Kein Wurstsalat für mich, danke!


Heute Abend findet in der Gaststätte des Freibads ein All-You-Can-Eat Wurstsalat-Essen statt. Für 7 Euronen darf man sich die Wampe mit Wurstsalat vollschlagen, bis er zu den Ohren rauskommt, oder sich an der Straße als All-You-Thought-You-Could-Eat-Wurstsalat in recycelter Form wiederfindet. Um 18:00 geht der Spaß los.

Die beste Zeit also, um sich aufs Fahrrad zu schwingen, und einen großen Bogen um selbige Stelle zu machen.

So hin und wieder ist ein Wurstsalat ja ganz ok. Ich bin auch kein militanter Vegetarier, wenn ich auch größtenteils fleischlos esse. Aber Fress-Exzesse mit Fleisch finde ich ethisch voll daneben. Naja, wer’s braucht.

Heute beschloss ich, meine Laufeinheit erneut durch eine 24km Radrunde zu ersetzen. Der Grund dafür ist, dass ich diese Woche an 3 Tagen komprimiert trainieren muss/will, weil wir von Montag bis Donnerstag unseren Jahresurlaub (also den mit Wegfahren) hatten, und ich diese Zeit nicht so zwingend auf dem Hotellaufband verbringen wollte. Eine Tempoeinheit musste also diese Woche dran glauben. Gestern Intervalle im Stadion (ächz!), heute Fahrrad, morgen Longrun. Sollte passen. Und mein ausgeleiertes IT-Band und die Gelenke werden sich sicher über die Abwechslung auch freuen.

Heute wollte ich mal die ausgeschilderte Fitness-Route am Neckar, die ich in Teilen auch schon belaufen habe, näher unter die Lupe nehmen. Ich beschloss, brav den Fahrrad-Schildern zu folgen, und gelangte auf hübsche, definitiv nicht Rennrad-geeignete Wald- und sonstige Wege. Trotz des schönen Abends war kaum ein Mensch unterwegs. Die Wegführung war… interessant. Von meinen langen Läufen weiß ich, dass man auf einer schönen leicht abfallenden durchgehend asphaltierten Strecke ziemlich genau an den Neckar kommen kann. Aber ich wollte ja mal nach Schildern fahren. Und da hatte sich wohl irgendwer gedacht: „Ich nehme die Strecke, die über wirklich jeden Hügel führt, und zwischenzeitlich ein paar nette steile Passagen über Schotterwege hat, und schildere sie als den einzig wahren Radweg aus.“

Ach ja, das hat ja durchaus Spaß gemacht. Schließlich sollte es ja auch ein Training sein. Und so langsam komme ich mit der Schaltung immer besser klar, so dass ich relativ kräfteschonend fahren kann.

So nach einer Weile fragte ich mich dann jedoch, angesichts der vielen Felder und Hügel, wie zum Henker diese Strecke an den Neckar führen sollte.

Dennoch nahm ich natürlich die schöne Abendstimmung gerne mit.

Auf diesem Bild ist ein Fahrrad versteckt. :)

Auf diesem Bild ist ein Fahrrad versteckt. 🙂

Testweise hatte ich mir heute den Polar-Brustgurt zur TomTom umgebunden. Ein klares Nein zur Kompatibilität. Ich rollte entspannt mit einem angeblichen Puls von 199 durch die Gegend. Halte ich jetzt eher für unwahrscheinlich. Vermutlich doch der Puls vom Fahrrad. Nun ja…

Ja, ich fand den Neckar dann schließlich noch. Immerhin wußte ich ja auch, wo suchen, und fuhr ein Stück weit dran lang.

Am Schwenninger Flugplatz beschloss ich, den Heimweg anzutreten. Es wurde jetzt auch merklich kälter, und ich war froh, eine Jacke im Korb zu haben. Was das Mitführen von Ausrüstungsgegenständen angeht, ist das Fahrrad dem Laufen wirklich haushoch überlegen. Und: Ja, ich fahre mit Korb, und ich stehe dazu. 😀

Das nächste Bild könnte zwar zu den Ugly Destinations meiner Strecke gehören, ich hab’s aber wegen dem Hammer-Himmel geknipst. Also blendet das Zollamt mal diskret aus.

Sieht apokalyptisch aus.

Sieht apokalyptisch aus.

Es zog sich dann schon noch ganz schön bergauf bis nach Hause. Ist mir ja vom Laufen nicht ganz unbekannt, das. Und trotz „Windelhose“ taten mir meine edlen Teile irgendwann ganz schön weh. Aber es war eine schöne Tour, und ich bin froh, dass ich das Radfahren jetzt so allmählich wiederentdecke. Interessant ist auch, was Dr. Marquardt schreibt, nämlich, dass das Laufen einem eigentlich zumindest die Kondition für andere Ausdauersportarten liefert. Das kann ich echt bestätigen. Ich wäre früher nie einfach mal so locker 24 km gefahren. Klar fehlt es an „radspezifischer“ Kraft, und Klickpedale kommen mir ja eh nicht in die Tüte, so dass ich auf dem Fahrrad sicherlich keine beachtliche Leistung hinlegen kann (und auch nicht will), aber es ist echt entspannend, und kommt meinem Erkundungsdrang enorm entgegen.

Heil durch die Stadt nach Hause zu kommen, war dann noch die größte Herausforderung. Offenbar war in einer der größeren zahlreichen Freikirchen gerade der Gottesdienst zu Ende, und die Leutchen liefen einfach, offenbar beseelt und beschützt – zumindest fühlten sie sich so – vollkommen ohne einen Blick nach links oder rechts zu werfen, auf die Straße.

Ich will mich hier nicht über echte Frömmigkeit lustig machen, ganz und gar nicht, ich respektiere das. Aber wer einfach mal so aus der Kirche direkt auf die stark befahrene Durchgangsstraße – in einer Kurve –  schlappt, ist nicht fromm, sondern tendenziell übergeschnappt. Nun gut, ist nichts passiert…

Jetzt fühle ich mich entspannt und zufrieden. Ein schöner Abschluss von einem schönen Tag.

Auf dem Fahrrad mag ich übrigens keine Kopfhörer im Ohr haben. Hörbücher und Musik bleiben da draußen. Wie haltet ihr das?

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9 Kommentare zu “Kein Wurstsalat für mich, danke!

  1. Sag ich doch, Dein Rad hat einen Puls 😛
    All-You-Can-Eat finde ich schon daneben, wer braucht denn sowas? Und dann auch noch mit Wurstsalat? Nee, da kann ich Dich gut verstehen, dass Du aufs Rad gestiegen bist, da kommt man schneller und weiter als per pedes weg von solchen kulinarischen Irrungen…bei uns gab es vegane Curryreis-Gemüse-Pfanne mit Tofu und Pinienkernen, das war lecker und all-I-can-eat war es auch noch, da wir wieder zuviel gekocht haben 😉

    Salut
    Christian

    • Zuviel kochen tun wir auch immer. Gestern für 8 Leute, und trotzdem gibt’s heute Reste. Haben zum Glück zwei Gefrierschränke im Keller. Wo ist denn das Rezept her? Klingt gut! D

      • Rezept? Gibt es nicht, Zucchini, Pilze, Paprika, Schalotten, Knoblauch al gusto, 1 kleine Peperoni und etwas Ingwer gewürfelt bzw. geputzt und geschnitten kurz angebraten und mit Chilli und Paprika sowie Salz und Pfeffer anbraten. Tofu würfeln und mit Pesto (ebenfalls je nach Geschmack) marinieren, am besten schon ein paar Stunden vorher und dann scharf anbraten. Gekochten Reis anbraten mit reichlich Curry vermischen, dann Gemüse und Tofu vorsichtig unterheben und die frisch angerösteten Pinienkerne drüber streuen…that´s it. Sojasauce nach Geschmack noch dazu geben.
        Guten Appo

  2. Wurstsalat !
    Umsonst !
    dazu sage ich mal gar nichts
    erstens Wurstsalat
    und…….

    Ich fahre ohne Windelhose
    immer
    und habe nur im Frühjahr Probleme mit dem Hinterteil in der ersten Zeit
    dann geht es wunderbar ohne
    mein Sattel ist scheinbar wirklich gut !

  3. Hmmm, Wurstsalat, naja. nicht gerade meine Leibspeise.

    Mit Schaltung klarkommen? Hat sich da etwa jemand ein neues Rad gegönnt??? 🙂

    Wer mit Gottes Segen aus der Kirche wandelt, kann auch übers Wasser, äähhhh, eine vielbefahrene Straße gehen :mrgreen:

    Liebe Grüße
    Volker

    • Das Rad hab ich mir schon letztes Jahr gegönnt. 🙂 Allerdings brauche ich im „Stadtverkehr“ in der Regel nur 4 Gänge, so dass ich die Feinheiten der Schaltung erst so nach und nach entdecke.
      Zu dem letzten Punkt: Heißt es nicht irgendwo, dass man Gott nicht austesten soll?

  4. Pingback: Kein Wurstsalat für mich, danke! | laufkater » webindex24.ch - News aus dem Web

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