Tulpen…äh…Hoodies aus Amsterdam! – Brooks Bloggertreffen in Amsterdam


Es gibt Menschen, die verbringen ihr ganzes oder halbes Arbeitsleben damit, von einer Metropole zur anderen zu jetten. Ich nicht. Ich bin da eher der sesshafte Typ. Es muss schon etwas Außergewöhnliches sein, was mich dazu veranlasst, an einem ganz normalen Wochenende zwischen zwei Arbeitswochen einfach mal Samstag Nacht um 2 aufzustehen, zum Flughafen Stuttgart zu fahren, in den Flieger nach Amsterdam zu steigen, um nur einen Tag später wieder im Flugzeug die Heimreise anzutreten. Aber die Einladung zu so einem coolen Event konnte ich einfach nicht ausschlagen.

Die Hinfahrt gestaltete sich inklusive Nahtoderfahrung (ein Porsche überholte mit ca. 200 Sachen auf dem Pannenstreifen, obwohl die 3-spurige Autobahn abgesehen von meinem Auto völlig frei war) schon recht speziell. Je näher der Stuttgarter Flughafen rückte, desto dichter wurde der Verkehr, und ich war überrascht, wie viel um die Zeit dort schon los war. Am Sicherheits-Check gab es daher recht lange Warteschlangen, und ich war froh, nur mit Handgepäck zu reisen.

Der Flug verlief völlig problemlos und ruhig. Leider waren wir zu früh dran, um einen Sonnenaufgang zu erleben, so dass der Vogel im dämmrigen nebligen Amsterdam runterging, ohne dass ich ein tolles Foto hätte machen können. Nur 50 Minuten, und man ist plötzlich völlig woanders. Surreal.

Dank Facebook wusste ich von anderen Bloggern bereits, dass es ein Shuttle zum Hotel geben würde. Nur wo? Der Flughafen Schiphol ist gigantisch, und ich wusste zunächst nicht so recht, wie überhaupt da raus kommen. „Mind your step… mind your step…“ quäkte eine monotone Stimme an jedem Förderband. Wohl auch noch nicht ganz wach…

Nachdem ich schließlich durch eine völlig unauffällige Tür mit Hilfe der Info einer Putzfrau endlich ins Freie trat, war es schon ein Stückchen heller.

Flughafen außen Iamsterdam Tower

Hallo, Amsterdam!

Nachdem ich herausgefunden hatte, dass ich den Lageplan, den man sich aus einem Info-Automaten gratis rauslassen konnte, falschrum hielt (Ja, es war zu früh…), fand ich auch den Shuttle-Stand.

Dort befanden sich bereits eine Handvoll Marathon-Starter, die jedoch in einem anderen Hotel untergebracht waren. Im Shuttle bekam ich sofort ein Registration-Form ausgehändigt. Weshalb ich dieses an der Rezeption exakt so noch einmal ausfüllen durfte, entzieht sich meiner Kenntnis, ebenso eine Reihe weiterer Merkwürdigkeiten, wie dass mein Zimmer nicht bezahlt und ohne Frühstück gebucht sei. Hä? Brooks würde uns ja wohl nicht verhungern lassen! Da ich mich aber vor lauter Müdigkeit im „Ist-jetzt-auch-egal-Modus“ befand, reichte ich der Rezeptionistin meine Kreditkarte, um mich dann noch mal aufs Ohr zu hauen, bevor es um 11 losgehen sollte. Ich war ja schon dankbar, dass überhaupt schon ein Zimmer frei war. (Das mit dem Hotel haben die Mädels vom Brooks-Team später geklärt… und hatten viel Spaß dabei. 😉 )

Der Blick aus dem 16. Stock war schon cool, leider nur sehr trübe.

Blick Hotel Tag

Daher ging es auch per Taxi und nicht – wie ursprünglich geplant – per Fahrrad zum Olympiastadion. Dort befand sich nicht nur der Startbereich und die Marathonmesse für den Amsterdam-Marathon, sondern auch das brandneu eingerichtete Brooks Headquarter für Europa.

Brooks Eingang

Präsentierte es sich von außen noch dezent unspektakulär, so waren wir doch echt von den Socken, als wir eintraten, und von zwei Brooks-Mitarbeiterinnen sehr herzlich und mit holländischen Waffeln empfangen wurden.

Brooks Graffiti Brooks Lobby Brooks Lobby2

Hier ließ es sich definitiv aushalten!

Wir durften auch wirklich fast überall unsere Nasen reinstecken, allerdings natürlich nicht überall fotografieren. Ich würde aber sagen, es gibt wahrhaft schlechtere Arbeitsplätze, auch wenn die Aussicht auf die Dixie-Klos des Marathons das Betriebsklima für ein paar Tage wohl marginal beeinträchtigen sollte… 😀

Brooks Graffiti2 Blick aus Brooks Office Tischtennis Dixies

„Gearbeitet“ haben wir natürlich auch. Dafür ging es in den Showroom. Hier durften wir zwar alles bestaunen und berühren, leider aber nicht alles ablichten, weil noch zu heiß. Da es von jedem Schuh leider nur den linken und nur eine Größe gab, hielt sich die Versuchung, was mitzunehmen, in Grenzen. Bei der Kleidung jedoch… Haaach!

Kleidung 1 Kleidung 2 Kleidung3 Schuhe

Und so kam es, dass Sascha mal so ganz unverfänglich in den Raum stellte, wie cool es doch für unsere Blogs sei, wenn wir alle so ein Hoodie mit hohem Wiedererkennungswert hätten. So ein schönes blaues Brooks-Hoodie zum Beispiel…

Nun, immerhin befanden wir uns direkt an der Quelle. Und nach dem leckeren Mittagessen gab es „Bescherung“! 🙂

Wir haben uns alle gefreut wie die kleinen Kinder!

Hoodies

Und während Dominik und Carmen noch von EuroSport interviewt wurden, und daher nicht auf dem Bild sind, hüpften wir mit unseren Hoodies durchs Office.

Anschließend ging es zur Marathonmesse, um die Startunterlagen abzuholen. Sascha, Carmen, Dominik, Marcel und Mario würden laufen, wobei sich Carmen und Caro zu einer inoffiziellen Staffel zusammen taten. Angesichts meines erst eine Woche zurückliegenden Marathondebüts, verzichtete ich dankend auf den Start. Alex beschloss spontan, den ersten HM seines Lebens in Angriff zu nehmen.

Am Brooks-Stand erwarteten uns dann eine Reihe witziger Aktionen. Unter anderem gab es eine bewegliche Videowand, vor der man laufend sein individuelles Helden-Video filmen lassen konnte.

Brooks Stand Brooks Stand2 Brooks Stand3 Brooks Stand4 Brooks Stand5 Brooks Stand7

Zu guter Letzt hielt uns noch ein Mitarbeiter eine weitere Ghost-Sonderedition unter die Nase, die es leider nicht nach Deutschland schaffen wird… Seufz!

Brooks Stand8

„Don’t touch! It’s hot!“ Das hielt jedoch Carmen nicht davon ab, sich den Schuh zu schnappen und damit davon zu rennen. Leider kommt man mit nur einem Schuh nicht weit… 😀

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel geht es dann weiter mit einer Stadtführung. Endlich darf ich mal selbst erleben, was in vielen Artikeln als großer Trend bezeichnet wird: Eine geführte Lauftour.

Unser Guide Peter holt uns zunächst mit dem Fahrrad ab, damit wir schneller ins Zentrum kommen. Ganz ehrlich, wer in Amsterdam Auto fährt, ist selber schuld. Das Radwegenetz ist so gigantisch ausgebaut, dass so manche Kleinstadt mit ihren (Auto-)Straßen dagegen alt aussieht. Jeder Amsterdamer – so berichtet mir später ein Taxifahrer – besitzt im Schnitt 3 Fahrräder, die er an strategisch wichtigen Punkten in der Stadt platziert. Allerdings ist auch die Diebstahl-Quote extrem hoch, so dass kaum jemand ein neues Fahrrad im öffentlichen Raum benutzt. Überall sieht man nur gemütliche, betagte Hollandräder. Auch wir ketten unsere Hotelräder mehrfach aneinander, um vor bösen Überraschungen geschützt zu sein. Es nieselt immer noch und ist kalt, aber Läufer kann ja bekanntlich nichts aufhalten.

Meine Beine sind noch ein bisschen platt, und eigentlich sollte ich in der Regenerationsphase ja gar nicht laufen, aber  das will ich mir nicht entgehen lassen. Weil wir auch viele Zwischenstops machen, an denen Peter uns diverse Dinge erklärt, wird es aber auch nicht wirklich zu anstrengend.

Alle Details der Tour zu erklären, würde den Rahmen sprengen, daher nur ein paar Highlights:

Die Stadt ist vom Wasser geprägt, das sie in den zahlreichen Grachten durchzieht, an denen reihenweise Hausboote ankern. Das Wasser ist auch schuld an den teilweise abenteuerlich schiefen Häusern, welche – so versichert uns Peter – mittlerweile im Inneren alle völlig saniert sind, und nur äußerlich so gewagt aussehen.

Der Amsterdamer an sich scheint tiefenentspannt – böse Zungen mögen jetzt behaupten, dass das an der Graswolke liegt, die über der Stadt hängt. Aber es ist wirklich auffällig, dass uns absolut niemand ungeduldig anmotzt, obwohl wir – echte Touris halt – an allen möglichen Punkten blöd rumstehen, bzw. rumfahren und alle aufhalten. Eine Braut, die auf einer Brücke posiert, wird zum Fotobomben-Opfer, sieht das aber echt locker, und steigt direkt samt Fotograf drauf ein.

In den Boden in der Nähe des Rotlichtviertels sind bronzene Brüste eines geheimen Künstlers eingelassen. Hier wird nichts verschämt versteckt, die Stadt präsentiert sich äußerst offen. Lediglich Fotos sollten wir hier nicht machen, um Ärger zu vermeiden, warnt uns Peter, und wir halten uns daran.

Leider wird es recht bald dunkel, und wir müssen Peter verabschieden, nachdem wir uns auf den Fahrrädern (sie waren noch da!) wieder zurück zum Hotel geschlottert haben. Mann, ist das kalt!

Nach einer schönen heißen Dusche lassen wir den Abend in einer urigen Location ausklingen, deren Essen wirklich sehr lecker ist. Allerdings müssen wir eine ganze Weile darauf warten, weil die Bedienung, nachdem Sascha als Vorspeise „Bitterballen“ für alle geordert hat, den Hauptgang vercheckt. Das ist ein bisschen hart, wenn man wie ich seit 2 Uhr wach ist, oder wie die anderen am nächsten Morgen Marathon laufen will.

Aber weil die „Bitterballen“ (kleine frittierte Dinge) so lecker sind, nehmen wir es weitestgehend locker. Kneipe

Als wir die Gaststätte verlassen, ist das Lokal brechend voll. Scheint also auch bei Amsterdamern einen guten Ruf zu genießen.

Bettzeit! Gute Nacht, Amsterdam!

Nacht

Am nächsten Morgen genießen wir Nicht-Marathonis ein spätes Frühstück im Hotel-Restaurant mit großartiger Aussicht.

Frühstück

Leider bleibt das Wetter nicht so verheißungsvoll, sondern es fängt ziemlich an zu regnen, ist kalt und allgemein bäh. Und so entschließe ich mich schweren Herzens, und auch weil die Verkehrslage rund um den Marathon sehr unklar ist, bis zum Abflug im Hotelzimmer zu bleiben, und dort Schreibtischarbeit zu erledigen, die mich sonst die ganze Woche bis um 10 Uhr abends beschäftigt hätte.

Wir verabschieden uns herzlich voneinander, und Bengü und Nicole vom Brooks-Team haben noch ein kleines Geschenk für uns. 🙂

Kit Kit2

Dann bringt mich das Shuttle zum Flughafen, und ich sehe schließlich zum ersten Mal seit Tagen die Sonne. Hat sich über den Wolken versteckt, das hinterhältige Ding.

AirportKLMSonne Sonne2

Mit diesen Bildern geht ein sehr schönes Wochenende für mich zu Ende. Danke an Brooks, und an Sascha, Alex, Carmen, Dominik, Bengü, Nicole, Caro und Mario für die schöne Zeit!

Ich vermisse Euch jetzt schon…

Advertisements

14 Kommentare zu “Tulpen…äh…Hoodies aus Amsterdam! – Brooks Bloggertreffen in Amsterdam

  1. Pingback: Marathon… und jetzt? Regeneration und neue Pläne | laufkater

  2. Pingback: Runhappy-Klamotten für den Herbst (teilweise sponsored) | laufkater

  3. Pingback: Altes Jahr, neues Jahr… Hallo 2016! | laufkater

  4. Pingback: Es war ’ne geile Zeit – ein Dankblog an Brooks und das Team | laufkater

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s