Trainings- und Konditionsverlust nach Krankheit – ein unfreiwilliger Selbstversuch


Wer kennt das nicht: Es erwischt einen mitten in der Wettkampfvorbereitung, und jeden Tag, den man nicht trainieren kann, rechnet man verzweifelt aus, wieviel von der hart erarbeiteten Form jetzt wohl den Bach runter geht.

Ich hab ja selber, während ich krank war, rumgegooglet. Schließlich hatte ich ja nichts anderes zu tun. Wirklich befriedigende Antworten findet man natürlich nicht, und wie immer ist das vermutlich alles sehr individuell verschieden und hängt natürlich auch von der Schwere des jeweiligen Infekts ab.

So ist in Steffnys Großem Laufbuch eine schöne Grafik, die zeigt, wie schnell (nämlich spätestens 6 Monate nach Trainingsabbruch) die über 2 Jahre antrainierte Form verschwunden ist. Die Kurve fällt ganz schön steil ab.

Mein Krankheitsverlauf und Wiedereinstieg sah also folgendermaßen aus:

Zwei Wochen konnte ich wirklich überhaupt keinen Sport machen. Insgesamt eine Woche davon habe ich fast ausschließlich im Bett verbracht.

Ende der zweiten Woche begann ich zunächst mit zwei kurzen Spaziergängen mit Pulskontrolle. Das war soweit ok. Zu Beginn der 3. Woche bin ich am ersten Tag 2,5 km im Lauf-Geh-Mix durch die Gegend gezockelt, am nächsten dann immerhin schon knapp 5km, aber super langsam im regenerativen Bereich, immer mit einem Auge auf der Pulsuhr. Danach erst mal Pause und vorsichtige Versuche mit reduzierten Gewichten und weniger Wiederholungen im Fitness-Studio.

Am Wochenende der dritten Woche hätte theoretisch ein 18km-Lauf sein sollen, den hab ich aber lieber durch einen 10er ersetzt. Immer noch sehr vorsichtig.

In der vierten Woche bin ich dann wieder voll ins Lauftraining eingestiegen, einschließlich Tempo-Intervalle und langer Lauf (15 km gestern), und ich kann eigentlich sagen, dass ich wieder dort bin, wo ich vor 4 Wochen war. Das ist natürlich nicht ganz der Hit, denn eigentlich wäre ich natürlich gerne jetzt 4 Wochen weiter. Aber die Angst, wieder weit unter dem bisherigen Niveau gelandet zu sein, war zum Glück unbegründet.

Heute, am Ende der vierten Woche, habe ich auch im Studio wieder mein übliches Programm durchgezogen. Im Milon musste ich mit den Gewichten nicht runtergehen, war also auf dem Stand von vor 4 Wochen, an den klassischen Maschinen hab ich jetzt auch die alten Gewichte wieder, schaffe aber z.T. 1 oder 2 Wiederholungen weniger.

Fazit: 2 Wochen Krankheit können durch 2 Wochen kontrolliertes und vorsichtiges Training wieder reingeholt werden. Jedoch gehen 4 Wochen potentiellen Fortschritts verloren.

Das Einzige, was mir Sorgen bereitet, ist, dass im Trainingsplan der 18er am letzten Wochenende der letzte vorgesehene ganz lange Lauf vor dem Freiburg-Marathon (für mich der Halbmarathon) am 6. April war. Vicsystem sieht für die nächsten zwei Wochen noch einen 16er und einen 14er vor. Ich frage mich, ob ich den 16er einfach etwas erweitern soll. Was meint Ihr?

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4 Kommentare zu “Trainings- und Konditionsverlust nach Krankheit – ein unfreiwilliger Selbstversuch

  1. Und dann sollte „man“ bei allem Ehrgeiz immer bedenken, dass wir Hobbyläufer sind und die Gesundheit (und da hast Du ja alles richtig gemacht) vor allem geht. Der ein oder andere hat seine Herzgesundheit schon aufs Spiel gesetzt, weil er/sie weiter trainieren musste.

  2. Eine ähnliche Strapaze steht mir gerade auch bevor..Halbmarathon am Wochenende und leider nicht ganz im Trainingsplan..wo nicht ganz noch untertrieben ist – immer diese doofen Ausfälle, ich denke aber, man kennt seinen Körper ganz gut und weiß dann auch, ob man die Strecke schaffen würde oder nicht! 🙂
    Toller Beitrag!

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