Strandlauf?


2014-07-23 17.05.44

 

Könnte man zumindest meinen… 🙂 Herrlicher warmer weicher Sand, eine Wohltat für die Füße nach dem Intervalltraining. 

Tja, Bilder lügen eben doch. Die Realität sieht leider so aus:

2014-07-23 17.05.59

Nun ja, man kann nicht alles haben, wenn man nicht gerade ein Meer vor der Tür hat, und dann gibt es andere Leute, die beneiden mich um das Stadion. Die Welt ist ungerecht.

Die Welt ist auch sehr bizarr, das durfte ich heute wieder erfahren.

Ich sollte eine neue Kategorie eröffnen und sie „Bizarre Begegnungen im Stadion“ nennen.

Nachdem ich in einem anderen Beitrag ja schon über den Jüngling geschrieben habe, der die ganze Zeit untätig auf den Rängen rumsaß, gab es heute ein bisschen mehr Action. Eine junge Mutter mit 3 Kindern und Fahrrad fiel auf der Bahn ein, während ich meine 600m Intervalle röchelte. Nun ja, Fahrräder sind eigentlich auf der Bahn nicht erlaubt, aber immerhin war sie sehr rücksichtsvoll. Es war wohl eine Art Ersatz fürs Pony-Reiten, denn die Dame fuhr Runde um Runde, jeweils mit einem anderen der drei Kinder auf dem Gepäckträger, während sich die anderen zwei vergnügten. Es waren sehr wohlerzogene Kinder. Nicht übermäßig laut, keines rannte mir vor die Füße, alles war ok. Sie pflückten ein paar Mirabellen, rollten sie auf die Tartanbahn, hoben sie aber auch wieder auf. Sie rührten auch meine Trinkflasche nicht an, die ich am Bahnrand deponiert hatte.

Was war nun das Bizarre? Während der knappen Stunde, die ich im Stadion verbrachte, telefonierte die Dame ununterbrochen. Das Handy klemmte am Ohr, während sie einen Sprössling vom Fahrrad hob und den nächsten draufsetzte. Gefahren wurde einhändig, ständig die pinkfarbene Handytasche in einer Hand und am Ohr.

Irgendwann fiel der Mittlere hinten vom Fahrrad runter und wurde aufgelesen, ohne dass das Handy auch nur einen Moment aus der Hand gelegt wurde.

Ich weiß, dass es mir nicht zusteht über andere zu urteilen. Es mag 100 verschiedene Gründe dafür geben. Vielleicht konnte sie seit Wochen zum ersten Mal mit ihrem Partner sprechen, der sich bei einem Auslandseinsatz befindet, vielleicht gab es eine Familien-Krise, vielleicht Probleme im Freundeskreis… aber seltsam war es schon. Irgendwie taten mir die Kinder auch leid, weil sie so gar keine Ansprache bekamen.

Meine Intervalle liefen gut. Ich beschloss, soviel Gas zu geben, wie geht, da mein Trainingsplan arg vorsichtig mit dem Tempo umgeht. So brachte ich meinen Puls dann auch mal in ungeahnt hohe Regionen. Es geht doch noch was über 183. Soviel zum Thema Leistungsdiagnostik…

Es war wunderschönes Wetter, leider etwas zu warm. Eigentlich war für den Nachmittag Regen angekündigt, so dass ich beschloss, nicht am Vormittag zu trainieren, wo man immer Gefahr läuft, gerade um die Jahreszeit, mit einer Schulsport-Veranstaltung zu kollidieren und unverrichteter Dinge wieder abziehen zu müssen.

Am frühen Nachmittag zog sich der Himmel auch pflichtschuldig zu und ein Wind kam auf. Ich beschloss, dass um 15:30 auch der hartgesottenste Sportlehrer sicherlich genug hat, und sockte los. Meine Kinvaras freuten sich mächtig auf die Temporunden.

Statt Regen kam allerdings Sonne, und zwar immer mehr davon. Der Wind war auch sehr warm, perfektes Badewetter, zum Training nicht ganz optimal. Aber schön war’s trotzdem. Ich gab ordentlich Gas, und war froh, zu sehen, dass da was geht. Ich werde in Zukunft meine Intervalle insgesamt etwas schneller angehen, als von Vicsystem vorgegeben. Dafür sind es ja schließlich Intervalle. Wenn ich da am Ende schlapp mache, dann wird das nächste halt langsamer. Was soll’s.

Ein bisschen Kummer macht mir immer noch mein (vermutlich) IT-Band rechts. Die Schmerzen wollen nicht so recht weggehen. Beim schnellen Laufen ist es besser. Beim lockeren Laufen häng ich wahrscheinlich zuviel rein, weil ich weniger Spannung habe. Jetzt habe ich vorhin einen Eisbeutel draufgepackt, und der nächste Lauf steht auch erst am Samstag an. Wenn es bis dahin nicht besser ist, dann halt am Sonntag, ich hab ja in den Ferien Zeit zum Trainieren. Mein Kräftigungsprogramm mache ich brav, aber da stellen sich natürlich auch nicht von heute auf morgen Resultate ein. Ich bin aber optimistisch.

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11 Kommentare zu “Strandlauf?

  1. Ich bewundere ja Leute, die auf der Bahn Intervalltraining mache. Das hab ich nie fertig gebracht. Max. nach Uhr auf der normalen Laufstrecke… ok, es mangelt mir auch an Gelegenheiten. Ich geb nur zu bedenken, dass schnelle Trainings eine zusätzliche Belastung für die Sehnen etc. sind. Du bist ja gerade quasi erst von den Toten aufgestanden *klugscheissmodus aus*.

    Was die Mutti angeht – in der Tat kurios.

  2. Oh weia – Intervalltraining auf der Bahn. Etwas was ich viel zu arg vernachlässige und das merke ich auch. Respekt, dass du das so durchgezogen hast!

  3. Ja das liest sich doch gut, Intervalle auf der Bahn. Und die Restschmerzen werden auch noch vergehen. Die Handy-Mama ist schrecklich, aber wohl leider irgendwie typisch für unsere Zeit…
    Liebe Grüße
    Elke

  4. Starke Nummer, mich hätte das arg nervös gemacht… 😉 Dieser Typ Mutter ist sehr verbreitet, ich bewundere diese Frauen manchmal, meist klemmt das Telefon ja sogar noch zwischen Schulter und Kopf, damit beide Hände frei sind…

  5. Die Sache mit den Müttern, deren Kinder und dem Telefon erlebe ich täglich hier bei den Mutter-Kind-Erholungsheimen. Die Kinder sind am Strand völlig alleine gelassen mit Eimerchen und Schaufel, während die Mama den ganzen Tag an ihrem Handy herum fummelt und telefoniert. Die armen Kinder…….

    Mit dem Fahrrad auf der Bahn – sehr suspekt – aber du sehr stark ! Aus dir wird noch was ! 😉

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