Und sie hat es schon wieder getan…


Aus Fehlern wird man klug? Nöööö, ich nicht… :mrgreen: Na gut, vielleicht manchmal, bisweilen, ab und zu…

Ich hatte mir ja eigentlich geschworen, beim nächsten Longrun keine Experimente. Beim nächsten Longrun alles auf Nummer sicher! Wenn das nur nicht so öööööööde wäre, und hier nicht jede Menge Trails lauern würden, die entdeckt werden wollen. Und außerdem sind die Hokas ja eigentlich Trailschuhe und überhaupt…

Jaaa, und da hat sie sich auf GPSies wieder eine neue Route rausgesucht. Diesmal mit ganz viel offiziellem Wanderweg drin, damit es diesmal auch klappt ohne Verlaufen, und diesmal auch nicht bis an den Neckar, damit weniger Höhenmeter. Nun, das hat nicht so ganz funktioniert.

Die Kilometervorgabe (21), konnte ich diesmal einhalten. Soweit so gut. Es waren auch echt schöne Trails dabei. Soweit, so besser. Nur das mit den Höhenmetern und dem Verlaufen, das üben wir noch. 😉

Zugegeben, es ist nicht wirklich meine Schuld, wenn da ein Weg auf der Karte eingezeichnet ist, aber irgendwer vom Forstamt halbe Tannen draufgekippt hat, so dass es kein Durchkommen geben kann, und wenn dann das Bisschen Weg, dass noch übrig ist, zwischen Brombeerranken und mannshohen Brennnesseln verschwindet, dann kehre selbst ich um.

Gut, dass ich auf der Garmin wenigstens sehen kann, dass ich noch in der richtigen Richtung unterwegs bin. So kam ich auch tatsächlich dort hin, wo ich hin wollte. Bei meinem letzten Longrun hatte ich nämlich zufällig diese Tierskulpturen entdeckt, und war wegen zunehmender körperlicher und geistiger Erschöpfung nicht mehr in der Lage gewesen, sie zu fotografieren. Aber ich wollte sie euch nicht vorenthalten. Es sind nicht alle, aber eine schöne Auswahl.

Fuchsfamilie Fasan Reh

Die Qualität des „Weges“ ließ jedoch zusehends nach. Abgesehen von den Höhenmetern konnte man hier das angestrebte Tempo endgültig vergessen.

Forstarbeiten Steilstück

Das zweite Foto sieht harmlos aus, aber dieses Stück war so richtig, richtig steil, so dass ich zwischendurch stehen bleiben musste. Außerdem war ich mir nicht ganz sicher, ob es sich hierbei um einen Weg, oder ein ausgewaschenes ausgetrocknetes Flussbett handelte. In Ermangelung eines Flusses, muss es wohl ein Weg gewesen sein, aber das konnte man nicht so wirklich erkennen.

Nun ja, ich finde, bei einem Longrun gibt es Wichtigeres als das Tempo. Insofern war mir das nun relativ egal.

Als ich mich schon wieder etwas näher an der Heimat befand, entdeckte ich dies:

Barfußpfad

Da kann man ja nicht so einfach dran vorbei laufen, oder? Leider hatte dieser Barfußpfad schon deutlich bessere Zeiten gesehen. Die Bank war extrem morsch und stand außerdem in einer Art Sumpf, so dass ich beschloss, sie lieber nicht zu nutzen. Der Pfad an sich war ganz ok, ein bisschen verwittert, und mit wohl eher ungeplantem Schlammloch am Ende. Nach der anschließenden notdürftigen Säuberung der Füße ging’s dann weiter.

Auch hier gab es dann einen Weg, den es eigentlich wohl nicht gab, und ich hätte fast noch mal eine Ehrenrunde gedreht, wenn ich nicht in der Zeitung gelesen hätte, dass der Schwäbische Albverein den Weg am Alten Schloss (das es auch nicht gibt, zumindest nicht mehr) komplett neu gemacht hat. Ein brandneuer Weg konnte also nur eins bedeuten: Ich bin da irgendwo in der Gegend, und die Richtung ist auch nicht so ganz falsch. Es ging nur aus unerfindlichen Gründen wieder bergauf. Irgendwie geht es immer bergauf.

Dann jedoch kam ich endlich wieder in bekannte Gegenden, und meine Rechnung, dass mich die letzten Kilometer eher bergab führen sollten, ging auf. Hurra! So konnte ich noch ein bisschen Gas geben.

Während des kompletten Trips durch die Wälder traf ich übrigens auf keinen einzigen Menschen. Lediglich auf den Feldwegen, so direkt an den Ortschaften, gab es ein paar Spaziergänger. Da haben wir so irre tolle Wälder und Trails, und sie gehören nur mir allein! Wie genial ist das denn?

 

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10 Kommentare zu “Und sie hat es schon wieder getan…

  1. Super genial ist das, auf jeden Fall. Diese „Flußbette“ nennen sich Hohlwege, nicht wahr?

    Wie viel passt denn in einen einzigen Lauf? Tierskulpturen, Barfußpfade, Brennesselpfade, Verlaufen.. usw. usw… 🙂

    Das hängende Reh find ich echt klasse. Sehr schön, wo Du da so unterwegs bist.

    • Ich finde es auch immer erstaunlich, was man mitten im Wald so findet. Die Tiere werde ich sicher noch öfter besuchen. In 21 km kriegt man eine Menge rein, wenn man sich Mühe gibt… 😀

  2. Tja, das mit den Wäldern und der Einsamkeit ist wirklich das Genialste am „Trailen“, ich genieße es keine Menschenseele über Stunden zu treffen. Und beschwer Dich nicht übers bergauf laufen, gerade deshalb ist es doch so einsam und ruhig 🙂

    Toller Lauf und wenn auch wieder das Gesamtziel verpasst wurde, scheint es Spass gemacht zu haben und nur das zählt.

    Salut
    C.

  3. Wozu in die Ferne schweifen – das Abenteuer finden wir Läuferinnen gleich nebenan! Ok, ein kleines Abenteuer – aber mir reicht das vollkommen aus. Tolle Entdeckungen hast du da gemacht. Und ich seh es wie Christian: Hauptsache es hat Spaß gemacht – das, was du bei diesem Lauf erlebt hast, wiegt doch letztlich viel schwerer als eine um ein oder zwei Minuten bessere HM-Zeit, die du vielleicht erreichst, wenn du deine Pläne genau einhältst.

    Lieben Gruß,
    Anne

    • Genau das sehe ich auch so. Mir sind die Leute eh unheimlich, die sich ganz verbissen auf eine Zielzeit bei einem Wettkampf vorbereiten. So grobe Ziele habe ich schon, aber ich mag das Laufen auch noch genießen, und da muss man schon mal flexibel sein. 🙂

  4. Schön die Skulpturen im tiefen Wald
    schön auch
    dass du stark durchgehalten hast
    bis zum bitteren Ende !!

    Dass du mutterseelenallein unterwegs bist
    auf Pfaden
    auf denen sich kein Mensch bewegt
    ohne Ängste
    für mich wäre das nichts
    ich würde hinter jedem Knacken einen bösen Mann fürchten
    meine Fantasie ginge mit mir durch

    Mario Simmel sagte in einem seiner Bücher
    “ wer viel Fantasie hat, fürchtet sich leichter als andere “
    leider habe ich sie………

    Pass‘ trotzdem gut auf dich auf ! 😎

    • Der böse Mann müsste aber sehr geduldig sein. Da ist der Stadtpark nachts gefährlicher. Ganz sorglos bin ich auch nicht, deshalb stelle ich nie meinen Streckenverlauf ins Internet und wechsle auch Zeit und Route immer mal wieder. Abgesehen von der Abwechslung, die einfach mehr Spaß bringt, minimiert das auch die Chance, dass mir jemand gezielt auflauert. Im Dunkeln halte ich mich an die Wohngebiete. 🙂 Da packt’s mich sonst auch… schauder!

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