Geklautes Läufchen und totes Blödphone


Die Tatsache, dass ich es hier zu einem ganz unerwarteten Blogpost bringe, ist dem Fortschritt zu verdanken, der nun auch hinter den ehemaligen Klostermauern in Obermarchtal in Form eines WLAN-Zugangs für Gäste Einzug gehalten hat. Von der mobilen Welt ist man zwar nach wie vor völlig isoliert, aber wenn man sich um die richtige Uhrzeit bei Südwind vor den Torbogen stellt, und den Arm dabei im exakten Winkel von 35,2° hält, dann hat man mitunter einen Balken… Nun ja, ich schweife mal wieder ab.

Heute habe ich mir einen Lauf geklaut und bin 4,5 km um die Klosteranlage durch den Nebel getrabt, ohne auch nur einem einzigen Menschen zu begegnen. Geklaut, weil ich eigentlich in einer Arbeitsgruppe hätte sein sollen, deren Termin sich aber spontan verschoben hat, weswegen sich mir ein völlig unerwartetes Zeitfenster auftat. Nichts wie raus hier!

Es ist total einsam und ruhig, wie gesagt, neblig, und man hört die Donau rauschen, weil hier eine Sperre  nebst weiter unten gelegenem Wasserkraftwerk ist. Genau das Richtige, um einem etwas nervenaufreibenden Vormittag etwas entgegen zu setzen.

Das Hügeltraining trägt übrigens echt Früchte. Ich konnte den doch recht beachtlichen Anstieg von der Donau zum Kloster durchgehend laufen ohne Gehpause. Gut, oben angekommen war mein Puls dann zwar bei 170, aber so rein kräftemäßig war es kein Problem. Yeah!

 

Ich hätte euch gerne Fotos mitgebracht, aber mein Blödphone hat am Dienstag endgültig seinen elektronischen Verstand eingebüßt und lässt sich nun zu gar nichts mehr gebrauchen. Und die Kamera vom alten Smartphone ist einfach nicht gut genug. Ihr müsst also mit den Bildern vom letzten Sonntag vorlieb nehmen. Dafür gibt es gleich mehrere davon.

Ich hoffe mal, dass mein geordertes iPhone Anfang nächster Woche eintrudelt und ich dann wieder schöne Bilder machen kann. Das war’s nun definitiv mit Android. Ärgerlich, dass ich nun ein paar Apps neu kaufen muss, die ich für Android schon hatte, unter anderem auch meine geliebten Zombies, aber das ist es mir wert. Ja, ich weiß, ich sollte übers Laufen schreiben. Aber da ich nie ohne Handy laufe gehört das ja irgendwie auch dazu. Und ein Handy, das zwischendurch einfach mal so den Geist aufgibt, ist in jedem Fall ein Sicherheitsrisiko.

Gehen wir zurück zum Mittwoch. Da war wieder selbst verordnetes Hügeltraining angesagt. Bis zum Verkehrsschild rauf, wieder zurück, wieder rauf… insgesamt 8 Mal mit anschließenden lockeren 3 km Auslaufen. Dabei trug ich meine neueste Erwerbung: Das Utopia Thermal Hoodie von Brooks. Kuschlig! Ich werde demnächst dazu mal noch ausführlicher schreiben.

Der schlimmste Moment beim Hügeltraining ist irgendwie das Umkehren am Fuß des Hügels. Wenn der innere Schweinehund ganz laut schreit: „Mach Pause, du Depp! Du kannst da auch in  5 Minuten wieder hoch!“ Wenn’s dann wieder läuft und das Verkehrsschild in Sicht kommt, geht es eigentlich. Ansonsten ist es eher unspektakulär. Aber wie sich ja heute gezeigt hat: Sehr wirksam.

Sonntag: 18 km sollten es werden. Das war allerdings gar nicht so einfach wie ich zunächst dachte.

Zunächst zog ich wieder ins sonntägliche Industriegebiet los, wobei ich mal wieder auf eine Ugly Destination stieß. Ironischerweise seht ihr hier das Gelände eine Landschaftsgärtners, der sogar eine Landesgartenschau gewonnen hat. Kein Kommentar…

Landschaftsgärtnerei

Ok, zu seiner Verteidigung muss man sagen, dass er einen wirklich schönen Schaugarten auf der anderen Seite des Geländes hat… sieht man mal von der Geschmacksverirrung der riesigen Holzskulptur einer nackten Frau ab.

Dafür gibt es am Bahndamm Natur und so:

Gras am Bahndamm

Soweit lief noch alles nach Plan. Auf der anderen Seite der Gleise ging es dann in den Wald. Extra für mich hatte man sogar den Weg frisch geschottert. Das fand ich zwar sehr aufmerksam, jedoch persönlich auch etwas schade, weil ich den Waldboden vorher eigentlich lieber mochte. Aber der Wald war noch da.

Wald mir Licht Wald mit Sturmschäden

Hier musste ich zum ersten Mal anhalten, weil es doch wesentlich kälter war als vermutet. Also Rucksack ab, Jacke an, Rucksack auf. Weiter.

Nun, leider nicht viel weiter, denn hier war ich offenbar unerwünscht.

Lebensgefahr

Es war weniger das rot-weiße Band, das mich abschreckte, als seine darauf gedruckte Botschaft.

Na super, dann also links. Nach ein paar Metern bot sich mir auf der Alternativstrecke jedoch der gleiche Anblick. Mann! Erst schottern die meinen Weg, und dann sperren sie mir den Wald ab!

Also zurück zur Straße und neuer Versuch. Als ich nun einen Waldweg fand, war dieser zwar nicht gesperrt, allerdings wurde es noch kälter. Stehen bleiben, Rucksack ab, Handschuhe und Mütze raus, Handschuhe und Mütze an, Rucksack auf… Und so was soll ein Dauerlauf sein?

Hinzu kam, dass der neue Weg zwar nett und waldig, jedoch etwa 1,5 km kürzer war als der von mir eigentlich geplante. Trotzdem trat ich den Rückweg an, weil es schon anfing zu dämmern und ich nicht riskieren wollte, mich hier irgendwo im Dunkeln zu verfransen. Es endete damit, dass ich kreuz und quer durch die Stadt lief um die 18 km irgendwie voll zu machen. Das sollte schließlich mein letzter Longrun vor dem Nikolauslauf werden. Den konnte ich nicht so einfach abkürzen.

Leicht angefroren und mit einem leichten Örgs-Gefühl im Bauch kehrte ich heim. Das Örgs-Gefühl rührte von einem Seitenbacher-Protein-Riegel her. Notiz an mich selbst: Nicht geeignet als Laufverpflegung.

Nächste Woche ist Tapering angesagt. Drückt mir die Daumen, dass ich gesund bleibe, und diesmal meinen HM laufen kann.

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8 Kommentare zu “Geklautes Läufchen und totes Blödphone

  1. Tolles Training machst du da. Vor allem die „Hügel“-Intervalle gefallen mir gut!
    Wenn im Wald so ein Flatterband mit „Lebensgefahr“ hängt würde ich auch nicht weiter gehen. Zu der Jahreszeit passend würde ich sagen, dass dort Baumfällarbeiten stattgefunden haben. Und dass kann dann doch ganz schön gefährlich werden.

  2. Die Daumen sind aber sowas von gedrückt. Der Lauf war ja dann irgendwie mit Hindernissen verbunden, die Du gut gemeistert hast. Blöd, wenn einem einfach der Weg versperrt wird. Aber in fallende Bäume mag man auch nicht laufen. Viel Spaß mit dem Anfreunden des Iphones – da ich meines zerdeppert hab (es funktioniert noch aber das Display ist fritt) und es wohl eine Frage der Zeit ist, bis es komplett den Geist aufgibt, wird es für mich wohl auch bald ein neues geben.

  3. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass nichts, aber auch gar nichts, dazwischen kommt!
    Gut vorbereitet scheinst Du ja zu sein!
    Schönen ersten Advent!
    Bianca

  4. Hallo Chriba,

    schön, dass es bei Dir so gut läuft. Leider bin ich dieses Jahr nicht in Tübingen dabei. Sonst hätte man sich ja mal treffen können.

    Viele Grüße

    Andy

    • Hi! Bist du der msp Andy?
      Ja, schade, Treffen sind immer toll, aber irgendwann klappt’s hoffentlich. Ich hoffe, dass es bis Sonntag immer noch gut läuft, und mich nicht wieder ein Infekt trifft.

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