Run for the Sun 2014 und Barfuß-Experimente


Vor ein paar Tagen habe ich per Mail meine offizielle Startnummer für den „Run for the Sun“ 2014 bekommen. Ich finde das eine coole Aktion. Als ich davon in Coach Jeff’s Running Podcast gehört habe, dachte ich: „Da machst Du nächstes Jahr mit!“ Und jetzt ist es so weit.

Was ist „Run for the Sun“? Coach Jeff lebt in Australien. Da ist es jetzt Winter. Logischerweise ist für die Australier also am 21. Juni die Wintersonnenwende. Daher soll die Sonne laufend hervorgelockt werden. Das bedeutet, dass die TeilnehmerInnen den ganzen Juni über täglich laufen gehen, und zwar mindestens 1 km/Tag Eigenlich ist es eine Meile, also ca. 1,6 km, aber für den Coach ist auch 1 km in Ordnung. Über ihre Kilometer führen die TeilnehmerInnen Buch und leiten sie an Coach Jeff weiter, der die Ergebnisse auswertet.

Ich wollte sowieso schon lange mal ausprobieren, wie sich so ein kleiner Streak anfühlt. Da ich im Juni auch noch 14 Tage frei habe, sind die Voraussetzungen natürlich ideal. Noch kann man sich bei Coach Jeff unter dem obigen Link anmelden. Es gibt auch Preise für die meisten Kilometer, den besten Blog, die coolsten Fotos…

Ich werde versuchen, regelmäßig darüber zu berichten und dazu auch einen Teil meines Blogs auf Englisch verfassen, damit der Coach auch was davon hat. https://i0.wp.com/www.therunningpodcast.com/wp-content/uploads/2013/05/Run-for-the-Sun-2013-post-pic.jpg

Ich werde die Gelegenheit auch nutzen, die kürzeren Strecken barfuß zu laufen, was bei den längeren Strecken doch etwas unpraktisch ist, da ich immer die Schuhe in der Hand rumtragen muss. Barfuß laufen soll ja so unglaublich gesund sein, und irgendwie macht’s auch Spaß.

Ja, ich weiß, ich habe Hokas – und ich liebe sie – nicht alles, was ich tue, ist logisch. Genau genommen ist das meiste, was ich tue vermutlich nicht logisch. Egal.

Jetzt, wo das Wetter entsprechend ist, habe ich versucht, zunehmend Barfuß-Passagen vor allem am Ende meiner Läufe einzubauen. Besonders chic ist das natürlich auf dem Fußball-Rasen auf dem Sportplatz, geht aber auch im heimischen Garten oder auch auf Asphalt. Neulich war ich bei einem meiner Morgen-Läufe unglaublich motiviert, das Lauf-ABC barfuß im Garten auszuführen. Das Gras war noch feucht vom Tau, und ich stellte mir das sehr großartig vor. Sch……. war das kalt!!! Da war eine Kneipp-Kur aber nichts dagegen. Kurzzeitig war ich noch optimistisch, dass ich mich warmlaufen würde. Nach ca. 1 Minute musste ich aber mit tauben und brennenden Füßen aufgeben. Also hab ich erst mal meinen Lauf gemacht und bin die letzten 400m barfuß auf dem auch noch recht kühlen Asphalt ausgelaufen.

Ich finde es interessant, dass man barfuß automatisch ganz anders läuft als mit Schuhen. Man setzt – oder zumindest ich setze – ganz automatisch mit dem Vorfuß auf und der Rest klappt hinterher. Dabei geht der Puls auch höher und ich bin deutlich langsamer unterwegs. Ich vermute aber, dass das eine Frage der Anpassung ist. Interessant ist, dass ich beim Warmlaufen beim Karate-Training, das ja auch barfuß statt findet – allerdings in der Halle – über die Ferse laufe. Vermutlich liegt das am Hallenboden. Draußen müsste ich mich dazu zwingen.

Es gefällt mir, den Boden direkt unter den Füßen zu spüren. Ein reiner Barfuß-Läufer möchte ich aber nicht werden. Das wäre bei unserer hiesigen Witterung auch ziemlicher Quatsch. Aber so als zusätzlicher Input für die Muskeln und das Nervensystem hat es durchaus was. Und so eine kleine Runde wie 1,6 km sollte machbar sein, ohne dass ich die Schuhe mitschleppen muss.

Ich hoffe wirklich, dass ich das im Juni durchziehen kann, v.a. ohne krank zu werden. Aber bis jetzt bin ich optimistisch. Im Moment kann ich es gar nicht erwarten, dass es endlich losgeht.

Ansonsten macht das Laufen gerade wirklich Spaß, war aber die letzten Tage eher unspektakulär, da ich mich laut Trainingsplan im „Reduktionsblock“ befinde. Das führt allerdings dazu, dass ich ein paar lieb gewonnene kürzere Strecken laufen kann, die ansonsten zu kurz sind für den Plan, und eine Runde doppelt laufen oder eine Schleife einbauen, mag ich irgendwie nicht.

Ein paar Impressionen von den letzten Läufen wollte ich aber auf jeden Fall noch teilen:

2014-05-24 17.11.10

Mit klassischer Musik an einer Blumenwiese entlang laufen, während Schmetterlingen um einen herumtanzen… Hach!

Da hat tatsächlich jemand den Trail gemäht. Das hab ich noch nie erlebt!

Da hat tatsächlich jemand den Trail gemäht. Das hab ich noch nie erlebt!

Die Gerste möchte ich immer streicheln.

Die Gerste möchte ich immer streicheln.

Alles voller Waldmeister

Alles voller Waldmeister

 

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11 Kommentare zu “Run for the Sun 2014 und Barfuß-Experimente

  1. Ich find das alles gar nicht unlogisch. Man muss doch immer mal wieder neue Sachen ausprobieren und Hokas und Barfußlauf schließen sich nicht aus. Einerseits Fußmuskulatur und Laufstil trainieren und andererseits Gelenke schonen. Doch, doch … das geht. Das Projekt run for sun find ich spannend. Ich lass mich ja auch total gerne von sowas hinreißen, um auf die Weise Grenzen zu überschreiten, neue Dinge auszutesten. Wünsch Dir also ganz viel Spaß dabei. Das Gerstenfoto ist toll.

    • Da bin ich aber froh, wenn ich doch noch nicht ganz verrückt bin… 🙂
      Die Gerste will ich immer streicheln, ist aber leider gar nicht kuschlig. Besonders toll ist es, wenn der Wind drüber fährt.

  2. Tolle Idee, das mit dem Sonnenlauf! Bin gespannt, ob und wie Du das durchziehst. Hokas und barfuß widerspricht sich doch nicht, im Gegenteil: Ist doch gut für die Füße, wenn sie abwechslungsreich gebettet werden!
    Liebe Grüße
    Elke

  3. Hm, ich laufe ja seit über drei Jahren sehr viel barfuß und trage, ausser auf den Trails, wenn überhaupt, nur minimalistische Schuhe und kann Dir aus Erfahrung sagen, das mit der Kälte an den Füßen verliert sich mit der Gewohnheit. Ich hatte im Winter damit begonnen. FiveFingers können hilfreich sein, müssen aber nicht. Du solltest allerdings von Anfang an richtig barfuß laufen, sonst gibt es Blasen 😉
    Täglichlaufen oder streaken (ein furchtbares zweideutiges Wort) kann für eine kurze Zeit sicher Spass machen, auf Dauer muss man es lieben oder absolut zwanghaft sein 😛 Ich wünsche Dir viel Spass dabei, die Aktion scheint es wert zu sein.

    Salut
    Christian

    • Ja, das mit dem Streak kann schnell in Stress ausarten, deshalb finde ich so eine begrenzte Aktion auch ganz gut. Sonst wird’s schnell zur Besessenheit. Was meinst Du mit „richtig“ barfuß laufen? Kann man das auch falsch machen? Muss ich ein Fachgeschäft, und mich beraten lassen, welche Schuhe ich NICHT anziehen soll? Bin verwirrt!

      • Eine schöne Idee und begrenzt scheint doch sehr sinnvoll. Da kann man sich schön probieren…

        Ich bin ja nicht so der Barfußläufer. Laufe hin und wieder mit den FF und minimaoistischen Schuhe. Richtig barfuß dann doch eher nur auf Wiesen. Dann und wann auch mal auf dem Feld.
        Aber ich habe schon einiges von Barfußläufern an Geschichten gehört. Der richtige Laufstil ist da schon sehr wichtig, wie Christian schreibt. Sonst laufen die Füße quasi heiß und schlagen Blasen. Mache dich doch mal im Netz schlau. Da gibt es einiges, was man dazu findet.

      • Du liebe Zeit, ich dachte, ich lauf einfach mal los… Bis jetzt hab ich noch nichts dazu gefunden, nur, dass man’s langsam angehen soll. Das tu ich sowieso. Ich denke, ich lauf einfach mal. Bin eigentlich zum Glück eh nicht anfällig für Blasen. Über konkrete Linktips oder Ähnliches freue ich mich natürlich. 🙂

      • Auf deutsch wirst Du nicht viel Nützliches finden. Versuch es mal bei Ken Bob, er ist so etwas, wie der „religiöse“ Führer der Barfußläufer :mrgreen: http://barefootrunning.com/?page_id=109

        Das Wichtigste ist meines Erachtens, dass Du Deinen Körper aufrecht hältst, etwas nach vorne fallen lässt und die Füße nur anheben und nicht abdrücken vom Boden. Versuch Dich beim Laufen mal filmen zu lassen, dann kannst Du es am Besten sehen und verbessern. Ich habe es auf jeden Fall so recht schnell hinbekommen 😉

        Salut
        Christian

      • Danke für den Tip! Ich werde mich da definitiv mal reinlesen. Im Moment laufe ich aber nur ganz kurze Strecken. Heute z.B. 600m. Ich weiß nicht, ob ich mich da schon als „Barfußläufer“ bezeichnen kann… 😉
        Lästig ist, wie einen die Leute anstarren…

  4. Pingback: Run for the Sun 2015 – und Neustart (wieder mal…) | laufkater

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