschenke hätte, ich habe nämlich einen echten Schuhtick.

Damit meine ich nicht die Schuhe, bei denen Frauen normalerweise ausflippen. Die sind mir herzlich egal. Ich komme mit 3 Paar Schuhen durchs Jahr, besitze kein einziges Paar High-Heels (AUA!) und kann problemlos an jedem Schuhladen vorbeigehen. Es sei denn… es handelt sich um ein Sportgeschäft. Das einzige, was mich da noch hält, ist die Tatsache, dass es in unserer Stadt kein Sportgeschäft gibt, dass ich Schuhe in der Regel nicht online kaufe, da ich sie lieber vorher anprobiere, dass mein Geldbeutel gewisse Grenzen setzt, und dass ich in Rechtfertigungszwang vor meiner besseren Hälfte gerate.

Ich bin auch ansonsten Werbung gegenüber relativ resistent, aber bei Laufschuhen und Sportklamotten hakt irgendwas aus. Eine technische Innovation für ein neuartiges Laufgefühl? Gebt sie mir! Ein neuartiges Obermaterial, das wie eine zweite Haut sitzt? Haben!!! Eine komplett neu designte Außensohle für maximalen Grip auf Eis und Schnee? Jaaaaa! (upps, ich muss aufhören, ich fange an, zu sabbern)

Derzeit habe ich 3 Paar Schuhe in Gebrauch und einige Paar die ausgemustert für Garten- und Renovierungsarbeiten bereit stehen. Außerdem trage ich alte Laufschuhe gerne im Alltag – gewaschen und gekämmt versteht sich.

Ich bin nicht auf eine bestimmte Marke fixiert. In der Regel betrete ich den Laden mit den abgelaufenen Schlappen, drücke sie dem Händler in die Hand und frage ihn, was er so für mich hat. Früher kam meist ein Asics bei raus, mittlerweile läuft es bei mir in den meisten Fällen auf Brooks raus. Ich hatte schon den Glycerin (bevor ein derartiges Update verpasst bekommen hat, dass er nicht mehr wiederzuerkennen war), den Adrenalin, den Ghost, sowie den Pure Cadence.

Den Ghost 5 habe ich geliebt, allerdings haben sich bei ihm Risse in der Außensohle gebildet, noch bevor die Dämpfung eigentlich unten war. Ich hab so was noch nie gesehen, und kann es mir höchstens so erklären, dass ich in irgendwas Interessantes reingetreten bin, was das Gummi angelöst hat.

Jetzt habe ich seinen Nachfolger, den Ghost 6 als GTX-Modell in Gebrauch für das in diesem Jahr entfallende Eis- und Schnee-Wetter. Das ist einer der wenigen Schuhe, bei dem ich meine „kauf keine Schuhe online“- Regel gebrochen habe, denn schließlich kannte ich den Ghost ja schon, und man versicherte mir, dass der Nachfolger im Bezug auf die Passform nicht verändert worden war. Stimmt auch soweit. Trotzdem haben der Schuh und ich eine Weile gebraucht, um uns anzufreunden. Durch das Gore-Tex-Obermaterial und eine für schlechtes Wetter optimierte Sohle fühlt er sich etwas härter an als das Modell ohne GTX. Das macht ihn vor allem auf Asphalt nicht zu meinem Schuh der ersten Wahl. Was die Wasserdichtigkeit anbelangt, hält er, was er verspricht. Da ich auch ansonsten Geradlinigkeit bevorzuge, renne ich auch lieber durch die Pfützen durch als drumherum. Die Füße bleiben trocken. Auf der dünnen Schneeschicht, die wir mal hatten, war er offenbar auch ganz glücklich. Schlammiger Waldweg – kein Problem!

Lediglich bei einem Lauf – um die 0 Grad und matschig – haben sich auf einem Forstweg irgendwann unter der Sohle Stollen gebildet. Ich kann jetzt allerdings nicht mit Sicherheit sagen, ob das an den Sohlen liegt, oder ob der halb gefrorene halb angetaute Boden eine derart klebrige Konsistenz hatte. Jedenfalls hatte ich nach ein paar Metern ca. 5 cm Absätze unter den Schuhen und zunehmend das Gefühl, dass sie mir gleich durch ihr Eigengewicht von den Füßen fallen. Ich schnüre meine Schuhe eher locker. Der Lauf gestaltete sich dadurch zu einem Training mit Gewichtsmanschetten, was erst aufhörte, als der Untergrund wechselte. Letztdendlich sind die Schuhe aber eine gute Wahl für einen Allwetter-Läufer in der Dreck-Saison. Bitte habt Verständnis dafür, dass ich die Schuhe für die Fotos nicht extra geputzt habe, erstens werden sie eh wieder dreckig, und zweitens kann man sie sich sauber auch auf diversen Verkaufs-Seiten ansehen.

Manchmal muss ein Schuh da durch - leidgeprüfter Brooks Ghost GTX

Manchmal muss ein Schuh da durch – leidgeprüfter Brooks Ghost GTX

Begünstigt irgendwie Stollenbildung - vielleicht durch die Kerbe in der Mitte?

Begünstigt irgendwie Stollenbildung – vielleicht durch die Kerbe in der Mitte?

Mein Alltags-Schuh ist derzeit kein Brooks, sondern ein Saucony Ride 6. Die Farbgebung mag nicht jedermanns Sache sein, aber ich habe es gerne schrill. Nur werde ich diesen Schuh voraussichlich, wenn er in Rente gegangen ist, nicht unbedingt zum Arbeiten anziehen können. Wobei…

Der Schuh ist ein Dämpfungsschuh, hat aber eine recht geringe Sprengung, was mir als Mittelfußläufer entgegen kommt. Er dämpft gut, ohne schwammig zu sein und vermittelt trotz Dämpfung ein recht direktes Laufgefühl. In manchen Testberichten habe ich gelesen, dass der Schuh zu wenig dynamisch sei, aber da ich nicht schnell bin, juckt mich das wenig. Ich trage ihn beim Großteil meiner Läufe, vor allem auch auf den längeren Strecken, bin damit meine beiden ersten richtigen Wettkämpfe gelaufen, hab ihn auch schon mal so richtig tief im Schlamm versenkt (unfreiwillig) und wieder sauber gekriegt. Die Schnürsenkel sind elastisch und halten gut, ohne einzuengen. Die Sohle zeigt nach knapp 300 km keine nennenswerte Abnutzung, Atmungsaktivität passt auch, die Passform ist für mich gut. Ich bin zufrieden.

Die Sohle ist dreckig, aber sonst wie neu.

Die Sohle ist dreckig, aber sonst wie neu.

2014-03-03 16.25.59

Der Saucony Ride 6 – Neon rockt!

Da ich – wie ja bereits angedeutet – neuen Trends nicht ganz abgeneigt bin, muss natürlich auch ein Minimalschuh her. Nun gut, für einen Minimalschuh ist er noch ziemlich maximal. Ich spreche vom Brooks Pure Cadence, den es mittlerweile in der zweiten Generation gibt. Ich hatte auch die erste Generation, bei dem war die Rest-Dämpfung aber irgendwann platt, und es machte ein Aua in der Wade. Jetzt habe ich ihn in der zweiten Generation und liebe ihn immer noch. Für mich ist es kein Schuh für längere Läufe, aber ich hatte noch nie zuvor einen Laufschuh, in dem sich meine Füße derart wohl gefühlt haben. Anziehen und … ahhhhhh! Deshalb musste er mit, auch wenn ich eigentlich gar keinen Natural-Running-Schuh kaufen wollte, sondern nur mal ausprobieren, wie sich das anfühlt. Soviel dazu.

Der Pure Cadence hat leicht gewellte Schnürsenkel, die eigentlich einen besseren Halt geben sollen. Seltsamerweise ist das der einzige Schuh, der mir ohne Doppelknoten ständig aufgeht. Mysterium.

Brooks Pure Cadence 2 - leicht verschlammt…

Brooks Pure Cadence 2 – leicht verschlammt…

Das macht also 3 Paar. Ich laufe 3-4 Mal pro Woche, das ist wohl noch im Rahmen.

In den nächsten Wochen schickt mir Rolli hoffentlich mein erstes heiß ersehntes Paar Hokas. (Hatte ich erwähnt, dass ich anfällig für Innovationen bin?) Ich bin einfach wahnsinnig neugierig auf das Laufgefühl. Vielleicht ist es ja nix für mich, aber das wird sich dann rausstellen. Ich werde sie zunächst mal nur auf dem Laufband testen, damit ich sie im Zweifelsfall zurück geben kann. Natürlich berichte ich dann auch davon, vorausgesetzt das will jemand hören.

Ich würde mir ja gerne vor Ort einen Eindruck verschaffen, aber mal eben ein paar 100 km nach Bochum, das ist selbst mir für ein Paar Laufschuhe zu viel.

Ich würde mich auch über Kommentare mit euren Schuhpräferenzen freuen, vielleicht entdecke ich ja was Neues…

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