Eine leicht verkrachte Laufwoche und ein Nachklapp zur TomTom Multisport Cardio auf dem Laufband


Eigentlich ist mein Trainingsplan ganz simpel: Mittwoch Tempo, Donnerstag gemütlich, Samstag Longrun. Manchmal schiebe ich mal einen Tag hin oder her, oder baue noch ein Lust-und-Laune-Läufchen ein, wenn mir gerade danach ist.

Diese Woche bin ich aber erst genau zwei Mal (in Zahlen: 2 Mal) gelaufen, und das geht mir auf den Zeiger. Das merkt man auch deutlich an meiner Stressanfälligkeit. Der Zeiger steht auf rot.

Es begann eigentlich schon letzte Woche, als ich meinen geplanten Longrun wieder auf 11 km kürzen musste, weil ich a) auf dem Untergrund so gut wie nicht laufen konnte, denn entweder sackte ich ein, rutschte weg, oder stand knöcheltief im Eiswasser, und b) weil es kontinuierlich schüttete, und das bei ca. 1°C auch in der besten Funktionskleidung irgendwann dazu führt, dass es nass wird. Die Kombination von der Unmöglichkeit, so etwas zu laufen, was auch nur ansatzweise ein Tempo gewesen wäre und die Kälte und Nässe führten dazu, dass ich auch begann, auszukühlen. Dann besser die Reißleine ziehen.

Es hat ja schon was…

Es hat ja schon was…

Dienstag bin ich gegen Abend losgezockelt, so ein Lust-und-Laune-Läufchen, was sich aber mehr zum Eisplatten-Hopping entwickelte. Denn der Schnee, der so wunderbar und zauberhaft noch am Neujahrstag in der strahlenden Sonne geglänzt hatte, ist in der Zwischenzeit schwer mißhandelt worden.

Schnee Neujahr

So sah es noch am Neujahrstag aus.

Er wurde von zahlreichen Spaziergängern plattgestampft, von leichten Plusgraden angetaut und von langen Güssen beregnet. Kein Wunder, dass er da beleidigt war, und beschloss, die Wege nun einfach komplett in Eisbahnen zu verwandeln.

EisbahnSo links und rechts am Rand war es stellenweise noch ganz griffig, aber an ein kontinuierliches Laufen, geschweige denn an Tempo, war dabei nicht zu denken.

Trotzdem wurde ich für den Lauf, in den ich auch an einer weitgehend schneefreien Stelle im Wald ein paar Hügel einbaute mit einer wunderbaren Abendstimmung belohnt.

Abendstimmung Schnee Abendstimmung Schnee2 Abendstimmung Schnee3

Das Eis war mir am Dienstag noch relativ egal, sollte aber spätestens am Mittwoch ein Problem werden, als Intervalle auf dem Plan standen.

Das wäre schlicht und ergreifend dämlich gewesen, die bei diesen Wegeverhältnissen draußen zu laufen. Also Laufband… bääääääh!

Gut, einen entscheidenden Vorteil hat das Laufband. Man muss sich nicht so dick einpacken. So beschloss ich auch, die TomTom Multisport Cardio aus dem Testpaket wieder zu Ehren kommen zu lassen, die bei einstelligen Temperaturen daheim bleibt. Da krempel ich die Ärmel sicher nicht hoch, um einen Puls am Handgelenk zu messen.

Die Uhr hat ein ganz cooles Feature, speziell für Laufbandtraining. (Wer keine Lust auf Produkttdetails hat, möge nach dem unten verlinkten Video weiter lesen.)

Wenn man die Uhr auf „Laufband“ stellt, verzichtet sie auf die GPS-Messung, was ja auch irgendwie Sinn macht, und misst aber die zurückgelegte Distanz trotzdem über den Bewegungssensor weiter. Hat man dann eine gewisse Strecke auf dem Laufband zurückgelegt, kann man diese mit der auf der Uhr angezeigten Distanz vergleichen, und bei Bedarf die Uhr kalibrieren.

Kontroll-Freaks können natürlich die Uhr auf einer 400m-Bahn kalibrieren und sich anschließend über die unzureichende Distanzmessung des Laufbands aufregen. Jeder, wie er mag. 😉

Was für mich in dem Fall ganz gut war, war die Tatsache, dass ich die Uhr auf Intervalle programmieren konnte, so dass ich mich nicht mit der Laufbandanzeige und höherer Mathematik rumschlagen musste. (Ich glaube, jeder Läufer weiß, dass ab einem gewissen Niveau der Anstrengung selbst 1+1 zu höherer Mathematik wird und schlicht nicht mehr lösbar ist.)

Gleichzeitig glich das Laufband mit seiner vorgegebenen Geschwindigkeit eine Schwäche der Uhr aus, die zwar erlaubt, Intervalle nach Zeit oder Distanz festzulegen, aber keine festgelegte Pace programmieren kann. Also alles in allem ein unschlagbares Team.

Eine genaue Anleitung, wie die Einstellungen der Uhr vorzunehmen sind, gibt es hier in einem kurzen Video:

Das funktionierte auch soweit ganz gut, allerdings wusste ich irgendwann trotz Hörbuch nicht mehr, wohin mit der Langeweile. Auch die Tempointervalle wurden unfassbar anstrengend. Wohin schauen? Distanzanzeige oder Uhr? Ganz schlechte Idee, da sieht man nur, dass man noch viel länger leiden muss, als man eigentlich möchte. In Richtung Theke im Eingangsbereich, wo sich Leute bei einem Shake oder Kaffee entspannen? Noch schlechtere Idee! Die Kalorienanzeige? Kurzfristig motivierend, aber irgendwann kriegt man raus, dass die an die Zeit gekoppelt ist und damit ist man genau so weit wie vorher. Was ich auch echt lästig finde, ist, dass die meisten Laufbänder – und zumindest die, die bei uns im Studio stehen, sind alle so – keine Pace anzeigen, sondern immer km/h. Ich hab zwar so eine Tabelle, wo ich das nachlesen kann, ich könnte es natürlich auch ausrechnen (höhere Mathematik!), aber so ganz passt es nie.

Trotzdem: Im Vergleich zur Eisplatten-Alternative war es wohl die bessere Wahl, und ein kühles Getränk in Reichweite ohne Bauchgurt war durchaus auch hübsch.

Alles hätte soweit ganz schön sein können, wenn nicht der restliche Mittwoch mit Telefonaten, teils sehr unerfreulicher Natur, wegen meines seit 3 Wochen nicht einsatzfähigen Autos draufgegangen wäre. Ich will das hier jetzt nicht ausbreiten, nur so viel: Ein Ersatzteil ist nicht lieferbar, es gibt keinen Termin, wann und ob es je wieder lieferbar sein wird, und Renault kommt mir – nach anfänglich gegenteiliger Information – keinen Meter entgegen, was einen Ersatzwagen angeht. Leider kann ich ohne Auto nicht zur Arbeit. Daher Problem. Zeit weg, Auto weg, keinen Schritt weiter gekommen. Es wird wohl darauf rauslaufen, dass ich ein neues Auto kaufen muss. Hatte ich eigentlich nicht vor, aber nun…

So musste ich nun statt am Donnerstag mein gewohntes Läufchen vor der Arbeit zu machen, wohl oder übel am Schreibtisch die versäumte Zeit nacharbeiten, anschließend zur Arbeit fahren und abends wieder an den Schreibtisch. Freitag Morgen um 5:20 aufstehen, zur Arbeit fahren, völlig übermüdet heimkommen und nach der Abholung des neuen Autos meiner besseren Hälfte (ja, deren Auto war auch kaputt…) todmüde ins Bett fallen. Keine Chance zum Laufen. Ich war zu platt. Und diese ganze Auto-Sache schlaucht mich mehr, als ich zunächst vermutet habe. Also sollte ich ja eigentlich laufen, um den Kopf frei zu bekommen. Dilemma.

Jetzt stürmt es draußen ziemlich heftig. Da ich keine Lust auf Baum auf Hirn habe, habe ich heute auf den Longrun verzichtet, und stattdessen im Studio Gewichte gestemmt. Ich hoffe mal, dass der Longrun morgen stattfinden kann. Angeblich soll sich das Wetter ja beruhigen, dafür aber wieder kalt werden. Und hier stehen ein paar brandneue Pure Grit für meinen geplanten Crosslauf, die eigentlich probegelaufen werden wollen… Ich muss sie wohl auf nächste Woche vertrösten, wenn in der Auto-Sache hoffentlich Ruhe einkehrt und der ganz normale Alltags-Wahnsinn wieder seinen Lauf nimmt. Und ich dann hoffentlich auch.

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7 Kommentare zu “Eine leicht verkrachte Laufwoche und ein Nachklapp zur TomTom Multisport Cardio auf dem Laufband

  1. Uihuihuih… das kling ja stressig. Eine Welt ohne Autos wäre auch schön – diese ungeplanten Ausgaben sind eklig. So!

    Bei uns hat sich der Sturm gelegt, ich hoffe, dass Du raus kannst. Ich kann exakt nachvollziehen, was Du mit Laufband und Langeweile meinst. Ich komm da auch nicht ran. In 2 Wochen bin ich irgendwo dienstlich im Hotel und werde wahrscheinlich auch aufs Band ausweichen müssen. Mir grauts schon jetzt davor.

    • Ja, das hat mich ganz schön geschlaucht. In unserer Gegend und unseren Jobs geht’s ohne Auto einfach nicht. Das gleich beide aufgeben… Das Wetter ist heute auch nicht besonders einladend, aber immerhin kein Sturm mehr. Ich werde es also wagen. 🙂

  2. Das ist aber auch ein Mist mit deinem Auto! So eine ungeplante Neuanschaffung ist nun auch nicht der Kracher…
    Auf dem Laufband habe ich bisher einmal gestanden. Ganz schrecklich!

    • Es soll ja Leute geben, die nur auf dem Band laufen. Kreisch! Ich hatte am nächsten Tag sogar leicht motzige Schienbeine, wahrscheinlich von der einseitigen Belastung. Das mit dem Auto ist richtig besch… andererseits ist jetzt auch der Punkt gekommen, wo ich micht hätte entscheiden müssen, mein bisheriges Auto zu verkaufen und noch einigermaßen Geld dafür zu bekommen, oder es einfach so lange weiterzufahren, bis es auseinanderfällt. Letzteres wäre mir eigentlich lieber gewesen, aber so wurde mir die Entscheidung abgenommen. (Das war der Versuch, positiv zu denken) :mrgreen:

  3. ein leben ohne reißleine ist denkbar … aber sinnlos 😉
    klar will frau laufen und zwar so wie sie es sich ausgedacht hat, aber wenn’s halt mal nicht GEHT dann geht sie besser, arbeiten (blöd ohne auto also augen zu und durch und auf das / mit dem neuen freuen!) oder ins studio, aber laufband … geht GAR nicht! das hab ich vielleicht 5 mal im leben alle 2 jahre versucht und jedesmal entnervt nach maximal einer halben stunde die segel gestrichen, gibt einfach keinen grund dafür (außer vielleicht die extrem schlechte luft in peking oder so wie ich mal in einem blog lernen mußte)
    dienstlich unterwegs im hotel? google ist Dein freund, laufen kann man auch in hamburg oder mpnchen unbekannterweise.
    eis? spikes. kalt? dembotraining wird meistens völlig überbewertet. „einfach“ draußen an der frischen luft die natur genießen — unbezahlbar!
    in diesem sinne: kopf hoch, wird besser, auto und wetter und lebbe überhaupt 😉

    • An Spikes oder Yaktrax hatte ich auch schon gedacht, allerdings war klar, wenn ich die bestelle, ist das Eis weg, bis sie kommen. 🙄
      Laufband aber wirklich nur im Notfall. Der Mittwoch war so ein Notfall, sonst wäre ich durchgedreht. Ansonsten: nööööö!
      Derzeit warte ich auf die Mail vom Autohaus. Mal sehen, es kann nur besser werden…. 🙂

      • so oft ist bei uns ja kein eis daher hab ich bisher nur so einfache unterquetschbare(discounter?)gummis mit ein paar stiften drin, um den jahreswechsel hätt ich sie FAST angezogen, also wenn es noch ein paar tage so geblieben wäre
        toiToiTOI zum fahrbaren untersatz

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