Markentreue


Dieser Beitrag hat zunächst vielleicht nicht allzu viel mit Laufen zu tun, aber da Markentreue (oder auch nicht) auch bei Läufern durchaus eine Rolle spielt, vielleicht doch.

Ich schreibe diesen Post aus aktuellem Anlass, weil ich gerade dabei bin, mich von Renault, der Automarke, der meine Familie seit nunmehr 3 Generationen die Treue hält, zu verabschieden.

Es ist ein bisschen Off-Topic, aber ich muss mir das hier mal einfach von der Seele schreiben. 

Was sorgt eigentlich dafür, dass man einer Marke treu wird oder treu bleibt? Und was muss passieren, dass man irgendwann vielleicht doch abspringt? Was ich hier schreibe, ist nicht das Ergebnis einer groß angelegten Studie des Allensbacher Instituts, sondern basiert auf meinen Alltagserfahrungen. Vielleicht findet sich der ein oder andere ja wieder. Marken, mit denen ich eigene Erfahrungen gemacht habe, nenne ich namentlich. Handelt es sich um Erfahrungen anderer, nenne ich sie nicht.

Was macht eine bestimmte Marke eigentlich attraktiv? Bei mir sind es mehrere Faktoren, die zusammen kommen müssen. Nehmen wir z.B. Laufbekleidung. Asics ist da bei mir vom Coolness-Faktor ziemlich weit vorne, allerdings habe ich schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass die Qualität eher mittelmäßig ist. Z.B. sind die Reflektorstreifen ziemlich schnell weg. Ich liebe zwar gerade die etwas schrillere Note der Ayami-Serie, aber gerade hier ist das besonders ausgeprägt. Ok, ein Reflektorstreifen ist nicht das Ende der Welt und ansonsten halten die Teile. Trotzdem…

Relativ unspektakulär ist dagegen mein Gore Mythos Jacket, was ich aber seit 4 oder 5 Jahren so gut wie ständig trage, wenn die Witterung nach einer Jacke verlangt, und das Teil sieht immer noch aus wie am ersten Tag. Dass ich dafür mal ziemlich viel Geld in die Hand genommen habe, hat sich also mehr als gelohnt. Sollte ich irgendwann wieder eine Jacke brauchen, wenn sich diese wider Erwarten doch mal auflöst, ist Gore damit ganz vorne auf der Hitliste.

Eine gewisse Produktkontinuität erleichtert mir auch das Leben. So weiß ich beispielsweise, dass mir die Schuhe von Brooks einfach passen und ich damit gut zurecht komme. Wenn nicht ein Lieblings-Modell durch ein Update verschlimmbessert wird – wie vor ein paar Jahren mit dem Glycerin geschehen – dann brauche ich bei neuen Schuhen nicht lange zu überlegen. Weil ich der Marke positiv gegenüber stehe, habe ich mich letztendlich auch als Messenger beworben.

Habe ich ein bisschen Zeit und Geld übrig, bin ich jedoch auch anderen Marken gegenüber aufgeschlossen und experimentierfreudig. Daher stehen in meinem Schuhregal auch Saucony und meine geliebten Hokas.

Bequemlichkeit ist da auch so ein Punkt. In letzter Zeit habe ich mich öfter über meinen Mobilfunkanbieter geärgert. Aber deshalb wechseln, alle Verträge ändern, kündigen, neu ausrechnen, verhandeln… ätz… so lange nicht irgendwas richtig Blödes passiert, werde ich wohl einfach beim selben Anbieter bleiben.

Eine gewisse emotionale Bindung an bestimmte Marken kommt hinzu. Meine treue FR 305 hat mich nun schon so lange in meinen Läuferleben begleitet, dass ich mit Garmin automatisch erst mal etwas Positives verbinde. Und sollte sie einmal ihr elektronisches Leben aushauchen, werde ich mich dort zuerst nach einem Nachfolger umsehen.

Ich würde sogar sagen, dass die emotionale Bindung für mich die stärkste Rolle spielt.

Eine weitere wichtige Frage stellt sich im Falle eines Falles aber auch: „Was tut die Marke für mich?“ Jedes Produkt kann mal kaputt gehen. Ist erst mal ein Garantiefall eingetreten, kann das schnell entweder sehr gut oder sehr unschön ablaufen. Das Vorhandensein oder auch Nichtvorhandensein eines Kundenservice spielt hier eine entscheidende Rolle, ob ich mich nochmals für ein Produkt derselben Marke entscheiden kann.

Hier kommt dann auch der Punkt, wo das Verhältnis zu einer Marke sehr schnell kippen kann.

So geschehen mit einem Samsung Farblaser-Drucker. Gut, er war sicherlich preislich günstig. Dennoch erwarte ich von einem Drucker, dass er druckt. Vielleicht nicht hundertprozentig farbecht, wenn er billiger ist, aber drucken, und zwar nur dass, was er auch drucken soll, das sollte schon drin sein, es sei denn, ich benutze ihn als teuren großen Briefbeschwerer und Katzenschlafplatz.

Er tat nicht, was er sollte, war insgesamt 2 Mal beim „Service“, kam jedes Mal schlimmer zurück als vorher, und als ich dann mein Geld zurück wollte, musste ich 4 Wochen darauf warten. Abgesehen davon, versuchte Samsung, meiner angeblichen Inkompetenz die Schuld in die Schuhe zu schieben. Das war’s dann mit Samsung. Mein ständig durchgeknalltes Blödphone kam da noch erschwerend hinzu.

Und das war’s dann wohl auch mit Renault, denn genau das mit dem Kundenservice passt leider nicht mehr. Verzögerung der Lieferung eines Ersatzteils auf unbestimmte Zeit – ok, das ist selten, aber das kann passieren. Was meiner Meinung nach aber nicht passieren darf, ist dass man als Kunde mit dem daraus resultierenden wirtschaftlichen Schaden völlig im Regen stehen gelassen wird.

Es kann doch irgendwie nicht sein, dass ich mein Auto seit nun einem Monat nicht nutzen kann, alle laufenden Kosten weiter tragen muss und den Ersatzwagen bezahlen, und es absolut keine Informationen darüber gibt, wie lange dieser Zustand noch anhalten soll.

Natürlich bestehen  nach Ablauf der Garantiezeit keine rechtlichen Ansprüche mehr. Dennoch sollte man meinen, dass die Firma und der Vertragshändler, der sie vertritt und bei dem ich seit 12 Jahren Kunde bin, alle Autos gekauft habe und alle Wartungsarbeiten habe durchführen lassen, doch ein kleines Interesse daran haben sollten, einen Kunden zu halten. Das bedeutet ja nicht, dass man alles geschenkt bekommen muss, aber zumindest eine Suche nach einer gemeinsamen, für alle Seiten tragbaren Lösung könnte man sich doch vorstellen, anstelle pauschaler Ablehnung und pampigem Umgangston am Telefon.

Hinzu kommt das unsagbar schnarchige Verhalten des Autohauses. Selbst nachdem ich mich für den Kauf eines anderen Autos entschieden habe, sind sie nicht in der Lage, mir einen Termin zu geben, wann ich das Auto, das dort vor Ort fahrtüchtig und einsatzbereit steht, nun kaufen und mitnehmen kann. Noch nicht mal, ob ich es kaufen und mitnehmen kann… Es ist unglaublich.

Das ist jetzt das vierte Auto (alle Renault) in 12 Jahren, das ohne mein Verschulden kaputt gegangen ist. Selbst eine noch so große emotionale Bindung an die Marke, die mich über die Macken der ersten 3 hat großzügig hinwegsehen lassen, ist jetzt an ihre Grenzen gelangt.

Es gibt natürlich noch ein paar Gründe mehr, sich von einer Marke abzuwenden als nur mangelnder Kundenservice, und hier kehren wir zurück in die Welt des Laufens:  🙂

Wenn die Qualität nachlässt…

Man kann auch bei Marken, von denen man überzeugt ist,  gewaltig reinfallen, so wie ein befreundeter Blogger und Podcaster aus Down-Under, der von einer Schuhmarke zunächst unglaublich angetan war, ständig positiv darüber berichtete, und nun feststellen muss, dass sich der Preis der Schuhe verdoppelt hat bei gleichzeitiger Halbierung der Qualität. Bis er das jedoch wirklich einsehen konnte, hatte er mindestens 5 Paar Schuhe erstanden, weil er der Überzeugung war, das eine Paar, das sich nach ein paar Kilometern auflöste, sei sicher nur ein Ausrutscher gewesen.

Wenn bewährte Produkte oder Funktionen verschwinden…

Wenn ich jetzt in die Welt der Laufuhren schaue, muss ich feststellen, dass bei vielen GPS-Uhren, die mittlerweile so ziemlich alles können, einschließlich der Steuererklärung, still und leise die Routennavigation entfernt wurde. Auch bei Garmin. Zumindest in den „unteren“ Modellen. Das Spitzenmodell, die 920XT, hat sie nach wie vor, allerdings auch zu einem Spitzenpreis… Ich hoffe, meine 305 lebt noch lange.

Klar muss jede Marke den Balanceakt zwischen Produktkontinuität und Innovation für sich selbst ausmachen. Bleibt man immer beim Altbewährten, wird man auf Dauer langweilig. Wird zu viel verändert, laufen die Stammkunden davon.

Wenn die Preispolitik nicht mehr nachvollziehbar ist ...

Zwei Wörter: Venice Beach. Sieht schick aus, ist cool, entsprechend nicht ganz billig, verliert nach gefühlt 3 Wäschen völlig jegliche Form. Hier zahlt man wirklich nur noch für den Markenaufdruck. Da kauf ich lieber Bügelbildchen.

Irgendwie merke ich: Je älter ich werde, desto mehr geht Qualität vor Coolness. Vor emotionalen Bindungen bin ich jedoch nach wie vor nicht gefeit.

Wie haltet ihr das?

 

 

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19 Kommentare zu “Markentreue

  1. Ja, da tut man sich schwer mit der Aussage: „Ich hab kein Geld, um billig zu kaufen.“ Der Preis alleine – oder eine angesagte Marke – garantiert eben nicht, dass man eine lange Haltbarkeit hat. Trotzdem schaue ich heute darauf, dass Dinge, die ich kaufe, möglichst lange halten. Nicht immer wieder neu kaufen und dann wegwerfen. An bestimmten Marken halte ich da wenig fest sonder schaue nach Empfehlungen. Dabei sind mir die persönlichen lieber – das Netz ist da ja ziemlich geduldig.

    • Empfehlungen sind gut, persönliche Erfahrungen noch besser. Du gehörst also auch zu den Leuten, bei denen Coolness nach Qualität kommt. Ob das wirklich was mit dem Alter zu tun hat. 😉

  2. Interessanter Artikel. Es ist tatsächlich so, dass verschieden Punkte zusammenkommen müssen um Markentreue zu beweisen. An erster Stelle steht aber letztendlich die Qualität. Wenn ein Produkt von der Qualität, und dazu gehört auch der Service, dann zahle ich hierfür auch gerne etwas mehr. langfristig lohnt sich dies immer.
    Bei vielen Produkten aus dem Laufuhrbereich gibt es sehr große Entwicklungsschritte. Hier kann es sein, dass ich gewisse Entwicklungen unterschiedliche Prioritäten zuordne und dementsprechend auch mal ein Produkt wechsle. Ich besitze Uhren von Garmin, Suunto und von Polar. Jede hat so Ihre Highlights.
    So ist es immer wieder eine Herausforderung für mich, sich für ein Produkt zu entscheiden. Zum Glück bietet das Internet heutzutage eine große Auswahl an Informationen und Berichten von Nutzern an. Man muss selten die Katze im Sack kaufen.
    Einfacher wird´s dadurch jedoch nicht! 😉

    • Nee, die ganzen Testberichte sind manchmal nicht so hilfreich, was dann die Entscheidung angeht, wobei natürlich das ein oder andere Produkt gleich rausfällt, wenn es eine entscheidende Funktion nicht hat.
      Immerhin kann man ja mittlerweile ein Produkt auch zurückgeben, wenn es doch mal ein Fehlkauf war, aber das ist etwas, was ich äußerst ungern tue. Immer so ein Aufstand.
      Ja, als Nicht-Auto-Fahrer kannst du dir natürlich mehrere Lauführchen gönnen. Für mich muss schon die eierlegende Wollmilchsau her. 🙂

  3. Liebe Christiane,

    Markentreue ist meines Erachtens Quatsch,. So lange ein Produkt meinen Zwecken dient und meine Wünsche erfüllt ist es egal von welcher Marke es ist. Qualität spielt natürlich immer eine Rolle.
    Wir haben einen Mercedes, um mal off-topic zu bleiben, die Qualität ist eine Katastrophe, der Service noch schlimmer, aber dafür sind die Preise gesalzen. So bald das Fahrzeug weg ist, kommt mir nie wieder ein Fahrzeug dieser Marke ins Haus, obwohl es anfänglich unserem Zweck – genügend Platz für 5 Personen mit teilweise ausgefallenen Freizeitaktivitäten – sehr dienlich war.
    Genauso halte ich es mit den Laufuhren, Suunto hat bei mir Garmin abgelöst und wird momentan auch meine Marke bleiben, das hat aber nichts mit Treue zu tun, sondern mit der für mich passenden Funktionalität und der Qualität 🙂

    Salut
    Christian

    • Naja, so was wie eine Anti-Marke hast du ja jetzt auch schon. Was für Dich Mercedes ist für mich Samsung und vermutlich – hélas – auch bald Renault.
      Wahrscheinlich hast Du recht, und es ist Quatsch, zumal die Marken ja auch zunehmend auf Kundentreue pfeifen, von rühmlichen Ausnahmen mal abgesehen.
      Funktionalität und Qualität an erster Stelle. Da kann ich mitgehen. 🙂

  4. sehr guter Text!

    Bei mir gibt es eigentlich keine Markenbindung. Ich kaufe das Produkt, dass die beste Preis-Leistung bietet. Und das kann dann auch mal No-Name sein.
    Bei Markengeräten oder -klamotten habe ich schon oft sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Die Qualität ist nicht so gut wie bei den No Name oder nur eine Winzigkeit besser und das rechtfertigt den Preis einfach nicht

    • Danke 🙂
      Im Grunde habe ich auch kein Problem mit No-Name, da verlasse ich mich dann auf die Aussage eines Händlers meines Vertrauens, der mir dann das Produkt im Zweifelsfall auch wartet. So habe ich z.B. nicht die geringste Ahnung, wer unsere Sat-Schüssel gebaut hat. Ist mir auch egal, so lange sie funktioniert. Und wenn sie das nicht tut, weiß ich, dass der Elektriker sofort da ist, und sie richtet. Hier zahlt sich weniger Markentreue als Händlertreue aus. Muss ich vielleicht auch noch differenzieren.
      Wenn ich aber selbst ein Produkt auswähle, dann schaue ich doch meist zuerst bei den Marken, mit denen ich bisher gute Erfahrungen gemacht habe, bzw. klammere die Marken aus, mit denen ich unglücklich war. Bei No-Name habe ich da eher das Gefühl, nicht zu wissen, woran ich bin. Und die letzte Aldi-Waschmaschine, die genau bis zu Ablauf der Garantie hielt, hat mich darin bestätigt.

  5. Wenn ich gute Erfahrungen mit einem Produkt mache, bin ich – besonders bei Laufsachen – geneigt, bei Bedarf zuerst bei diesem Hersteller Ausschau zu halten, wenn mich das Produkt anlacht, kaufe ich es, weil ich ja mit ähnlichen gute Erfahrungen gemacht habe.

    Bei größeren Anschaffungen “ erforsche“ ich den Markt, lese Testberichte, versuche, das Beste für mich herauszufiltern.

    Alles in allem greife ich gerne auf Produkte zurück, die mich nicht enttäuscht haben, leider auch nicht kaputtzukriegen sind !! 🙄

  6. Die meisten der Menschen würden wahrscheinlich behaupten sie ließen sich nicht von Marken prägen oder Werbung könne sie nicht beeinflussen..dem ist aber ganz nachweisbar nicht so, ansonsten würde Werbung einfach nicht funktionieren. Viele sind auch ganz bewusst Konsumenten, wollen sich verführen und zu irgendetwas hinreißen lassen.
    Marken wollen vor allen Dingen lebenslange Kunden und versuchen auf der emotionalen Schiene zu punkten, so wie du es ja auch teilweise schon beschrieben hast.
    Ich habe mich sehr viel mit diesem Thema innerhalb meines Studiums auseinander gesetzt und auch mal eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema Werbepsychologie geschrieben. Wenn ich Sie finde, veröffentliche ich sie vielleicht demnächst mal auf meinem Blog 😉

    Klar, Qualität ist allen wichtig, aber am Ende entscheidet wahrscheinlich das „Gefühl“. Vieles ist einfach unterbewusst oder wir sind schon in unserer Kindheit geprägt worden und assoziieren vieles was wir bewusst oder unbewusst kaufen, damit. Interessant ist auch, dass die meisten Kinder bereits ohne lesen zu können, schon die Automarken auf der Straße namentlich erkennen.

    Dazu kommt dann noch die Aufmachung der Marke und die ist natürlich so gewählt, dass sie visuell auch dem dient, worauf sie abzielt (hochwertig, warm, kindlich, sportlich, einfach…). Es werden beinahe Bücher geschrieben, um festzulegen was so eine Marke transportieren soll. Da wird nichts dem Zufall überlassen.

    Und obwohl ich das alles weiß, erwische ich mich oft auch selbst dabei wie ich mir eine Meinung über die Werbung bilde oder mich sogar mal emotional mitreißen lasse.

    Wenn ich mir ein Waschmittel kaufe, dann möchte ich in erster Linie dass die Wäsche sauber ist und dann auch noch gut riecht. Orientieren tue ich mich an dem was ich schon kenne (impliziert durch Werbung) oder erinnere mich an die Verpackung aus meiner Kindheit und greife dann danach. Aus dem Angebot in einem Supermarktregal würde man wahrscheinlich eher zu einem noch unbekannten Produkt (im Gebrauch) greifen, als zu einer Hausmarke die nirgendwo so richtig beworben wird.

    Das Ziel ist nicht die überragende Funktion, sondern sich von der Masse abzuheben und darüber zu begeistern, inklusive bei den aktuellen Trends mitzuschwimmen.

    Der Erfolg einer Marke hat also nicht gleich etwas mit Qualität zu tun, wie wir hier alle immer mal wieder feststellen müssen. Ich denke, wenn man diese Thematik objektiv betrachtet, kann man mit no-name Produkten genau so glücklich sein, wie mit bekannten Marken. Beeinflusst wird aber jeder über verschiedene Kanäle (Licht, Geruch, Aufteilung, Sound..)..ich könnte immer so weiter schreiben 😀

    • Man merkt, dass das voll Dein Thema ist. 🙂
      Ich denke auch, dass unterbewusste Dinge, wahrscheinlich durch subtile Prägung von Kindheit an, eine große Rolle bei der Entscheidung für oder gegen bestimmte Marken sprechen. Der Kleidungsstil beispielsweise, spiegelt ja auch ein Stück der Persönlichkeit. Ich merke, dass ich die meisten meiner Shirts im Sportgeschäft kaufe, weil ich auch im Alltag gerne sportlich wirken möchte.
      Oder das mit den Autos. Deutsche Autos kommen für mich einfach absolut nicht in Frage, obwohl ich keinen einzigen rationalen Grund (vielleicht abgesehen vom Preis) dafür nennen könnte.
      Schon irgendwie gruselig…
      Bei Haushaltsartikeln greife ich aber durchaus zu No-Name oder der dm-Hausmarke. Da entscheidet für mich klar der Preis und die Umweltverträglichkeit.

  7. Ich habe auch gewisse Lieblingsmarken, und die Gründe dafür sind eher emotional als rational. Bei Laufklamotten ist das Gore und Brooks. Passt und gefällt mir. Ich habe mich an einem Shirt vom Discounter mal böse wundgerieben, seitdem mag ich da nichts mehr kaufen.
    Ich fahre den zweiten Renault, der erste wurde nach 10 Jahren mit über 200000 km in den Ruhestand geschickt. Ich hatte einiges an Ärger, weil die eine Werkstatt den Fehler nicht fand, ich einen Tag nach der Inspektion in einer anderen auf der Autobahn liegenblieb und so weiter. Trotzdem war das mein erstes Auto, quasi Liebe auf den ersten Blick, und ich habe fast geheult, als ich es abgegeben habe. Also ganz klar emotional. Der zweite fährt bisher ohne Macken. Ob ich den dritten kaufen werde weiß ich nicht, diese Entscheidung wird hoffentlich in den nächsten Jahren nicht anstehen. Meine Eltern hatten immer Renault, zumindest, bis ich erwachsen war.
    Wenn Preis und Funktion in etwa gleich sind, lasse ich das Aussehen entscheiden. Und das Bauchgefühl.

    • Dann drücke ich Dir die Daumen, dass es weiterhin so bleibt. Vielleicht hatte ich auch einfach nur wahnsinniges Pech. Aber jetzt hab ich wirklich kein Vertrauen mehr in die Autos. Mein jetziger hat 170000 km und ich wollte ihn eigentlich fahren, bis er auseinanderfällt, aber da das Ersatzteil nicht kommt, hab ich keine Chance. 😦
      Dir jedoch natürlich gute Fahrt! Gefallen tun mir die Renaults leider immer noch… Seufz…

      • MIr gefallen sie auch, also zumindest mein Clio. Was für einen hast du denn? (Und wie alt ist der, dass die sich mit einem Ersatzteil so schwertun? Oder ist das deine spezielle Werkstatt?)

      • Ich hab einen Grand Scenic. Clio ist mir als Vielfahrer viel zu klein. Leider muss ich derzeit einen fahren… Aber ja, hübsch sind sie schon.
        Mein Auto ist 5 Jahre alt, und nein, es ist nicht meine Werkstatt, sondern das Ersatzteil ist in ganz Europa nicht zu bekommen. Irgendein Lieferant ist da wohl ausgefallen. Und jetzt kriegen sie für das neue Auto den Fahrzeugbrief nicht her. Ich dreh noch durch…

  8. Toller Artikel, beschäftigte mich beruflich sowie privat gerne mit dem Thema.

    Als erstes ist mir die Familie meiner Frau eingefallen: Vater fährt seit Jahren Ford, Söhne machen es ihm nach. Ich glaube so was ist typisch, mit manchen Marken – oder Glaubensgrundsätzen des Konsums – wächst man einfach auf.

    Zur Markentreue habe ich lange nachgedacht und bin erst wieder unschlüssig. Ich bin mit meinem Smartphone-Hersteller zufrieden, deshalb greife ich seit Jahren bzw. drei Generationen darauf zurück. Trotzdem habe ich mir das neueste Modell vor dem Kauf eingehend angesehen – ohne nützliche Features für mich hätte ich wohl gewechselt.

    Beim Sport ist das vielleicht etwas anders. Erst mein drittes Paar Laufschuhe wurden Asics – und seitdem möchte ich sie nicht mehr missen. Das liegt auf der einen Seite an meinen Fortschritten, die sich damit eingestellt haben, auf der anderen an meinen Einlagen, die halt dem immer gleichen Schnitt wohl bekommen. Andere Marken würden mich auch interessieren – Brooks etwa. Aber, und hier kommt etwas, ich würde mir keine Adidas mehr holen; weil ich damit unzufrieden war, weil Adidas alles macht, aber für mich nicht vorrangig im Laufsport tätig ist. Ich möchte also eine Lauf-Marke, aber das hat jetzt weniger mit Treue zu tun.

    Ich setze auch gerne auf Falke-Socken, einmal probiert und nie mehr ausgezogen. Aber ganz ehrlich: Wenn die Qualität (bei dem Preis!) nicht mehr stimmt, dann würde ich mir auch neue suchen. No name-Produkte haben bei mir eher den Vorrang, können sie doch meistens das gleiche und kosten nur einen Bruchteil.

    So, das war schon lange genug. Also Markentreue? Nein, die endet beim Preis, die endet beim nachlassenden Service und die endet bei mangelnder Qualität. Über ein mangelhaftes Produkt kann mich die schönste Marke nicht trösten!

    Liebe Grüße,
    Markus

    • Ich beschäftige mich zwar ansonsten eigentlich gar nicht damit, aber eben aus aktuellem Anlass habe ich mich gefragt, wie ich das so gestrickt bin. Denn viele halten mich schon lange für blöd, dass ich immer noch Renault fahre. Irgendwas muss da sehr tief verwurzelt sein. Aber wie du sagst, wenn Qualität und Service nicht mehr stimmen, und der Preis (in dem Fall Wiederverkaufswert) auch nicht, dann war’s das.

      • Ich frage mich das auch manchmal. Habe noch keine Antwort gefunden. Bin gespannt, wie das bei dir ausgeht und drücke die Daumen.

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