Erste Erkenntnisse nach 2 Wochen „Trainingslager“


Wer hier regelmäßig reinschaut, weiß, dass ich gerade mein Training etwas verschärft habe. Zum einen hat mir vicsystem die Vorgaben ordentlich nach oben gesetzt, weil ich beim Testlauf offenbar etwas zu gut drauf war ;), zum anderen habe ich dem Plan erzählt, dass ich gerne 2 Mal pro Woche intensiv trainieren möchte. Daher trainiere ich derzeit 4 Mal pro Woche, davon einmal Intervalle, einmal Tempolauf, einmal gemütlich und einmal lang. Dazu gehe ich noch jeden 2. oder 3. Tag ins Studio zum Krafttraining.

Hintergrund? Nein, keine neue Bestzeit, wobei die sich vielleicht auch ergibt, sondern ich will einfach wissen, ob mein Körper wirklich so wenig anpassungsfähig und trainierbar ist, wie er sich bei der sportmedizinischen Untersuchung gezeigt hat.

Ein paar Erkenntnisse habe ich nun bereits gewonnen:

1. Es ist hart, aber machbar. Ich passe natürlich schon auf mich auf, aber im Moment verlasse ich doch recht oft meine Wohlfühlzone.

2. Es scheint was zu bringen. Gestern hatte ich ein „Fahrtspiel“, bei dem ich im Wechsel 7:45 und 6:45 gelaufen bin, und ich hatte wirklich das Gefühl, mich in den langsameren Abschnitten erholen zu können. Das Spielchen ging über 12 km, und ich hätte vermutlich auch noch eine Weile durchgehalten. Damit hätte ich einen Schnitt von 7:21, was für mein Ziel von 2Std 30 im Halbmarathon ja schon mal eine ganz gute Grundlage wäre. Geht doch! 🙂

Ob ich diese Zeit in Bräunlingen beim Schwarzwald-Marathon erreiche, sei mal dahingestellt. Die Strecke ist nicht gerade bestzeitentauglich. Aber ich will den Lauf genießen und mit einem Lächeln ins Ziel kommen. Wenn es etwas langsamer ist, dann ist es halt so.

3. Auf Dauer möchte ich so nicht trainieren. Ich versuche jetzt mal, das bis zum Schwarzwald-Marathon durchzuziehen, und dann brauche ich sicher erst mal eine Pause. Keine komplette Laufpause, versteht sich, aber mal eine Zeit, wo ich einfach nach Lust und Laune durch die Gegend zockeln kann.

Mal sehen, ob das momentane Pensum neben der Arbeit machbar ist. Im Moment habe ich ja frei, da geht das ganz gut, aber es ist gut möglich, dass ich im September wieder auf 3 Einheiten gehen muss, weil es zeitlich nicht unterzukriegen ist. Aber jetzt ist jetzt und September ist noch nicht. Also mal sehen.

4. Man gewöhnt sich an die Anstrengung. Ich akzeptiere einfach die Tatsache, dass es anstrengend ist, und denke nicht jedesmal „Ächz! Anstrengend! Aufhören!“ Es sei denn, ich fühle mich schlecht dabei. Anstrengend und schlecht sind ja doch zwei verschiedene Dinge.

5. Ich lerne meine Schwachstellen kennen und kann gezielter an ihnen arbeiten. Meine Schwachstellen sind eindeutig der Glutaeus – auch Hintern genannt – und die Beinbeuger. Da geht zuerst der Saft aus. Jetzt, wo ich das vermehrt merke, kann ich aber auch bewusster damit umgehen.

6. Die Abwechslung bringts! Gerade im Schuhwerk merke ich das deutlich. Wenn z.B. wieder das IT-Band schmerzt, dann bringt eine Änderung in der Sprengung Erleichterung. Wahrscheinlich ändert der unterschiedliche Winkel des Fußes die Belastung ganz minimal. Also trage ich meine ganz flachen und die „Highheels“, sprich die ganz traditionellen Trainingsschuhe, im Wechsel. Da hat jedes Modell mittlerweile seinen Platz. Flach und leicht ist für mich besser bei den schnellen Einheiten, weil da meine körpereigenen Stoßdämpfer besser arbeiten. Bei lang und gemütlich brauche ich mehr Dämpfung, da ich da wohl ein bisschen durch die Gegend schlunze.

7. Ich verfüge über die Fähigkeit, mich selbst in den Allerwertesten zu treten. Da ich alleine trainiere, könnte ich ja auch durchaus mal schummeln, so nach dem Motto „Sieht ja keiner.“, aber das tue ich nicht. Darauf bin ich stolz.

Was mir wirklich auch unglaublich hilft und für Motivation sorgt, ist das Bloggen, und vor allem die Kommentare meiner Leser. Das baut unheimlich auf, und macht riesigen Spaß. Ich kann meine Gedanken ordnen, und bekomme Input, Zuspruch und auch Stoff zum Nachdenken von Euch. Das ist echt unschätzbar! Danke dafür!

 

 

 

 

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14 Kommentare zu “Erste Erkenntnisse nach 2 Wochen „Trainingslager“

  1. Nach einem Plan oder System zu trainieren ist mir fremd, dennoch finde ich es sehr respektabel, wenn dies jemand konsequent durchzieht. Mein Tagesablauf würde sich mit einem solchen Plan wahrscheinlich nicht vertragen, ich bleibe spontan, was das Laufen betrifft, aber wahrscheinlich nur, weil ich kein Ziel verfolge, so wie Du 😀
    Du hast ja auch schon einen positiven Effekt ver- bzw. bemerkt, somit scheint es sich auszubezahlen…ich bin gespannt.

    Salut
    Christian

  2. Nachdem ich es ja auch oft genig versucht habe, sehe ich es ähnlich wie Christian. Laufen nach Plan verursacht bei mir Stress.
    Und Stress kann ich nicht gebrauchen. Also setze ich mir ein paar Rahmendaten was die Umfänge betrifft, kombiniere es mit ein paar schnellen Einheiten, schreibe alles schön ordentlich auf…
    Und halte mich eigentlich nie daran! 😉
    Aber ich finde es als Vorbereitung gar nicht so schlecht wie Du das machst. Irgendwann klappt das dann alles ohne Plan!
    Weiterhin viel Spaß!!!!

    • Mich entlastet der Plan eher. Ich muss nicht drüber nachdenken, ob, wie lange und wie schnell ich laufe, sondern ich mach’s einfach. Da hat dann auch der Schweinehund keine Chance. 😉

  3. Ach ja, die Kommentare, die sind das Wichtigste beim Bloggen,und wer das nicht erkennt, der hat bald keine Leser mehr, ich freue mich wie du über jeden Kommentar, ein Geben und ein Nehmen !

    Nun zu deinem Plan, tut mir Leid, aber ich muss schon wieder sagen: Nichts für mich – ich trainierte noch nie, werde auch nie nach einem Plan laufen, da mir dabei die Freude am Laufen vergeht. Wir sind alle verschieden, der eine findet sein Glück mit, der andere ohne. Laufen bedeutet für mich Freude pur, und die kann ich nur haben, wenn ich so laufe, wie mir gerade ist. Trainieren nach Plan bedeutet für mich Stress, und von dem kann man im Alltag nicht genug haben !

    Wünsche dir alles Gute und viel Erfolg damit, dazu windige Ostseegrüße 😎

    • Danke! 🙂
      Tja, irgenwie werden wir uns nicht einig, was Schuhwerk, Ausrüstung und Trainingsplan angeht. Aber immerhin sind wir uns einig, was laufen und bloggen angeht. Uff! 😉

  4. Nach Plan bin ich auch schon ab und an gelaufen. Und zwar, wenn ich bestimmte Ziele (Laufveranstaltungen) im Visier hatte. Das hat mir dann sehr geholfen, mir sicher zu sein, dass ich anständig da durch komme.
    Nach den entsprechenden Veranstaltungen (eigentlich schon immer in den letzten 3-4 Wochen im Plan) und den erreichten Zielen hatte ich dann aber regelmäßig die Nase voll davon und bin wieder frei Schnauze gelaufen. Schööön!
    Das Bloggen und die damit verbundenen Kommentare sind für mich natürlich auch Motivaiton. Auch das Stöbern auf anderen Laufblogs. Das macht schon Spaß!
    Liebe Grüße
    Bianca

    • Mir hilft der Plan auf jeden Fall, dranzubleiben, und bringt auch mehr Abwechslung in mein Laufen als ich selber so machen würde. Aber nach dem HM brauch ich auf jeden Fall auch mal eine Zeit Pause.
      Frei Schnauze ist aber auch schön! 🙂

  5. Ich bin „Trainingsplanfreundin“ und habe für mich die Erfahrung gemacht, dass das durchaus Fortschritte bringt bzw. das Durchhalten bei einem Wettbewerb, besonders Marathon, erleichtert. Das von Dir gewählte System kenne ich nur vom Anschauen. Aber gut, wenn Du Dir dort eine anspruchsvolle Vorgabe gewünscht hast … Ich würde das nun einfach mal durchziehen und schauen, was wird! Deine Erkenntnisse hier sind ja schon sehr gut und hilfreich. Und nach einem Lauf wartet ja eh‘ eine Pause bzw. leichteres Training. Niemand würde ja permanent durchtrainieren, jedenfalls nicht im Amateurbereich.
    Also, weiter so und viel Spaß!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Juhu! Endlich mal jemand, der mich versteht! 😉
      Pausen sind auf jeden Fall wichtig. Heute knirscht es schon ganz schön im Gebälk. 😀
      Marathon…. ja… hach….

  6. Wenn die Kommentare helfen, dann kommentier ich doch mal. 🙂 Wie ich schon mehrfach schrieb: Ich kann Dich gut verstehen. Würden meine Gräten nicht ständig jaulen, würde ich auch eher nach Plan laufen. Deine Erkenntnisse sind interessant und ich wünsch Dir ganz einfach viel Spaß bei den weiteren Läufen und Grenzerfahrungen.

  7. Schließe mich Anja an und schreibe einen hoffentlich hilfreichen Kommentar dazu! 🙂

    Bei mir ist das mit den Plänen so eine Sache – ich hab’s gemacht und es war gut – im Moment (eigentlich schon seit 3 Jahren etwa) tut es mir aber sehr viel besser, ohne strengen Plan zu sein. Vor anderthalb Jahren hab ich es nochmal im Rahmen eines Gruppentrainings probiert. Da war das Fazit: Pläne helfen mir v.a., mich in punkto Gymnastik zu disziplinieren. Aber Laufen muss ich planlos und in dem Tempo, das am jeweiligen Tag zu mir passt.
    Nichtsdestotrotz finde ich natürlich sehr spannend, wie es dir weiter mit dem Plan ergehen wird. 🙂

    Toitoitoi! 😎

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