Neuer Lauf- und Trinkrucksack: Der Nathan HPL #020 als Alternative zum Salomon XA 10+3


Im letzten Herbst habe ich mir einen Salomon-Laufrucksack, den XA 10+3, gekauft, der von Frauschmitt getestet und für gut befunden wurde. Den Bericht findet ihr hier. Ich war bisher von diesem Rucksack auch sehr angetan, was Sitz und Gewicht und Stauraum angeht. Drei der wichtigsten Eigenschaften eines Laufrucksacks. Eine Kleinigkeit störte mich nur: Die zusätzlichen Außentaschen sind so am Bauchgut angebracht, dass man sich die Schulter verrenkt, wenn man mal zum Blödphone greifen möchte, oder ein Taschentuch braucht. Damit kam ich aber schon klar. Ich habe ihn im Herbst und Winter und Frühjahr bei vielen meiner Longruns gerne getragen, und werde das im Herbst und Frühjahr und Winter sicher auch weiterhin tun. Warum nicht im Sommer?

Weil er mir das angetan hat:

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Die Schulterriemen sind so hart und störrisch, dass Sie mir die Schulter richtig übel aufgescheuert haben, als ich nur ein T-Shirt trug. Das ist kein Problem bei den üblichen langen Winterklamotten mit hohem Kragen, aber die möchte im Sommer eher doch nicht anziehen. Wann aber braucht man einen Trinkrucksack mit großem Wasservorrat vor allem und möchte aber auf keinen Fall etwas Hochgeschlossenes tragen?

Richtig! Bei Hitze! Tja, blöd…

Eine Alternative musste her.

Gekauft und für gut befunden habe ich den Nathan HPL #20. Er unterscheidet sich in einigen wesentlichen Punkten vom Salomon XA 10+3, aber seine Schulterriemen sind so kuschel-perwoll-teddy-weich, dass man sie sogar oben ohne tragen könnte. Es ist zwar eher unwahrscheinlich, dass ich das ausprobiere, aber, wie schon in der guten alten Palmolive-Werbung gesagt wurde: „Gut zu wissen, dass ich es könnte.“

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So sieht das gute Stück also aus. Er trägt sich wie eine Weste, hat keinen Bauch-, sondern lediglich einen Brustgurt, an dem auch der Trinkschlauch eingeclipt werden kann. Vorne hat er links eine doppelte Tasche mit Reißverschluss und eine Einsteck-Tasche davor, in der man wunderbar Blödphone oder Ähnliches und ein Gel oder Riegel unterbringen kann. Rechts hat er eine Tasche mit Zugverschluss, wo man noch eine zusätzliche Trinkflasche verstauen kann, wenn man denn möchte. Das Hauptfach ist für die 2l Hydrapack-Blase vorgesehen, die mittels Klettverschluss innen fixiert wird. Der Schlauch kommt oben heraus und kann dann am Brustgurt eingeclipt werden, so dass er nicht herumtanzt.

Neben dem Hauptfach gibt es noch ein kleines Fach auf dem Rücken, etwa von der Größe eines Geldbeutels. Da passt jetzt nicht wirklich viel rein, aber eine platzsparende Regenjacke oder eine Erste-Hilfe-Decke kriegt man schon unter. Lässt man die Trinkblase zu Hause oder füllt sie nicht ganz, dann kriegt man zusätzliche 2 l Stauraum.

Der Rucksack ist also nichts für große Trailtouren oder Ähnliches, wo man eine Menge Ausrüstung mitschleppen muss, aber er sitzt wunderbar und erfüllt seinen Zweck als Trinkrucksack an heißen Tagen grandios. Er engt nicht ein, und das Mesh am Rücken sorgt zumindest für ein Minimum an Belüftung

Für die größeren Touren punktet wiederum der Salomon XA 10+3. Wie der Name schon sagt, bietet er volle 13 l Platz bei einem Minimum an Gewicht. Neben der Trinkblase besitzt er ein Notfall-Pfeifchen und eine Stockhalterung. Hier kann man gut ein paar Klamotten zum Wechseln unterbringen. Aber man muss echt aufpassen, dass er nicht auf die Haut kommt. Dann tut’s weh.

Die Hydrapack-Blase haben beide, die wirklich schön einfach zu reinigen ist, weil man sie komplett auf links drehen kann.

 

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12 Kommentare zu “Neuer Lauf- und Trinkrucksack: Der Nathan HPL #020 als Alternative zum Salomon XA 10+3

  1. Hi,

    ich habe mir im Frühjahr meinen ersten Trinkrucksack Trail Ultra 2l KALENJI im Decathlon gekauft und ich muss sagen, dass ich bis jetzt sehr zu frieden mit dem Teil bin und auch keine Probleme damit habe. Nur so am Rande mal 😉

    RUN HAPPY

    Der Trailpirat

  2. Hallo,

    ich bin auch auf der Suche nach einem Trinkrucksack, da mir ein voll-befüllter FuelBelt zu sehr beim Laufen auf den Hüften „hüpft“. Befestige ich ihn enger, dann drückt es um die Taille bzw. Bauch und das ist dann gerade bei längeren Läufen unangenehm. Werde mir den Nathan HPL #020 sicherlich mal genauer ansehen. Wenn da irgendwo etwas scheuert oder drückt, dann nervt mich das beim Laufen schon gewaltig.

    LG,
    A

    • Schau dir auf jeden Fall die Teile genau an, mit denen du eventuell Hautkontakt bekommst. Das kann ich dir aus leidvoller Erfahrung nur sagen. 🙂
      Meine kürzeren Läufe laufe ich meist auch mit Flaschengurt, aber bei Tempoeinheiten kann der wirklich ganz schön nerven. Wenn ich auf die Stadionbahn gehen, nehme ich daher meist nur eine Flasche mit und stell sie neben die Bahn.

  3. So jetzt habe ich oben ja schon was geschrieben – aber hier bin ich dann doch neugierig. Ich habe beinahe dieselbe Weste, aber in der Frauenversion. (Bin damit sehr zufrieden und so viel Gepäck habe ich beim Laufen eigentlich nie, dass es grösser sein müsste. Nur 2l Wasser sind manchmal etwas arg knapp.) Als ich im Laden die Männervariante probiert habe, habe ich die Weste überhaupt nicht anständig fixiert bekommen und sass alles irgendwie merkwürdig vorne. Macht das bei dir keinen Unterschied?

    • Ich wusste gar nicht, dass ich die Männervariante habe. 🙂 Nee, passt gut. Ich glaube, dass hängt vom individuellen Körperbau ab. Ich bin meistens mit unisex ganz gut aufgehoben. 🙂 Dafür hab ich’s noch nie geschafft, alle 2 l zu brauchen. Wie lange bist du da unterwegs?

      • So 2-3 Stunden bin ich dann unterwegs. Ich wohne aber auch im Moment in den USA und hier ist es extrem heiss im Sommer. Wenn man zu Sonnenaufgang losläuft ist es so um die 23 C mit 100% Luftfeuchtigkeit und in 2-3 Stunden geht es Richtung 30 C. Da schwitzt man tatsächlich wie in der Sauna und muss extrem viel trinken. Halbe Stunde, halber Liter ist so meine Faustformel. (Habe mal die Weste und mich in den Avatar gepackt.)

      • Ok, da braucht man wirklich viel Wasser. Das seh ich ein. Wenn ich dein Foto so anschaue, verstehe ich auch, dass das Herrenmodell weniger geeignet ist. Ich wusste wie gesagt gar nicht, dass es unterschiedliche gibt, hab den Rucksack im Laden angezogen, passt. 🙂

  4. Ich hatte mir vor ein paar Wochen den Salomon AGILE 12 SET gekauft und bin mit ihm als ersten Lauf gleich 42 km gelaufen. Da bemängel ich die Befestigung der Trinkblase, die nicht hält und die Trinkblase so nach unten rutsch. Außerdem klappert und schlackert die Notfallpfeife hin und her, so dass ich sie immer unter dem Schultergurt eingeklemmt habe.

    Doof ist, dass man für so einen Rucksack einiges an Geld auf den Tisch legt, wenn er dann nicht so gefällt, kauft man sich ja nicht gleich den nächsten.

    Der Nathan wird wie eine Weste getragen? Und da schaukelt und hüpft beim Laufen nichts? 🙄

    Liebe Grüße
    Volker

    • Ich hatte ihn am Sonntag für 16 km an. Mit dem Sitz war ich echt zufrieden, und erstaunt, dass er trotz fehlendem Bauchgurt so gut ist. Die Trinkblase hat am Anfang ziemlich Krach gemacht, weil ich wohl nicht alle Luft draußen hatte. Also ich kann nicht meckern. 🙂 Vor allem greift er mich nicht an, wie sein Kumpel, der Salomon.

  5. Pingback: RFTS Day 21 – 25 – still alive | laufkater

  6. Pingback: Trinkrucksack zum Laufen: der NATHAN VaporCloud - r.o.b.'s Kellerclub

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