Eine Stunde duschen


Nein, nicht nach dem Sport. Laufen und Duschen verbinden ist der neue Trend. Inklusive Furt-Durchquerung, und das geht so:

Man steht an einem Tag, für den eine ganztägige Unwetter-Warnung gilt (wegen Starkregen) einfach mal um 6 Uhr auf und läuft nach einer obligatorischen Dosis Nutella-Brot los.

Kleidung: Kurztights, ein dünnes Baselayer-Shirt, darüber eine dünne Asics-Regenjacke, eine Kappe und ein Buff, damit’s nicht in den Kragen tropft. Für die Gore-Tex-Treter ist es zu warm, also sind möglichst leichtgewichtige Schuhe, in dem Fall die Brooks Pure Cadence 2 von Vorteil, weil das Zusatzgewicht des Wassers nicht zu sehr bremsen soll.

Man stellt nach ein paar Metern fest, dass die Jacke nicht wirklich vor Regen schützt, aber das ist auch egal, weil es eher warm ist und den Luftzug hält sie immerhin ab.

Dann macht man ein bisschen Lauf-ABC, wobei man zielsicher mehrere Pfützen trifft, bis es in den Schuhen leicht skwörrrrrtsch macht. Die Steigerungsläufe sollten wegen akuter Schnecken-und-Regenwurm-platttret-und-darauf-ausrutsch-Gefahr mit großer Aufmerksamkeit und eher moderat durchgeführt werden. Um die Pfützen braucht man sich in diesem Stadium schon nicht mehr zu kümmern. Einfach voll rein.

Dann macht man sich auf den Weg in die Botanik, wobei die Pflanzen am Wegrand durch das Wasser alle in Kniehöhe hängen. Durchlaufen kühlt die Beine wunderbar und hinterlässt lustige Muster.

Dann erschrickt man zum wiederholten Male vor der Waldhexe, die da schon immer steht, aber trotzdem immer wieder für ein „Huch!“ gut ist. Man sieht es auf dem Foto nicht, aber die Gute ist ca. 2 m groß.

2014-07-22 07.20.14

Diesmal ist das Erschrecken allerdings mit etwas Mitleid für die Arme gepaart, denn sie hat keine coole Funktionskleidung. Überhaupt ist das ja schon erstaunlich, die Sachen halten den Regen zwar nicht ab, aber man hat nie das Gefühl von „iiiiih, nasse Klamotten!“.

Anschließend macht man sich auf den Rückweg, um festzustellen, dass der Weg 15 cm unter Wasser steht. Da alles eh schon nass ist, pflügt man einfach mitten durch und fühlt, wie das warme Wasser die Schuhe flutet und die Zehen umspült. Ein optionales Plus sind die entgeisterten Blicke anderer Verkehrsteilnehmer angesichts des leicht manischen Grinsens, das sich spätestens jetzt auf dem Gesicht breit gemacht hat. Auf den nächsten Metern wringt jeder Schritt die Socken wieder ein Stück weit aus, so dass nichts mehr schwappt – bis zur nächsten Pfütze. Langsam spürt man, wie die Finger schrumpelig werden. Die Schwimmhäute fangen an, zu wachsen.

Nach ca. 1 Stunde steht man tropfend vor der Haustür und fragt sich, wie man die Klamotten jetzt los wird und sich selbst ins Bad begibt, ohne dabei das halbe Haus zu fluten. Der Versuch scheitert schon daran, dass die Schürsenkel unlösbar sind. Das erste Mal, dass diese speziellen Schnürsenkel nicht schon beim bloßen Anschauen aufgehen.

Im Windfang befindet sich nun eine mittelgroße Pfütze, die sich dann in der Küche fortsetzt, weil es ja nun auch schon egal ist. Auf ein Handtuch zu stehen bringt eine gewisse Verbesserung. Jetzt noch die Socken im unteren Stockwerk ausziehen und dann nach oben möglichst schnell ins Bad. Dort stellt man dann fest, dass niemand daran gedacht hat, dass man nasse Laufsachen auch wieder auziehen können sollte.

Im Grunde könnte man sich die Dusche ja jetzt auch schenken, aber es geht nichts über die Dusche nach der Dusche.

Ja, und dann geht man arbeiten. Eine gewisse Anti-Klimax.

Hab ich erwähnt, dass es regnet? 😉

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6 Kommentare zu “Eine Stunde duschen

  1. So ein Regenlauf ist immer ein Genuß! Leider musste ich während der gesammten Regenperidode arbeiten, aber heute, bei wohl schwülem Wetter, geht’s dann endlich wieder raus!

  2. Nutella ?
    Wer ist denn so etwas noch ?

    Du machst mich neidisch, genau wie Christian, wir lieben den Regen, können gar nicht genug davon bekommen.

    Wir haben seit Wochen keinen Regen
    immerhin dafür das herrlichste Sommerwetter
    ach ja – einfach nur schön ! 😉

    • Ich bin bekennender Nutella-Junkie. Dafür rauche und trinke ich nicht. Aber ohne Nutella am Morgen werde ich ungemütlich. Heute ist auch herrliches Sommerwetter, obwohl Regen angekündigt. Zum Radfahren ist das Wette sicher besser so, zumindest ich persönlich finde radfahren im Regen nicht sooooo toll.

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