Schneeflöckchen und so…


Draußen sieht es aus wie auf einer kitschigen Weihnachtspostkarte. Das ist ziemlich cool. Schneebedeckte Bäume, Sträucher, Dächer mit lustig aus dem Schornstein kringelndem Rauch. Hübsch.

Straßen und Wege tragen seit Tagen weiß, was zwar nett aussieht, mittlerweile aber doch ordentlich glatt ist, überall dort, wo es bespaziert und befahren wurde.

Laufen? Klar laufen! Aber so ganz nach Plan ist gerade nicht.Dienstag bin ich abends nochmal raus, weil ich dringenden Bewegungsbedarf hatte. Straßen größtenteils sichtbar immerhin, ein kurzer Lauf ins Stadtzentrum (ja, sowas gibt’s hier!) und zurück. So um die 3 km. Nicht viel, aber dennoch erholsam nach einem Tag, den ich zur Hälfte in einem Kleinwagen eingepfercht verbracht habe.

(Kurzer Off-Topic Ausfall: Kleinwagen sind für mich blöd, das Ding hat mehr geschluckt als mein großer, ich fühle mich eingeengt, eingeklemmt und absolut unwohl, und nein, ich will nicht hören, dass das ein hübscher kleiner Flitzer ist. Ich HASSE hübsche kleine Flitzer, und noch weniger will ich hören, dass ich ja schließlich auch nicht groß bin. Schon gar nicht von Männern, klar? 👿 )

Ok, da bin ich wieder. 🙂

Mittwoch gab es dann aus Zeitmangel leider wieder nur ein kurzes Läufchen, aber wenn man beide Läufe addiert, dann passt das schon.

Zum Tempotraining am Donnerstag wollte ich eigentlich aufs Laufband, aber dann geschah etwas Unfassbares: Ein großes helles Ding zeigte sich am blauen (!) Himmel! Die… äääh… Dings… na, ihr wisst schon… die große Lampe… irgendwas mit S… ich komm gleich drauf… Egal…

Da konnte ich einfach nicht aufs Laufband. Das ging nicht. Draußen konnte ich aber auch nicht wirklich auf Tempo laufen. Zunächst ließ es sich jedoch ganz gut an. Dank der PureGrit lief es sich recht trittsicher. Irgendwann kam ich allerdings an die Stelle mit den Schneeverwehungen. Oben eine angeharschte Fläche, drunter weiches Zeug, bei jedem Schritt der große Durchbruch oder Einbruch, verbunden mit einem leichten Anstieg, das war der Killer. In kürzester Zeit ging mir der Saft aus. Ich musste ein Stück gehen. Ich konnte dann zwar nochmals für etwa 2 km Tempo aufnehmen, aber mir fehlte die Kraft für die volle Einheit. Egal. Hauptsache draußen, auch wenn sich die … Dings… schon wieder weitgehend verzogen hatte.

Noch mehr Wunder geschahen an diesem Tag. Ich sollte endlich mein Auto abholen können – mit Kurzzeitkennzeichen, aber das ist eine andere Geschichte, die jetzt SEHR Off-Topic führen würde, auch wenn ich ein Buch drüber schreiben sollte.

Und dann, als wäre das noch nicht genug, fand ich auch ein weiteres Paket von Brooks vor der Haustür. Das war echt wie Weihnachten.

Brooks Paket2Schade, dass es gerade zu kalt ist um Nightlife-Hoodie und Tight zu testen. Kommt aber!

Sonntag dann war ich super-motiviert, zu einem 21km-Longrun zu starten. Ihr wisst ja… Ich und die Longruns… Seufz…

Muss ich erwähnen, dass es geschneit hatte, bzw. schneite? Vielleicht hätte ich die Tatsache, dass ein Katzenzahn einen meiner Trinkschläuche durchbohrt hatte, als Zeichen nehmen sollen. Aber gut, soooo schlecht war’s ja im Endeffekt dann auch nicht.

Ich lief über mehr oder weniger geräumte Straßen und Gehwege los, und freute mich, sogar den Feldweg als solchen vorzufinden. Longrun Schnee5 Longrun Schnee6Es lief sich schön über den dünn liegenden Schnee. Ich war ganz optimistisch. Das sollte leider nicht lange währen.

Irgendwann führte mich meine geplante Route leider runter von dieser traumhaften „Laufautobahn“ und in den Wald. Zunächst kein Problem, denn in den Fahrspuren des Försters lief es sich auch nicht schlecht. Dann jedoch…

Longrun Schnee4Der Schnee lag etwa 30cm hoch auf dem Weg. Egal! Nichts wie durch, ein Stück weiter kommt wieder ein Hauptweg, da ist bestimmt auch ein freundlicher Förster durch… Och nööööö!

Longrun Schnee3Seht Ihr dieses kleine Dreieck genau in der Mitte? Gesperrt wegen Holzfällung. Ich hörte zwar nichts, aber das war mir dann doch zu heiß, zumal man ja auch nie weiß, was der Schneebruch so anstellt.

Ok, also die 500 m zurück durch den Tiefschnee, bergauf…ächz!

Zeit für Plan B.

Ich wollte eine bekannte 10km Runde laufen und noch ein oder zwei Schleifen dranhängen. Dann sollte ich so etwas auf 20 km kommen. Zunächst sah das auch ganz gut aus.

Longrun Schnee2Schöne breite Fahrspuren, später dann ein freundlich plätschernder Bach.

Longrun Schnee1Als ich dann jedoch auf meiner Schleife ankam fegte der Wind sehr hässlich über die Ebene. Er brachte feinen fiesen Schnee mit. Instant-Frost im Trinkschlauch war die Folge. Ich hatte glücklicherweise noch eine dünne Windjacke dabei, allerdings verklemmte sich hier der Reißverschluss und mit meinen steifen Fingern war das eine schier unlösbare Aufgabe. Jetzt erst recht! dachte ich mir, und trabte frisch verpackt auf meine Schleife, die mich durch die vertrauten Felder führen sollte. Nur… wo genau eigentlich? Der Weg war so gut wie weg. Ein paar Spuren ließen erahnen, dass da schon jemand durchgegangen war. An die hielt ich mich. Ich traf ein paar Spaziergänger mit Kindern auf Schlitten und netten Hunden. Ein Schlitten wäre nicht schlecht gewesen.

Irgendwie kämpfte ich mich durch, um dann eine Straße zurück in den Ort zu wählen, weil ich aus dem Wind raus wollte. Die Straße hatte nur einen Haken: Sie geht recht steil bergab. Es war glatt, und die noch verbliebene Kraft in den Beinen schwand beim Zuschauen. Nach dann etwa 17km und einem weiteren glatten Anstieg kam ich völlig erschlagen zuhause an.

Der Muskelkater heute ist nicht von schlechten Eltern.

Trotzdem: Ich bin froh, dass ich draußen war. Der Trainingseffekt ist sicher unvergleichlich, und die Dusche war soooo schööööön!

Ich wette, am Mittwoch zeigt sich das helle Ding wieder, und sabotiert mein geplantes Tempotraining. Aber wenn’s nur das ist… He, helles Ding! Ich kann dich echt gut brauchen! Komm doch bitte mal wieder vorbei! Ist echt nett hier! Hallo? Haaaaallloooooo!

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19 Kommentare zu “Schneeflöckchen und so…

  1. Schneeeeeeeeeeee. Wie toll. In meinem Paket war übrigens ein Langarm Shirt (Essential Zip 1/2 oder so ähnlich)
    Eigentlich auch zu kalt um es zu testen. Aber es ist fester Bestandteil geworden, wenn ich Laufen gehe. So etwas kuschelig, fluffig tolles hatte ich beim Laufen noch nie an.

    • Ja, schon schön, aber zum Teil leider im Weg. 🙂
      Das Nightlife-Teil fühlt sich auch fluffig an, aber ein Neon-Shirt UNTER der schwarzen Jacke zu tragen ist irgendwie… falsch. Da warte ich doch lieber auf wärmere Tage. 😉

  2. Wow, durchgekämpft, nenn ich das. Der Schnees sieht traumhaft aus aber ist wohl der Killer jeden Trainingsplan. Wobei es sicherlich gute Trainingseffekte hat, wenn man die Füße so hochziehen kann.

  3. Im Schnee muss man wohl nie so weit laufen wie geplant um auf den gleichen Trainingseffekt zu kommen. Ebenso bei Glatteis. Da erfordert die Kraft schon genug Anstrengung die wir nicht mehr in unsere Kondition stecken können. Von daher ja alles richtig gemacht.

  4. Liebe Christiane,

    nett geschrieben, und schön, dass Dich der gelbe Ball nach draussen treiben konnte, mir geht es ja eher anders herum, gestern heftiger Wind und waagrechter Schnee…nix wie raus, aber lassen wir das 😉
    Tempotraining im Schnee ist nun wirklich eher in der Kategorie „Gefahr“ anzusiedeln, wobei ich Schilder, die einen Waldweg sperren, wegen Waldarbeiten grundsätzlich ignoriere und in den letzten zwölf Jahren habe ich auch nicht einen Waldarbeiter bei der Arbeit gesehen :mrgreen:

    Salut und viel Spass beim Schnee trampeln

    Christian

    • Danke!
      Ich finde „widriges Wetter“ durchaus auch cool, aber ich hab jetzt seit Wochen den gelben Ball nicht mehr gesehen, und das fehlt mir dann schon auch. Zum Tempotraining geh ich gleich aufs Laufband. Für die Schilder fehlen mir einfach die Nerven. Baum auf Hirn mag ich nicht…

  5. also bei uns sind meist waldarbeiter OHNE schilder zugange, zuletzt hatte ich ein warnschild wegen jagd (aber keine sperrung und ich war gelb genug gekleidet und sah nix&niemand).
    Deine bilder sind traumhaft, lange läufe sind das auch und vor allem gelten sie in schnee sowieso viel mehr, Deine 17 sind also MINDESTENS 21 normale!
    aber wozu um alles in der welt man bei dem schnee (diesen temperaturen << 20°+) auf 21km trinkschlauch brauchen sollte entzieht sich komplett meiner vorstellungskraft . . . sei's drum, bitte mehr davon, für uns zum lesen & Dir zum spaß+training!

    • Gut, dass Du kein Geweih auf hattest. 😀
      Danke für das Kompliment wegen der Fotos. Freut mich!
      Wegen Trinkschlauch: Bei 21 km bin ich im Longrun-Tempo etwa 3 Stunden unterwegs. Da reichen mir 2 Fläschchen am Gürtel einfach nicht. Und im Rucksack kann ich dann noch so Dinge wie Jacke oder Stirnlampe mitnehmen. Daher Trinkschlauch. 🙂
      Mehr gibt’s hoffentlich am WE. Jetzt ruft das Laufband. Möööö…

      • gürtel … ach ja … hatte ich auch mal … nehm ich alles nicht mehr mit, aber die geschmäcker sind ja unterschiedlich, viel spaß, wobei auch der mir völlig abginge — auf dem band — das geht GAR NICHT 😦

  6. Wenn ich diese Schneemengen sehe, dann war mein Schneelauf nicht wirklich einer… Bei soviel Schnee ist das wirklich anstrengend, und Tempotraining muss vorsichtig angegangen werden. Also, schön aufpassen!

  7. Wow, bei solch einem intensiven Lauf ist es dann wirklich egal ob 17 oder 20 Km.
    Toller Lauf und schöne Winterbilder !

    Ganz so viel Schnee liegt hier nicht mehr, aber gestern war es morgens auch unerwartet hell draussen und ich hab‘ mir mittags freigenommen um mit dem MTB ein paar Stunden durch die Winterlandschaft zu fahren, aber 1. kommt es anders und 2. als man denkt. Naja 1,5h habe ich dann doch noch geschafft…

    • Danke! Sorry für die späte Antwort. War eine heftige Woche.
      MTB im Schnee… hast du dann Spikes drauf? Oder einen guten Helm? Kann mir das gar nicht so recht vorstellen. Mein Fahrrad steht jetzt schon seit Wochen schluchzend in der Garage…

      • Nein, keine Spikes. Aber mit guten Reifen und auf Waldwegen geht es eigentlich ganz gut. Ganz schlimm sind natürlich ungeräumte Nebenstraßen. Die erinnern mich immer an die Straßen auf Island.
        Und Helm ist natürlich Pflicht – ohne geht gar nicht.
        Der fieseste Feind beim MTB-Fahren sind neben dem Glatteis natürlich noch die tollen Schneeverwehungen – ist immer wieder interessant wenn man da in der Hoffnung durchpflügen zu können reinfährt und diese dann doch zäher sind als erwartet. Da kann man dann das schnelle Notfallabsteigen sehr gut üben 🙂

  8. Pingback: Ein hübscher trailiger Trainings-Halbmarathon | laufkater

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