Marathon – #mimimi – noch 27 Tage


Es sind nur noch wenige Tage bis zum 11. Oktober. Tag X. Der Tag, an dem ich zum ersten Mal die 42,195 km unter die Socken nehmen will. Und es scheint mir gerade unerreichbarer denn je… Seufz!

Ich bereite mich ja jetzt seit April eigentlich konsequent vor, aber irgendwie habe ich subjektiv das Gefühl, dass es noch ein riesig weiter Weg ist und die Zeit dafür zu kurz.

Vielleicht nur das übliche Selbstzweifel-Monster-#mimimi

Ich habe gerade das Gefühl, auf der einen Seite enorme Trainingsfortschritte zu machen: Strongman gerockt, 10 km PB gelaufen, lockere Einheiten super locker, super spaßig. Intervalle sind cool. Total happy und flow und so.

Und auf der anderen Seite fallen mir die Longruns, die ja nicht gerade unwichtig sind, gerade immer schwerer. Und das macht mir Sorgen. Denn eigentlich waren die für mich immer mit das Schönste an der ganzen Trainingswoche.

Gut, vielleicht hängt es auch von den äußeren Umständen ab. Den gestrigen Longrun musste ich zum Beispiel mit einem für mich großen Schlafdefizit in Angriff nehmen.

Das Wetter war ein Traum. Die Landschaft auch.

Baum im Wasser Weg nach Gunningen

Und trotzdem hatte ich nach jedem dieser Fotos jedes Mal das Gefühl, eigentlich nicht weiter laufen zu wollen. Die ersten 5 km des gestrigen 18ers waren eine ziemliche Quälerei. Danach wurde es etwas besser.

Der Longrun davor war der missglückte Versuch, einen rundenbasierten 3-Stundenlauf zu machen mit der Trinkflasche im Kofferraum vom strategisch geparkten Auto. Das war komplett doof. Irgendwie hatte ich vorher nicht genug getrunken, die Wärme unterschätzt, zunächst die falschen Schuhe an. Ende vom Lied: Ich hatte höllisch Durst, trank am Auto immer zu viel auf einmal, daher Magen-Aua und von den Schuhen Knie-motz. Schuhwechsel half dann zwar gegen die Knie, aber der Durst blieb. Ätz! Nach 2:58 Stunden kapitulierte ich mit dem Gefühl, versagt zu haben. Dabei fehlten nur noch lächerliche 2 Minuten, aber ich hab’s nicht mehr gebracht.

Der Longrun davor begann schon gleich mit Knieproblemen. Dabei hat das Knie nix. Es sind die Muskeln drum herum, die dicht machen.

Nun, das macht 3 Longruns in Folge, die irgendwie bescheiden waren, und das stimmt mich nicht so rasend zuversichtlich. Schließlich werde ich knapp über oder knapp unter 5 Stunden unterwegs sein, und wenn das von Anfang an doof ist… macht’s keinen Spaß.

Jetzt am Wochenende möchte ich eigentlich den HM auf der Reichenau mitnehmen, aber seit ein paar Tagen zickt mein Fuß, und ich weiß gerade nicht so recht, weshalb, und was machen. Beim Laufen geht es ihm eigentlich gut, aber in den Pausen dazwischen nicht. Und er kann sich auch nicht so recht entscheiden, wo es ihm eigentlich weh tut. Erst hab ich auf die Achilles-Sehne getippt, hab viel gedehnt, geblackrollt und gekräftigt. Jetzt geht’s der Sehne super, aber der Schmerz hockt im Knöchel und knirscht vor sich hin. Aber manchmal sitzt er auch ganz woanders. Und manchmal ist er auch ganz weg. Ich glaube, zum Arzt gehen bringt bei so diffusen Dingen nichts. Ich wüsste auch nicht wirklich, wann.

Morgen werde ich wieder Rad fahren statt laufen, und dem Fuß eine kleine Auszeit gönnen. Keine Ahnung, ob so ein HM jetzt eine gute Idee ist oder nicht…aber lang laufen müsste ich ja auch ohne Wettkampf… Mööööö… 😦

Eigentlich liebe ich meine kurzen lockeren Läufchen zwischen den Trainingstagen, aber die Vernunft sagt im Moment, lieber mal einen Tag Pause machen.

Oh Mann, das ließt sich alles irgendwie so gar nicht runhappy… Bitte sagt mir, dass das der ganz normale Vor-Marathon-Blues ist! Denn eins steht trotz allem #mimimi fest: Ich will dieses Ding im Oktober laufen!

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22 Kommentare zu “Marathon – #mimimi – noch 27 Tage

  1. Das schaffst du auf jeden Fall beim Schwarzwald Marathon. Glaub mir. Ich will Sonntag in Karlsruhe Halb oder Ganz Marathon laufen und fühle mich genauso schwer träge und nicht in der Lage, weiß aber genau, dass dieses Gefühl in dem Moment vergessen ist wenn vorne die Startpistole knallt. Also einfach an vergangene tolle Läufe denken und #runhappy bleiben!

  2. Wie lang (in KM) waren denn die Long Runs? Die Trainingspläne, die ich kenne, empfehlen drei oder mehr Läufe über 30 km.
    Bei meinem ersten Marathon letztes Jahr habe ich dann gleich fünf gemacht. Das gibt Sicherheit.

  3. Auch wenn ich mich damit vielleicht unbeliebt mache…aber genauso ging es mir im letzten Jahr. ich habe ein Long Run nach dem anderen verkackt und dachte immer, ach das schaffst du schon! Letztendlich war der Marathon schrecklich und ich lag hinterher ellenlang flach. ich würde das nicht nochmal machen und dir auch von abraten. 24km in der Vorbereitung sind nicht lang. Ich hatte dir damals geraden mindestens mal nen 30 zu laufen und dazu steh ich auch jetzt noch. Der Marathon wird sehr zäh für dich wenn du in der Vorbereitung nur bis 24kommst…. Vielleicht wird ja dein nächster Long Run besser! Ich drücke dir die Daumen, aber wie gesagt, cih würde es nicht nochmal tun…
    Wer weiß jeder ist anders. Nachher läufst du mit einem Lächeln durchs Ziel und alles ist toll, oder du endest so wie ich damals. Schau dir auch mal die Marathonberichte von Jenny (beingfitisfun) und Meckycaro an. Die laufen ja in etwa dein Tempo. LG aus dem Katzenland

    • Nee, Du machst Dich nicht unbeliebt. Ich denke auch, dass ich übernächste Woche einen 30er einplane, vorausgesetzt, der Fuß macht mit. sonst wird es sowieso ein Problem. Danke für die Lektüretips. Da schaue ich später mal rein!

  4. Liebe Christiane,

    ich denke, das gehört dazu, das Gefühl, dass es an allen sensiblen Stellen juckt und zwickt, dass man zu wenig getan hat und überhaupt….
    Mach Dein Ding und v.a. hab Spass daran 🙂

    Salut

  5. Kenn ich auch alles – und zwar nicht nur vom ersten Marathon. Ich kann dir nur zwei Ratschläge geben, die du bestimmt schon 87887x gehört hast, die trotzdem aber wichtig sind. 1. Geh bloß ausgeruht an den Start und glaube nicht, dass du in den letzten 14 Tagen vorm Marathon noch irgendetwas aufholen kannst, was du vorher versäumt hast. Also: der letzte lange Lauf spätestens am 27.9. Und 2. Lass dich bei Marathon nicht zu irgendeinem Tempo hinreißen, das nicht deins ist. Du wirst euphorisiert sein und am liebsten die ersten 10 bis 25 km fliegen wollen – da musst du aber leider vernünftig sein und auf die Bremse drücken! 1000x kannst du dir vorher sagen, dass dir die Zeit total egal ist, auf der Strecke gehen die meisten Leute dann aber doch zu schnell an.

    • Oh, das 87888 Mal schadet auch nicht! 😉
      Ich werde das alles beherzigen. Das mit dem Tempo kann ich. Und wenn mir alle davon laufen. Das habe ich schon bei genügend Läufen trainiert. Da bin ich ganz entspannt. Ich gehöre auch zu den grusligen Leuten, die es schaffen, nur 1 Salzstange zu essen. 😀

  6. Aus meiner Sicht hast du entschieden zu wenig lange Läufe, sie sind das A & O , dazu ein gesundes Fundament über Jahre, aber ich glaube, das sagte ich schon

    Schmerzen sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, schon gar nicht, wenn man einen langen Lauf plant, darum tust du gut daran, zu pausieren.

    Wenn du langsam und mit Bedacht läufst, erreichst du zwar Ziel, nach ca. 30 km wirst du kämpfen müssen, da dir die Ausdauer (noch) fehlt.

    Entschuldige meine Offenheit, aber ein Marathon ist eben kein Spaziergang, da sollte man schon eine Vielzahl von langen Kanten unter den Füßen gehabt haben.

    Viel Glück ! 😎

    • Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Ich finde Offenheit gut! Ich rechne damit kämpfen zu müssen. Sehr sogar. Aber ich werde das Ding langsam angehen. Immerhin laufe ich auch nicht erst seit gestern – ok, mit Deiner Lauferfahrung kann ich natürlich nicht mithalten. Das können wohl nur wenige. Umso mehr schätze ich Deine Kommentare. 🙂
      Aber ich denke, dass ich nicht leichtfertig und völlig unvorbereitet da reinstolpere wie so mancher. Ich hab mich jetzt auf den runningcoach-Plan verlassen, und ich hoffe, er hält, was er verspricht. Nächstes WE noch den 30er, und dann geht’s ins Tapering. Und dann werde ich sehen. Vielleicht mehr, als mir lieb ist. 😉

  7. Auch wenn es in der Bloggerszene ausgesprochen unpopulär ist, kritische Dinge zu äußern, und demgemäß auch hier die „Tschakka-du-schaffst-das!“-Sprüche überwiegen: Ich seh das so wie Margitta! Dir fehlt noch die Ausdauer, um einen Marathon zu laufen!

    Die körperlichen Wehwehchen, die sich in den letzten Wochen gehäuft haben, halte ich nicht für normales Genörgel des Körpers, sondern für Warnsignale, die anzeigen, dass du in eine Verletzung reinläufst. Gut, zu meiner kritischen Einschätzung tragen sicher eigene miese Erfahrungen bei (ich habe mich in einer M-Vorbereitung relativ lange ins Verletzungsaus katapultiert, weil ich ähnliche erste Warnsignale übergangen habe) – ich wünsch dir sehr, dass es bei dir anders und besser läuft.

    Aber ich versteh nicht, warum es unbedingt ein Marathon sein muss, wenn man gerade mal ein bisschen mehr als die Hälfte der Wettkampfdistanz im Training schafft und sich selbst damit sehr schwer tut. Auch jemand, der „nur“ HM läuft (oder 10 km oder 5 km) ist eine richtig Läuferin! Und ich lauf lieber solche kürzeren Distanzen als längere zu „laufwandern“, weil mein Körper nicht bereit und in der Lage ist, mich so weit flüssig durchlaufen zu lassen.

    Wenn dein Marathon noch was mit runhappy zu tun haben soll, kann ich dir nur raten, extrem vorsichtig anzulaufen und keinesfalls in der Wettkampfeuphorie zu flott zu starten. Ansonsten wird es nämlich nicht erst am km 30 hart, sondern schon kurz nach der HM-Marke. Und dann werden aus den anvisierten ca. 5 Stunden ruckzuck 5:30-6:00, von denen du mindestens ein Drittel gegangen bist. Ob dich das befriedigt, wirst du selbst wissen oder herausfinden.

    Nichts für ungut – ist halt meine Meinung,
    Anne.

    • Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar, und dafür, dass Du Dir so viel Zeit genommen hast. Ich finde vieles, was Du hier in Frage stellst, so wichtig, dass ich dem einen eigenen Beitrag widme. Schreibe gerade daran. 🙂

  8. Liebe Christiane,

    ich hoffe du hast nicht allzu viele Meinungen hier, aber als echte Schneckenläuferin mag ich dir auch meine Meinung schreiben.

    Erstens vor jedem langen Wettkampf fühlt es sich so an als sei es unmöglich. Ich finde das sagt gar nichts über den Trainingszustand aus. Kann gut sein, kann schlecht sein.

    Als ich hier anfing zu lesen liefst du ähnliche Schnellheiten wie ich. In der letzten Zeit hast du dich aber unheimlich stark auf den kürzeren Strecken verbessert. Irgendwie muss sich dass doch auf einen Marathon auswirken, so dass es mir nicht unwahrscheinlich scheint, dass du das gut schaffen kannst. (Ich schaffe das ja auch nur halt langsam und ja auch mit einzelnen Gehpausen.)

    Die 24 km sorgen mich schon ein wenig. Ich glaube Trainingspläne sagen nicht länger als 3 Stunden, weil sie davon ausgehen, dass mann dann in 3.5-4.5 Stunden den Marathon beendet. D.h. man kann sich bei 3 Stunden nicht ganz verausgaben und dann beim Marathon and die Laufgrenze gehen.

    Wenn man aber Marathon in 5-6 Stunden läuft geht man als Schneckenläuferin jenseits der NurLaufgrenze und ab 4.5 Stunden wird es dann richtig schwer. Sich darauf vorzubereiten durch Läufe von 3.5-4.5 Stunden halte ich für richtig. (Habe ich so noch nirgendwo gelesen, aber ich hatte den Eindruck, dass 30-35 km mir hilft auch wenn es gerade auf Trails im Sommer recht lange dauern kann.)

    Also mach auf jeden Fall den 30er, geh langsam an und mach vielleicht ab und zu mal eine kurze Gehpause anstatt am Ende allzu sehr zu leiden.

    Alles Gute!

    • Vielen Dank für Deine Tipps! Ich werde den 30er auf jeden Fall machen.
      Ich denke aber auch, dass die Verbesserung auf den kürzeren Distanzen dafür spricht, dass mein Trainingszustand allgemein nicht so schlecht sein kann. Ich habe mal einen „Ankommen“-Marathon-Plan aus der RW angeschaut, und festgestellt, dass ich da doch deutlich mehr getan habe, als dieser Plan fordern würde. Ich glaube, bei den letzten 3 langen hatte ich einfach Pech. Gehpausen habe ich sowieso schon fest eingeplant. Ich dachte so an alle 5 km. Müsste sich in etwa mit den Verpflegungsstationen decken.

  9. Liebe Christian,

    ich bin ja noch nie einen Marathon gelaufen aber ich vermute, das ist völlig normal. Selbst bei meinen HM hatte ich solche Zweifel und dann hat alles wunderbar geklappt.

    Also… wird schon!
    Anja

  10. Pingback: Warum Marathon? | laufkater

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