Ein hübscher trailiger Trainings-Halbmarathon


Neues Wochenende, neues Glück! Diesmal wollte ich die Strecke angehen, die ich mir eigentlich schon mal vorgenommen hatte, und dann dank Tiefschnee und Holzfällern abändern musste.

Ich hatte aus der letzten Woche gelernt, und mir trotz hier trügerisch abgetauter Straßen die Pure Grit an die Füße gebunden. Schließlich sollte es wieder in den Wald gehen, und ich hatte keine Lust, wieder zuviel Körner durch Rumrutschen zu verschenken. Ferner befand sich ein komplettes Twix in meiner Ausrüstung. Zuckernachschub war demnach garantiert, und (Trommelwirbel)… es schien die Sonne!

Selfie Schnee SonneSie schien sogar schon so kräftig, dass ich die Mütze abnehmen musste, weil mein Hirn zu warm wurde. Wahnsinn!

Auch die asphaltierten Wege hatte sie schon ganz gut trockengelegt.

Sonne trocknet WegeUnd die Spaziergänger und Walker hatte sie aus allen Ecken angelockt. War nix mit Liegestützte an Bank für den Strongman, auf jeder Bank saß wer und hielt sein Gesicht in die Sonne. Kurz hatte ich die Vision, einfach hinzumarschieren, und auf dem freien Rest Sitzfläche ein paar Liegestütze zu machen, ließ es dann aber. So ganz muss ich meinen Ruf ja nicht ruinieren.

Später, auf den einsameren Abschnitten fehlte mir dann die Moral für die Liegestütze. Die gibt’s dann morgen im Studio. 😉

Ich bog wieder in den Waldweg ein, der vor ein paar Wochen noch im Tiefschnee versunken war. Diesmal lief es sich deutlich besser, und zwischendurch stellte sich sogar ein Hauch von Frühlingsahnung ein. Oh, Grün! Wie hab ich Dich vermisst!

Ein Hauch von Frühling

Die Temperaturen allerdings waren nicht so ganz auf Frühling gestellt. In der Sonne war es zwar kuschlig, im Wald und im Schatten jedoch… brrr… da war noch was an Minus dabei. Das Warndreieck der Forstarbeiter stand übrigens immer noch da. Ich lauschte – keine Säge zu hören. Oh, what the hell! Einfach durch.

Ein paar halbherzig hingeworfene Äste zeigten, dass hier wohl tatsächlich jemand gewerkelt hatte. Mehr noch jedoch zeigte es der total zerfahrene und vermatschte Boden. Na dann… Strongman, ich komme! Rein in die Matsche! Schlörks!

Sobald die Füße warm sind, ist es ja nicht mehr so wild, wenn sie ein bisschen nass werden. Der Untergrund, der halb Matsch und halb Tauwasser-Bach war, und stellenweise immer noch von Schnee bedeckt, hatte es jedoch in sich. Wie entspannend, dass er weiter unten von einer Eisfläche abgelöst wurde…

Entgegen aller Wahrscheinlichkeit kam ich jedoch unbeschadet unten an, um nun auf einem hügeligen Waldweg vor mich hinzutraben. Die meiste Zeit lief ich immer noch auf Schnee rum, und war froh, mich für die Pure Grit entschieden zu haben. Das wäre sonst wieder eine üble Rutschpartie geworden. Irgendwann traf ich auf Spuren eines Rehs, die Vögel brüllten den Frühling herbei… lediglich die parallel zum Waldweg verlaufende B27 störte die Idylle etwas. Im Baumarkt gibt es heute Prozente. Wollten die alle da hin? Es war auf jeden Fall mordsmäßig Verkehr.

Ein giftiger Anstieg im Nachbarort verlangte nach der ersten Hälfte des Twix und einer Gehpause. Traf sich gut. Insgesamt fühlten sich meine Beine aber wesentlich frischer an als letzte Woche, so dass ich die kleinen Stinkefinger der Strecke ganz gut wegstecken konnte.

Ein prüfender Blick auf meine FR 305 dann und wann… ich war tatsächlich voll auf Kurs. Tatsächlich? Denn das, was das hinter dem Wildgehege verlief, war nicht so wirklich ein Weg. Gut, dass Schnee drüber lag, und ich die Wasserlöcher nicht sehen konnte. Pflatsch!… egal, war ja eh schon nass im Schuh. Hier traf ich auch meine Freunde, die Brombeerranken wieder. Aber dieser Abschnitt war dankenswerterweise recht flach und auch nicht allzu lang.

Über ein paar unspektakuläre Forstautobahnen landete ich dann an diesem kleinen Schmuckstück:

Brücke zum TrailDer folgende Trail lief parallel zum Bach lang, war stellenweise vereist, und bot die wundervolle Aussicht, im Falle eines Fehltritts sofortige Regeneration mittels Eisbad einzuleiten. Aber er war hübsch! Den will ich im Frühjahr unbedingt wieder laufen. Die 305 informierte mich darüber, dass es bald wieder bergauf gehen würde. In der Tat. Da hatte jemand eine Treppe in den Wald gestellt. Zeit für die zweite Hälfte Twix und den Zucker-Boost.

Trailtreppe

Am Treppenrand haben ein paar freundliche Naturfreunde für den durstigen Wanderer eine Quelle eingefasst. Die leicht fragwürdige 60er-Jahre-Ästhetik wird durch den Charme der Natur glücklicherweise ganz gut aufgefangen. 😉Brunnen oder Quelle

Ich konnte tatsächlich einen Teil der Treppe laufend bewältigen. Sollte ich allen Ernstes so was wie Form spüren? Nach der Treppe ging es aber – nun ohne Treppe – noch einmal so richtig hässlich bergauf, bis ich tatsächlich ohne mich einmal zu verfransen am Waldkindergarten rauskam. Hallo, Zivilisation. Das hieß nun aber leider auch, dass die letzten 6 km auf Asphalt zu laufen sein würden. Möööö… 😦

Endlich kam ich aber nun mal bei ausreichender Helligkeit an dem hübschen Mühlendenkmal vorbei, um es bildlich festzuhalten. Info Mühle MühleDass sich direkt schräg gegenüber die Kläranlage befindet, lasse ich mal unerwähnt und fotografiere ich auch nicht.

21,3 km und 356 positive Höhenmeter später befand ich mich dann wieder kaputt und glücklich an der Haustür.

Mann, was bin ich froh, nicht in einer Großstadt zu wohnen!

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11 Kommentare zu “Ein hübscher trailiger Trainings-Halbmarathon

  1. Nicht schlecht, Frau Laufkater. Mich machen Eure Schneebilder ja immer ganz kirre, wo hier einfach alles braungrün ist. Aber zum Laufen gehts ohne Schnee dann halt wohl schon besser. Ich lese schon, Du bist fit für den Strongman-Run.

    Als wir gestern spazieren waren, wurds aber auch hier, als die Sonne weg war, direkt wieder ungemütlich kalt. Aber dort wo sie scheint, hat sie schon schön Kraft. Der Frühling wird kommen.

    • Dein Wort in Gottes Ohr! 🙂 So ein bisschen an allgemeiner Kraft fehlt es schon noch, aber läuferisch sollte es schon gehen.
      Stimmt schon, Schnee ist hübscher als dieses trübe Winter-Braun, aber so langsam wäre Frühling auch ganz nett.

  2. Ein schöner Lauf und es klingt als ob du wirklich gut in Form bist. 356 HM einfach so bei dir vor der Haustür? Da bin ich ja doch ein wenig neidisch.

    • Danke! 🙂 Mein Gluteus spielt zwar jetzt das Lied vom Tod, aber das war’s wert.
      Höhenmeter sammeln ist hier leicht. Es ist eher ein Problem, ein flaches Stück für Tempotraining zu finden.

  3. Gut gemacht…das war eine kleine Revanche, wie mir scheint 🙂
    Treppen sind doch etwas herrliches, v.a. wenn sie schön steil und unregelmäßig beschaffen sind, das gibt Saft in die Oberschenkel…oder war es Macht? 😉

    Salut

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