Mein Freund, das Wasser


Wasser ist super. Ohne Wasser gäbe es keinen Kaffee, keinen Tee, keine Klospülung, keine Dusche nach dem Training und… naja, wenn man’s recht bedenkt, gar kein Leben – zumindest nicht, wie wir es kennen.

Auch wir selbst bestehen – wenn man Tante Google befragt – zu ca. 70% aus H2O. Leider können wir es nicht atmen.Könnten wir es atmen, dann wäre manches so viel leichter… Kraulen zum Beispiel.

In Anbetracht meines momentanen Nicht-Laufens habe ich meine Liebe zum Wasser wiederentdeckt. Ich würde mal behaupten, ich bin ein ganz guter Schwimmer. Leider nur Brust.

Daher habe ich es mir in den Kopf gesetzt, endlich kraulen zu lernen. In der Theorie weiß ich, wie’s geht. Und auf Youtube sieht es so wunderbar einfach aus.

Mit meinem kleinen blauen Freund übe ich mich derzeit vor allem am Beinschlag.

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Oh, und da gibt es viel zu üben… Bei meinen ersten Versuchen kam ich überhaupt nicht vom Fleck. Später wurde es marginal besser. Den Durchbruch – naja eine Art Durchbruch – erzielte ich gestern, nachdem ich im Internet den Tip fand, man solle es doch zunächst auf dem Rücken versuchen. Das klappt super. Auf dem Rücken bin ich sogar richtig schnell. Wenn ich mich dann in Bauchlage drehe, kann ich ein bisschen von dem Feeling mitnehmen, und ich komme immerhin statt 2 cm / min schon ein bisschen schneller vorwärts.

Arme wären eigentlich auch kein Problem, wäre da nicht das Atmen… mein Instinkt sagt einfach immer „Kopf nach oben!“ Selbst wenn der Verstand sagt: „Kopf drehen!“ Das Ergebnis ist meist ein Kompromiss, der dazu führt, dass ich nach ein paar Zügen absaufe. :mrgreen:

Nun ja, ich könnte natürlich einen Kurs machen, aber zu dieser Zeit wird natürlich keiner angeboten und auch sonst ist das zeitlich ein bisschen ein Problem. Da es aber ja im Grunde um nichts geht, versuche ich mich einfach selbst ein bisschen daran, und es ist lustig. 🙂

Beim Brustschwimmen lege ich derzeit meinen Ehrgeiz in maximale Gleitphase und Körperstreckung. Das fühlt sich gut an, und hilft mir vielleicht auch bei der Hüftstreckung beim Laufen.

Aquajogging habe ich bisher nur einmal früh morgens gemacht, wobei ich mich davor sehr betont schwimmenderweise aufgewärmt habe. Es soll schließlich keiner denken, ich könne gar nicht schwimmen. 😉

Früh morgens ist cool, weil es im Neckarbad einen Frühschwimmer-Rabatt gibt, und außerdem nicht so viel los ist. Neckarbad.jpg

Da ich bisher den HRM Swim von Garmin noch nicht mein eigen nenne, habe ich festgestellt, dass ich trotzdem eine ganz ordentliche Pulsmessung dabei bekomme, wenn ich die TomTom austrickse und auf „Laufband“ statt auf „Schwimmen“ stelle. Dann weiß sie offenbar nicht, dass sie keinen Puls im Wasser messen kann. Die Distanzmessung kann man dann zwar in die Tonne treten, aber darum geht es ja auch weniger.

Allerdings ist Aquajogging genau so schlimm wie Laufband. Sollte meine Nicht-Lauf-Phase noch länger anhalten, werde ich mir einen billigen wasserfesten MP3-Player besorgen. Was auch ein bisschen nervt, ist das Monster von Gürtel. Ich hab mir die „Universalgröße bis 100 kg“ besorgt. Vom Umfang her ist der Gürtel aber eher auf 100kg Minimum ausgelegt. Ich kann das Ding gar nicht so eng stellen, dass es wirklich gut sitzt. Nach einer Weile fing das dann echt unangenehm an auf die Rippen zu drücken. Es gibt noch eine „Slim“-Version. Auch hier gilt: Sollte das noch wesentlich länger dauern, werde ich mir vermutlich einen besser sitzenden Gürtel zulegen. Da ich diese Woche (ohne laufen) aber weitestgehend schmerzfrei bin, hege ich natürlich die leise Hoffnung, dass es bald wieder wird.

Interessant war auch das Gefühl, dass es doch vor allem gegen Ende der Einheit wirklich warm wird. Es war ein echter „Cool Down“, nach den 40 aquagejoggten Minuten den Kopf endlich wieder ins Wasser zu tauchen und noch ein bisschen zu schwimmen.

Doch, Wasser ist cool und bietet sehr abwechslungsreiche Trainingsmöglichkeiten. Einen entscheidenden Nachteil hat es jedoch: Zu viele andere Menschen. Und vor allem Kinder. Kinder sind im Schwimmbad tickende Zeitbomben. Ich mag Kinder, ehrlich! Aber sie sind im Wasser unglaublich unberechenbar. Gestern sprang mir ein Knirps ins Genick, weil er mich mit Papa verwechselte, letzte Woche wurde ich mit Tauchspielzeug beworfen und mit Wasserpistolen abgeschossen. Das ist ja alles nicht böse gemeint, aber meine Ruhe im Wald ist mir lieber.

Die Rentner, die es navigatorisch zu umgehen gilt, sind meist wesentlich einfacher handzuhaben. Immerhin verharren diese in der Regel entweder am selben Fleck – sprich, mitten im Weg – , oder aber auf ihrer Bahn. („Das ist seid 40 Jahren meine Bahn, und ich schwimme hier stur wie ein Flugzeugträger geradeaus, sieh zu, wie du vorbei kommst!“)

Nun, immerhin wird es nicht langweilig. Zwei Schwimmbäder gibt es in der näheren Umgebung (jeweils ca. 7 km entfernt), von denen das Neckarbad ein vollwertiges 25m-Becken bietet. Das kleinere Hallenbad in Aldingen hat leider diese Nichtschwimmer-Zone mit drin. Dafür ist es aber wesentlich ruhiger dort.

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Beide Schwimmbäder sind auch gut mit dem Fahrrad zu erreichen, was Bike’n Swim – Kombinationen als Ersatz für Longruns erlaubt. Man wird kreativ, wenn man nicht laufen kann. Vielleicht auch nicht schlecht. 🙂

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13 Kommentare zu “Mein Freund, das Wasser

  1. Ich hab mich vor 2 Jahren ja auch mal mit Kraulen versucht – 2 Bahnen hab ich schlussendlich am Stück geschafft. Da ist noch Luft nach oben. Mir geht irgendwann einfach die Puste aus und auch Training hat (wie die Schwimmlehrerin meinte) nicht wirklich viel gebracht.

    Du beschreibst aber einen wirklich blöden Punkt beim Schwimmen: Es findet Drinnen UND mit vielen anderen Menschen statt. Trotzdem werde ich wohl die nächsten Wochen auch ein wenig mehr paddeln, hab ich mir zumindest vorgenommen. 🙂

    • 2 Bahnen sind doch super! Und danach kannst du ja immer noch anders weiter schwimmen. 😉
      Bei allen Nachteilen ist der Vorteil vom Wasser halt, dass Sehnen und Gelenke kaum was abkriegen, und man sich trotzdem richtig austoben kann. Viel Spaß beim Plantschen! Berichte unbedingt. 🙂

  2. Liebe Christiane,

    Nichtlaufen ist blöd, aber mir scheint DU legst den Grundstein für eine Triathlon-Karriere 😉
    Du beschreibst genau die Gründe, warum ich nicht ins Schwimmbad gehe, dazu kommt dann auch noch, dass ich erstmal 8 bis 15 km mich dorthin transferieren müsste….puh, zum Glück darf ich weiterhin laufen.

    Gute Besserung

    Salut

    • Hallo Christian,
      Oh, nein, jetzt Du auch noch… ich will doch gar keinen Triathlon… ach egal… ich versucht’s mal mit einer Schnupperdistanz. Dazu muss ich aber erst mal wieder laufen können.
      Lauf mal ein paar Kilometer für mich mit! 🙂 Statt Silvesterlauf gibt es morgen für mich eine Radtour.
      Feier schön und à plus!
      Christiane

  3. Hallo, Christiane, bin sehr überrascht, dass es dich jetzt auch erwischt hat, aber, wie ich lese, weißt du deine Zeit zu nutzen.
    Schwimmen lernt man am besten, wenn man noch grün hinter den Ohren ist, später – wie bei fast allem – fällt es erheblich schwerer.

    Mittlerweile meide ich öffentliche Bäder aus den genannten Gründen und noch mehr, aber in der Not frisst ja bekanntlich der Teufel Fliegen !!

    Gute Besserung – Kopf hoch- Brust raus – alles wird gut, dass kann ich ganz laut verkünden !! 😎

    • Ja, ich drehe keine Däumchen. Sonst würde ich vermutlich durchticken. 😉
      Ich habe vieles als Erwachsene besser gelernt, einfach, weil ich mir die Zeit zum Üben nehmen kann, die ich brauche. Beim Schulsport geht es häufig zu schnell weiter. Wir haben da auch mal Kraulen gehabt aber…
      Heute wurde ich im Schwimmbad schon beim Aquajogging von einer älteren Dame freudig begrüßt. „Na, wieder auf Wanderschaft?“ Das war dann auch irgendwie nett. Ich versuche, das Beste draus zu machen. Hast Du ja auch geschafft. 🙂
      P.s. Schön, dass Du wieder da bist !

  4. Ja, wir bauchen Wasser, aber wenn ich darauf verzichten könnte würde ich es wohl tun. Und nicht gegen Wein eintauschen. Wenn mir mal jemand vernünftiges schwimmen beibringt dann … ach, lassen wir das lieber 😀

    • Mmm… ich MAG Wasser! 🙂 Vernünftig schwimmen muss man nicht können, um Spaß im Wasser zu haben. Aber als sportlich ambitionierter Mensch kommt es schon besser, ja.

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