Die TomTom Multi-Sport Cardio – Test auf dem Fahrrad (Warum ich KEIN Rennrad möchte)


Gestern habe ich meinen gemütlichen Lauf durch eine Radtour ersetzt. 24 km Radfahren statt 11 km laufen, das sollte in etwa passen.

Dabei habe ich natürlich die Gelegenheit genutzt, eine weitere Facette der TomTom Uhr aus dem Testpaket zu erkunden.

Es folgt ein kleiner Testbericht, und dann die Erklärung, weshalb ich KEIN Rennrad möchte, nur für den Fall, dass ein Leser etwas überspringen möchte.

Die Befestigung am Lenker gelingt sehr einfach mittels eines speziellen „Armbands“ aus Gummi für den Lenker. Kein Schrauben, kein Basteln, einfach die Uhr aus dem Arm-Armband gedrückt und einmal um den Lenker gewickelt. Hält. Es gibt zwei Größeneinstellungen für das Band. Da es aber in der Natur eines Gummis liegt, dehnbar zu sein, sollte es so auf alle Lenker passen. Leider ist das Gummi ein Katzenhaar-Magnet, wie man auf dem Foto sieht. Das stört jedoch die Funktionalität nicht wirklich.

Die Befestigung dauert keine Minute

Die Befestigung dauert keine Minute

Mit ein bisschen Übung kriegt man das in weniger als einer Minute hin. Ob man diese Zeit in einer Wechselzone dafür opfern möchte, ist vermutlich eine individuelle Entscheidung. Natürlich kann man die Uhr auch zum Radfahren am Arm tragen, allerdings lässt sie sich dann natürlich nicht so komfortabel ablesen.

Das Menü auf „Rad“ gestellt, kurz warten, bis das GPS-Signal gefunden ist – das geht erfreulich schnell – und es kann losgehen.

Hier zeigt sich jetzt die wahre Stärke des Kippschalters, denn dieser lässt sich während der Fahrt wesentlich komfortabler bedienen als seitliche schwergängige Knöpfe. Das Display ist jederzeit, auch bei starker Sonne, gut ablesbar, und versorgt einen mit allen Daten, die das Herz begehrt. Einschließlich Trittfrequenz – wenn man denn einen solchen Sensor zukauft. Hab ich nicht.

Dafür zeigt sie mir zu meiner großen Verblüffung einen Puls. Mein Fahrrad lebt! Denn eigentlich – wer den vorherigen Testbericht gelesen hat, weiß das – kann sie den Puls beim Radfahren nicht messen, es sei denn, man hat einen Brustgurt zugekauft.

Ich bin mir nicht sicher, ob sie die Signale von meinem Garmin-Brustgurt eingesammelt hat, denn in der anschließenden Auswertung zeigen sich da große Diskrepanzen zwischen dem, was Garmin gemessen hat und die TomTom. Garmin kommt auf einen Durchschnittspuls von 129, TomTom auf 149.

Es wäre natürlich extrem geschickt, wenn die TomTom einen Brustgurt anderer Hersteller erkennen könnte. Ich muss das noch einmal genauer ausprobieren. Vielleicht sind die beiden Geräte auch nicht wirklich kompatibel, was die großen Unterschiede in der Messung erklären würde. Oder hat die TomTom einen theoretischen Puls aus der Geschwindigkeit errechnet? Mmm, klingt unwahrscheinlich.

TomTom selbst beantwortet diese Frage hier. (klick) Hier gibt es eine Liste der kompatiblen externen Sensoren. Garmin ist nicht dabei. Wahrscheinlich drum der Datensalat.

Auch für das Fahrrad kann man zwischen verschiedenen Trainingsprogrammen wählen, bzw. eine Wettfahrt mit sich selbst auf einer bereits angelegten Strecke veranstalten. (Das geht übrigens auch beim Laufen, hatte ich, glaube ich, in meinem letzten Testbericht vergessen zu erwähnen.

Die Auswertung sieht dann auch ganz ähnlich aus wie für den Lauf, nur dass die Trittfrequenz angezeigt wird – entsprechenden Sensor vorausgesetzt.

Leider ist die Auswertung auch nicht detaillierter als beim Lauf… Das ist noch immer mein größter Kritikpunkt an der ganzen Sache. Ich hoffe, dass TomTom da noch nachbessert, und vermute fast, dass das in einer kryptischen Formulierung auf der Support-Seite  verborgen ist.

Hier (klick) findet sich eine Liste mit den geplanten oder bereits erfolgten Verbesserungen in der Software. Nur von einer Navigationsfunktion ist weiterhin keine Rede. Schade. Das würde die Uhr perfekt machen.…

Ok, nun zu Punkt zwei: Warum ich KEIN Rennrad möchte.

Wer mich kennt, weiß, dass ich üblicherweise, nachdem ich festgestellt habe, dass ich etwas nicht brauche, in der Regel ca. 2-10 Tage später in den Laden renne, um genau dieses Produkt zu erwerben. Beispiele gefällig?

iPod, wer braucht denn so was? Ich hab doch ’nen Discman… Ähä…

iPad, so ein Schwachsinn, nicht Handy, nicht Laptop… oh mein Gott, ich will es haben!

Nein, ich brauche echt kein weiteres Paar Laufschuhe… ich BRAUCHE DIESE SCHUHE!

Es gibt noch mehr… 🙄 aber das würde diesen Post sprengen.

Ich verspreche: Das wird mit dem Rennrad nicht passieren.

Es scheint ja zur Zeit unter laufenden Bloggern schon fast ein Muss, sich ein Rennrad zuzulegen, und ich verstehe das auch, ist es doch ein vorzügliches Ersatz- und Ergänzungstraining, und ein unumgänglicher Schritt auf dem Weg zum Triathlon, wenn man den denn gehen will.

Aaaaber: Hier bei uns würde Rennrad fahren einfach keinen Spaß machen. Wir haben hier zwar ein tolles Wegenetz, aber die wenigsten davon sind für die fragilen schmalreifigen Gesellen geeignet. Und an der Straße zu fahren, das macht mir echt nur Stress.

Außerdem merke ich, dass ich so jenseits der 30 km/h deutlich meine Wohlfühlzone verlasse. Da wird’s mir unheimlich. Aber erst ab da würde ein Rennrad ja Sinn machen.

Und: Das Allerwichtigste: Mit einem Rennrad könnte ich solche Wege nicht erkunden.

Wo geht's denn hier lang?

Wo geht’s denn hier lang?

Und anders als beim Laufen kann ich auf dem Fahrrad meinem Erkundungsdrang noch viel mehr nachgeben, da hier ein Umweg von 2 und mehr km doch wesentlich leichter zu verschmerzen ist, als zu Fuß.

Sollte ich irgendwann den unbezähmbaren Drang verspüren, Geld auszugeben, um mir etwas zu kaufen, das ich eigentlich nicht wirklich brauche, dann wäre das eher ein MTB. Aber bis jetzt fühle ich mich mit meinem Crossbike rundum zufrieden. Es fährt stabil, hat so breite Reifen und eine gute Federung vorne, dass es auch Schotterwege im Wald meistert, und ist trotzdem auch straßentauglich. Mehr brauche ich nicht.

Ach ja, meinen kleinen Freund, den Schmusekater, habe ich auch wieder getroffen. Als hätte er nur auf mich gewartet, saß er am Weg und ließ mich erst mal nicht mehr gehen.

Katerchen Durchhausen

Eine schöne Tour. 🙂 Hat Spaß gemacht, und mein IT-Band (oder was auch immer da noch weh tut) hat es mir gedankt.

 

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11 Kommentare zu “Die TomTom Multi-Sport Cardio – Test auf dem Fahrrad (Warum ich KEIN Rennrad möchte)

  1. Hm, ein lebender Fahrradlenker oder eine schlecht übertragene Herzfrequenz von einem nicht kompatiblen (besser: inkompatiblen) Hf-Gurt? Falls Du Uhr und Gurt nicht „gepaired“ hast – Hf-Gurte von Garmin sind ja üblicherweise codiert – tippe ich auf ein biomechanisches Problem Deines Fahrrads 😉 Kennst Du Terminator, den Film? :mrgreen:
    Rennrad? Ne, das brauch ich nicht, bzw. das geht wegen meiner Wirbelsäule nicht, da bleib ich bei meinem Liegerad…

    Salut
    Christian

    • Liegerad…. auch interessant! Kann ich mir auch nicht wirklich vorstellen, aber so gibt es halt für jeden was. Mein Fahrrad lebt. Die Erklärung gefällt mir am besten. 🙂

  2. Das mit dem Band für den Lenker finde ich interessant. Meinen Garmin hab ich auf dem Weg vergewaltigt (ich hab das normale Armband über die Lampenhaltung gespannt) und dann ist irgendwann das Gehäuse wegen der Überspannung aufgegangen.

    Und Deiner Argumentation bzgl. des Rennrades kann ich folgen und falls ich einen kleinen „Pups“ deswegen im Gehirn hatte, hab ich das jetzt ad acta gelegt. Stimmt nämlich genau.

  3. Da haben wir doch mal einen gemeinsamen Nenner gefunden
    ich brauche auch kein Rennrad
    ich möchte auch keines
    ich ♥ mein neues Treckingrad
    ohne technischen Schnickschnack
    zum Ausgleich
    ich nehme noch nicht mal Garmin mit
    der weint schon
    weil er 7 Wochen lang inaktiv ist

    c’est la vie, Rosalie ! 😉

  4. Habe am Lenker einen Triathlon-Aufsatz, da schnalle ich den FR immer drum. Passt vom Umfang her perfekt und ist dort auch immer ganz gut im Blick. So einen Triathlon-Aufsatz für Amateure gibt es recht günstig zu kaufen (20-50€). So hat man ein bisschen was von beidem (Rennrad und Cross).

    Welchen HF-Gurt hast du denn mit dem TomTom gekoppelt? Erkennt er den von Garmin? Habe das noch gar nicht probiert. Denn was wirklich ungeschickt ist beim TomTom Cardio ist, dass der am Lenker wenig Herzfrequenz mit dem eingebauten Sensor aufnimmt 🙂 Auch langärmlig zu Laufen ist nicht so schön mit der Uhr.

    • Willkommen auf meinem Blog!
      Der Garmin Gurt wird zwar erkannt, aber die Werte stimmen nicht. Auf der TomTom-Seite, die ich auch verlinkt habe, gibt es eine Liste mit kompatiblen Brustgurten. Ich sehe das ähnlich wie du. Manchmal ist Brustgurt einfach geschickter. Für meine FR hab ich auch noch so eine Fahrradhalterung, aber nie montiert. Sollte ich vielleicht mal. 🙂

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