Tempotest 2.0


Stadionbahn 1Vicsystem weiß auch nicht, was es will…

Zur Einstufung der Leistungsfähigkeit möchte es einen Testlauf über 4km haben. Folgendes sind die Bedingungen:

„Beim Testlauf geht es darum, eine flache Strecke von 4’000m so schnell zu laufen, wie Du kannst. Dabei sollten die zweiten 2’000m etwas schneller gelaufen werden, als die erste Hälfte.“
Das ist soweit mal eine klare Ansage. Weiter heißt es:

„Der Testlauf ist einmalig. Das VICSYSTEM passt sich danach aufgrund Deiner Resultate im Training laufend Deiner Leistungs­entwicklung an. Je nachdem, wie Du die vom VICSYSTEM vorgegebenen Trainingseinheiten absolvierst, kann sich Dein Training schon am nächsten Tag verändern. Deshalb ist es wichtig, dass Du ausgeführte Trainingseinheiten immer im System einträgst und zwar am besten gleich nach dem Training aber auf jeden Fall vor dem jeweils nächsten Training.“

Nun, das stimmt so nicht ganz, denn irgendwie hab ich das Gefühl, dass sich im laufenden Training da gar nichts anpasst.

Dafür taucht nach einer Weile ein gelbes Kästchen auf, das einen freundlich daran erinnert, dass man doch mal wieder einen Testlauf machen sollte.

Heißt also: 10 Stadionrunden, davon 5 anstrengende, 4 saumäßig anstrengende und eine höllische.

Am Mittwoch gab ich mir endlich einen Ruck.

Leider waren keine Schulsport-Klassen im Stadion, so dass ich keine Ausrede mehr hatte. Dafür ein traumhaftes Wetter. Auch nicht schlecht.

Mein Einlauf-Programm ist der Weg von zu Hause bis zum Stadion. Sind 1200m, was wunderbar passt.

Je näher ich der Startlinie kam desto unausweichlicher kamen diese 10 Runden näher. Aaaaah!

Ich entledigte mich meiner wärmenden Weste, sowie der Trinkflasche und des iPhones auf der menschenleeren Tribüne. Ich hab gemerkt, dass selbst die inspirierendste Musik oder packendste Story mich nervt, wenn ich mich sehr anstrengen muss. Nun gut…

Mein Plan war, die erste Hälfte so wie beim letzten Mal im 6er-Schnitt oder knapp darunter anzugehen, und dann auf der 2. Hälfte auf jeden Fall eine 5 in die vordere Hälfte der Pace zu setzen.

5 Meter Anlauf, jetzt gibt es kein Zurück mehr, Go, Garmin!

Die ersten 3 Runden waren nett. Ich erinnerte mich daran, wie schwer es mir von ca. 1/2 Jahr noch gefallen war, eine 6er Pace zu halten. Das ging nun relativ einfach. Es war zwar nicht gemütlich, aber ganz ok. Wie von selbst verschob sich mein Schnitt in Richtung 5:50. Cool! Runde 4 und 5 waren daher auch noch ganz ok. Ende der 5. Runde hatte ich eigentlich nicht so richtig Lust, das Tempo anzuziehen. War doch so schön hier… Aber gut…

So ab Runde 7 sehnte ich mir das Ende herbei. Runde 8 und 9 waren ganz fies, die letzten 100m von Runde 10 (hat mal jemand gemessen, wie lang 100 m sind, wenn man am Anschlag ist?) versuchte ich, noch zu geben, was geht.

Kurzer Schwindel hinter der Ziellinie, dabei war mein Puls nicht annähernd so hoch wie beim letzten Mal. Aber das verging zum Glück sehr schnell. Als ich wieder geradeaus schauen konnte, belohnte ich mich noch mit einer kleinen Barfuß-Runde auf dem frisch gemähten Fußball-Feld.

Mit 23:07 Minuten habe ich mein Resultat um 1 Minute im Vergleich zum letzten Mal verbessert. Das finde ich ziemlich gut.

Und die Belohnung?

Tja, vicsystem hat jetzt meinen Plan ganz schön nach oben geschraubt. Na toll… Aber nun, geschenkt kriegt man halt nix, auch keinen Marathon. Deshalb werde ich das wohl mal so anpacken. Allerdings lasse ich mich davon auch nicht verrückt machen. Was geht, geht, und was nicht geht, geht halt nicht.

Als Motivationshilfe habe ich übrigens von Garmin den FR920XT zum Testen bekommen. 🙂

Damit werde ich Euch in meinen nächsten Beiträgen sicher beglücken.

Schon mal vorweg: Das Ührchen gibt es nicht geschenkt. Sollten wir jedoch nach Abschluss der Testphase allerbeste unzertrennliche Freunde geworden sein, darf ich es zu einem reduzierten Preis, der jedoch immer noch nicht aus der Portokasse zu bezahlen ist, erwerben. Mal sehen…

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13 Kommentare zu “Tempotest 2.0

  1. Ich kriege schon Schwindel beim lesen. Zum Glück kann ich mich von solchen Foltermethoden immer wieder verstecken. Ich glaube nicht dass ich mich soooo quälen könnte wie Du!
    Respekt!

  2. Liebe Christiane,
    wie muss ich das verstehen? Du quälst Dich über 10 Runden im Stadion um dann eine Anleitung zu bekommen, wie Du Dich am besten weiter quälen kannst? ❓ Ich habe das Gefühl nur noch von Masochisten umgeben zu sein :mrgreen:

    Komm doch mal zu mir ins Remstal, ich habe hier auch ein paar nette Hügel und Rampen, da kann man sich auch ohne Plan sehr gut quälen 😉

    Aber ganz ehrlich, das hast Du auf jeden Fall respektabel durchgezogen.

    Salut
    Christian

    • Ich glaube, Du hast das gerade in seiner ganzen Absurdität voll auf den Punkt gebracht. Ist das jetzt gut oder schlecht? 😀
      Remstal? Klar! Ist sicher schön da. 🙂 Vielleicht schaffen wir das ja mal.
      À plus!

  3. Manchmal bin ich froh, dass ich keine Trainingspläne laufen „kann“. Aber super gemacht.. verbessert und, wenn ich es richtig interpretiere, auch gar nicht so anstrengend wie beim letzten mal Training hilft tatsächlich. 🙂

    • Scheint so… 😀
      Stimmt, insgesamt hat es sich deutlich besser angefühlt als beim letzten Mal, auch wenn es gegen Schluss nicht mehr ganz lustig war.
      Ich glaube, ohne Trainingsplan ginge bei mir nicht viel. Ich würde immer noch in einer 9er Pace durch die Landschaft schlappen. Das ist natürlich überhaupt nichts Verwerfliches, aber es motiviert schon, wenn alles so langsam ein bisschen besser läuft.

  4. Herzlichen Glückwunsch zur tollen Verbesserung! Es lässt mich ja denken, dass ein Trainingsplan vielleicht gar nicht so schlecht wäre – denn ich schlappe ja immer noch im 7er-8er pace herum. Allerdings fehlt mir da doch deutlich dein Quälwille.

    • Danke!
      Ein Trainingsplan hilft mir vor allem beim Dranbleiben. Allerdings ist das mit dem Quälwille so eine Sache. Kann ich schon, aber das gute vicsystem geht mir jetzt doch zu weit. 7er und 8er Pace sind doch gut. Da hat man was von der Landschaft! 🙂

  5. Wah… ich krig Gänsehaut und Atemnot, wenn ich das nur lese! Ich glaub, wenn das System mich so schindet, würd ich es hassen und es dazu verdammen, doch selbst die 10 Runden zu laufen 😛
    Aber Respet, dass du das so durchziehst !

  6. Pingback: Der letzte Longrun… | laufkater

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