Der ultimative Tipp gegen Stink-Shirts


Es soll ja Leute, ja sogar ganze Volksgruppen geben, die vollkommen geruchsneutral und transpirationsfrei durch die Gegend laufen. Bei dem, was man bei Läufen oder auch im Studio so mitkriegt, würde ich aber mal sagen, 95% der hiesigen Bevölkerung gehören mit Sicherheit nicht dazu. Mich eingeschlossen.

Was hilft? Nun, regelmäßiges Waschen und ein gutes Deo sind schon mal ein guter Start. Aber es gibt da noch ein Hindernis, was sich dem Wohlgeruch bisweilen hartnäckig in den Weg stellt: Manche Shirts.

Es gibt diese Shirts – und ich würde mal sagen, die meisten Menschen haben so eines vermutlich im Schrank, oder auch mittlerweile entsorgt – die, unabhängig von tadelloser Körperhygiene und regelmäßigem Besuch der Waschmaschine, irgendwann ein olfaktorisches Eigenleben entwickeln.

Es gibt sie in mehreren Kategorien:

1. Die Anfänger: Solche Shirts kann man bedenkenlos noch einen halben Tag tragen, nachdem man sie aus dem Schrank genommen hat. Es empfiehlt sich jedoch, sollte es ein warmer Tag werden, ein Notfall-Wechsel-Shirt dabei zu haben.

2. Die Fortgeschrittenen: Diese Shirts riechen harmlos frisch, wenn man sie aus dem Schrank nimmt. Ein paar Momente wohliger Körperwärme sorgen jedoch recht bald dafür, dass das Shirt beginnt, sich geruchstechnisch zu entfalten und seinen Träger für den Rest des Tages zu einer unnatürlichen – mit fest an den Körper gepressten Armen – Haltung zwingt. Diese Shirts sind hinterhältig, da sie zunächst so harmlos tun, um dann gnadenlos zuzuschlagen.

3. Die Meister: Sie haben die Waschmaschine, Febreeze, Desinfektionsmittel und das Extra-Frisch-Super-Sport-Ultra-Waschmittel klein gekriegt. Selbst unmittelbar nach dem Verlassen der Maschine verströmen diese Shirts selbstbewusst den Duft des Grauens.

Es hat nicht immer was mit dem Alter der Textilien zu tun. Manche stinken schon nach 2 oder 3 Mal tragen (mit Waschen dazwischen), andere fangen erst nach einer längeren Zeit des Gebrauchs an. Häufig sind es Billig-Shirts, aber nicht immer. Billig-Shirts fangen in der Regel früher damit an, aber ich habe auch teure Markenteile, die mittlerweile nasenmäßig nicht mehr tragbar sind.

Was tun?

Gut, man kann natürlich den beherzten Gang zur Mülltonne antreten – Altkleider-Spende wäre in dem Fall biologische Kriegsführung. Aber wenn das Shirt eigentlich noch tadellos aussieht, nicht ganz billig war, und dem Träger eigentlich auch gefällt, abgesehen von seinem herben Parfüm, dann muss es doch einen Weg geben, es zu retten.

Nach jahrelangen Versuchen habe ich ihn gefunden. Dank hier an Chris von RunRunLive, der den ultimativen Tip in seinem Podcast hatte.

Essig-Essenz. Das ist es. Das Wundermittel schlechthin. Man nimmt einen Putzeimer oder eine Wäschewanne, füllt sie mit Wasser, und haut ordentlich Essig-Essenz dran. Dann kommen die stinkenden Kandidaten da rein. Nicht nur für ein paar Stunden. Zwei bis drei Tage sollten es schon sein. Schließlich wollen wir gründlich aufräumen mit all dem, was da mieft.

Was mieft, ist ja nicht der Schweiß direkt. Der wird beim Waschen ausgewaschen. Nein, es sind kleine Lebensformen, Bakterien, die sich von dem Überangebot an organischen Substanzen und Mineralien die Wampe vollschlagen. Sobald das Shirt feucht wird, feiern die Biester eine gigantische Party. Was stinkt, sind die Reste der Party. Bei den Stink-Shirts, hängen die Bakterien in Erwartung der nächsten Party weiter im Stoff rum, so wie die Säufer an der Eckkneipe. Sie sind recht robust und nur bei solchen Temperaturen klein zu kriegen, die auch die Funktionsfasern klein kriegen würden.

Die Essig-Essenz haut rein. Sie löst nicht nur Ablagerungen im Textilgewebe, sondern macht den Bakterien auch gnadenlos den Gar aus. Um wirklich sicher zu sein, sollte man ihr dafür Zeit lassen. Anschließend schmeißt man die Klamotten nochmals ganz normal in die Waschmaschine. Danach ist erst mal für eine Weile Ruhe.

Selbst todgeweihte Shirts habe ich auf diese Weise retten können.

Viel Spaß beim Ausprobieren! Eure Erfahrungen?

 

 

 

 

 

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19 Kommentare zu “Der ultimative Tipp gegen Stink-Shirts

  1. ich wasche die Teile bei 60°C, dann ist auch Schluss mit Gemüffel. Die Fasern überleben das auch erstaunlich lange – irgendwann wird’s labberig, dann ist eben doch Zeit für die Tonne.

    • 60° C hilft bei meinen Sachen auch nur bedingt. Hab ich in Einzelfällen auch schon gemacht. Und du hast recht, so einmal nehmen die Sachen in der Regel nicht krumm, aber auf Dauer eben schon. Der Essig macht ihnen dafür aber nichts. Naja, dann hast Du immerhin immer einen Grund für chic Einkaufen gehen. 😉

  2. Heydu, also Fakt ist ja schon mal, dass frischer Schweiß nicht riecht, was stinkt ist „alter“ Schweiß, da bei diesem sich die Bakterien freuen, wie du es ja auch schon so schön gesagt hast.

    Ich habe letztens in meinem Studio mitbekommen, dass es da wohl jemanden gibt der ganz furchtbare Duftnoten verströmt, sodass der Trainer ihm duschen und Klamotten waschen empfehlen musste..er trug wohl auch immer das selbe.

    Bei mir ist es so, damit bei mir mal was durchkommt muss es ein echt heißer Sommer und viele Kilometer oder das Laufband sein bis sich da überhaupt was tut. Schwitzen tue ich im Winter jedoch fast genau so stark wie im Sommer, ich glaube das war einfach Erbschlecht. Aber das was ich ausschwitze ist geruchlos.

    Ich schaue dass ich fast immer richtige Laufshirts trage, die mit mir mit-atmen 😉 Baumwolle wird irgendwann schwer und tratschnass und über Polyester o.ä. wollen wir am besten gar nicht reden. Sport-BHs gehen meistens sogar noch ein zweites Mal, dann wirds aber auch bei mir kritisch.

    Da Funktionskleidung generell einen dünneren Stoff hat und den Schweiß abtransportiert, kommts erstens nicht oder kaum zum üblen Geruch und auch beim Waschen geht alles raus und es riecht frisch. Das gleiche passiert bei mir auch bei dünnen Baumwollshirts. Man muss es halt zeitnah waschen und darf es nicht so nass gammeln lassen. Da hilft dann auch kein Sacrotan Hygienespüler mehr…

    Bei meinem Mann würde ich das gerne mal mit Essigessenz probieren, er hat keine Funktionskleidung und nimmt dickere Baumwollshirts.

    LG,
    Jamie 🙂

    • Also bei mir betrifft es die Alltagsklamotten (Baumwoll-Shirts) genau so wie die Laufsachen (Funktionsfaser), wobei es da schon einen Unterschied zwischen Finisher-Shirts (billig) und teuer erstandenen Markenklamotten gibt. Aber ich habe jetzt gerade erst ein sündhaft teures Falke-Hemd aus dem Essig-Bad gezogen. Jetzt duftet es wieder nach Veilchen, bzw. nach gar nichts. Ich wasche meine Sachen auch zeitnah. Wahrscheinlich auch eine Stoffwechsel-Sache, wie stark oder „nachhaltig“ man schwitzt. Viel Erfolg bei den Sachen von Deinem Mann!

      • Wahrscheinlich liegt das bei mir daran, dass ich die Shirts nicht – wie hier von den meisten beschrieben, direkt nach dem Laufen auswasche. Da bin ich zu faul zu bzw. dann hab ich morgens doch zeitlich auch etwas Druck. Damit liegen die Shirts ein paar Tage, bis sie in die Wäsche kommen. Im Laufe der Saison merke ich dann, dass sie schnell riechen und dann leg ich alle mal ein und dann ist wieder gut.

        Und wenn ich mir so betrachte bzw. beschnüffel, was bei den meisten Laufveranstaltungen so geboten wird, dann sind wir bestimmt nicht die Einzigen. 🙂

  3. Auch ich kenne das nicht, meine Klamotten riechen und muffeln nicht, entweder schwitze ich nicht genug, im Sommer schon, oder ich habe Material, das den Geruch abweist.

    Früher in den Anfängen, als die Laufklamotten-Hersteller noch in den Anfängen waren, gab es Material, das schon stank, wenn man es kaufte, aber – wie gesagt – das war früher. Aber wenn du eine Lösung gefunden hast, umso besser !

  4. Guten Morgen Christiane,

    nettes Thema, allerdings greife ich nicht zur Essigessenz. Im Alltag ein Shirt aus Marino auf der Haut verhindert Geruchsbildung fast gänzlich, allerdings bin ich kein Schwitzer ausser im Sommer beim Laufen 🙂 Aber da habe ich gute Erfahrungen gemacht mit hochwertigen Teilen, da reicht oft ein Auswaschen mit klarem kalten Wasser nach dem Lauf, was ich immer mache, dann taugt so ein Shirt für 2 bis 3 Läufe ohne eine Waschmaschine…

    Salut
    Christian

    • Vielleicht sollte ich mir auch mal was aus Merino gönnen. Aber ich bezweifle, dass das das Problem ganz löst. Bei mir sind die Sachen, die aus der Waschmaschine kommen bisweilen trockener als nach dem Lauf. Soviel zum Thema schwitzen… Hängt aber wahrscheinlich auch mit der individuellen Körperchemie zusammen. Sachen nur so auswaschen hilft bei mir nicht. Hab ich auf Reisen schon versucht – fatal.

  5. Hallo Christiane,
    ich wasche alle Teile sofort nach dem Tragen aus und das verhindert bisher solche Erlebnisse ganz gut. Bis auf einen Fall: Ein teures Adidas-Teil aus dem Fachhandel. Das hatte nach dem ersten Lauf schon einen sehr unangenehmen Geruch, der bisher auch mit waschen nicht wirklich ganz rausging. Dieses Teil wird nun mal das Essigbad kennenlernen. Bin schon sehr gespannt!
    Liebe Grüsse
    Elke

    • Hallo Elke! Schön, wieder von Dir zu hören! Ich wasche meine Sachen auch sofort, außer die Maschine ist belegt. Dann lasse ich sie bis zu, nächsten Tag auslüften und wasche sie dann. Aber manchen Kleidungsstücken, und das sind nicht nur Sportsachen, ist das offenbar egal. Viel Erfolg mit deinem Adidas-Teil!

  6. Ich bin mir nicht so sicher, ob die Shirts wirklich das Problem sind. Ich schwitze im Sommer recht viel und stinke auch furchtbar nach dem Laufen. Aber das passiert mir auch in niegelnagel neuen Shirts . Da hilft nur schnelles Duschen oder sollte ich mich in die Essigessenz einlegen? Im Winter dagegen, stinken diesselben Shirts (und ich) so gut wie gar nicht.

  7. Ein guter Tipp! 🙂 Im Herbst und Winter sind Merino-Shirts tatsächlich erste Wahl. Die lassen sich Problemlos auch dreimal tragen, bevor sie in die olfaktorische Behandlung müssen.

    Die bakterielle Hartnäckigkeit kenne ich von älteren Shirts auch, die kommen jetzt also ins Essigbad. 😉

    Viele Grüße
    Rainer 😎

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