Laufkater liest: „Die Philosophie des Laufens“


„Wir sollten uns anstrengen, unseren gesamten Mut zusammennehmen, jede Ablenkung ignorieren und kämpfen, um das eine Ziel zu erreichen.“

Diesen Motivations-Spruch hat nicht etwa irgend ein Star-Trainer rausgehauen, sondern good old Seneca (4 v. Chr. – 65 n. Chr.) Tja, die altenö römischen  Philosophen waren auf Zack, und die alten Griechen sowieso. Schließlich haben die auch den Marathon und die Olympiade erfunden. Und dass man beim Laufen bisweilen philosophisch wird, weil die Endorphine fröhlich durchs Hirn schwappen, hat wohl schon jeder mal erlebt. Das Buch „Die Philosophie des Laufens“ widmet sich genau dem, was der Titel verspricht. Der Titel des amerikanischen Originals „Running and Philosophy: A Marathon for the Mind“ ist in meinen Augen noch etwas hübscher. 🙂

Bei der deutschen Übersetzung handelt es sich aber sowieso nicht 1:1 um die Übersetzung der Originalausgabe, sondern es wurden auch vereinzelt Beiträge von deutschen Autoren eingefügt, die das Ganze auch noch etwas aktueller machen, da 2007 (Erscheinungsjahr des Originals) sich wohl auch beispielsweise noch niemand so intensiv mit dem Thema „Laufapps“ beschäftigt hat, wie wir das heute tun.

Wie man also bereits erahnen kann, ist „Die Philosophie des Laufen“ also kein am Stück geschriebenes und zu lesendes Buch. Es handelt sich um eine Sammlung von Essays ganz verschiedener Autoren, die nur eines gemeinsam haben: Die Liebe zum Laufen. Würde man eine statistische Erhebung machen, stellt man fest, dass amerikanische College-Professoren die am größten vertretene Gruppe sind. Aber es gibt auch Blogger, (ehemals) aktive Leistungssportler und Journalisten, um nur einige zu nennen.

Inhalt Philosophie des Laufens

Und so unterschiedlich wie die Autoren sind, so unterschiedlich nähern sie sich auch dem Thema. So findet man vereinzelte Laufberichte, aber auch sehr theoretische philosophische Betrachtungen neben ironisch-witzig geschriebenen Selbstreflexionen. Manches davon liest man mal eben so weg, manches ist anstrengender.

Die Übersetzung liest sich sehr flüssig, nur ganz gelegentlich lässt die Wortwahl das typische „Läufersprech“ vermissen, wenn z.B. von „gut gefederten Trainingsschuhen“ statt von „Dämpfung“ die Rede ist. Das mag von meiner Seite aus aber auch Haarspalterei sein. 😉

Was man in dem Buch NICHT finden wird, sind actiongeladene Hochglanzbilder. Ebenso wenig findet man Trainingspläne und Ernährungsratgeber. Das Buch kommt von der Aufmachung her sehr „leise“ daher. Da es von den oben genannten Büchern aber mittlerweile sowieso viel zu viele gibt, ist das nichts Schlechtes.

Als Geschenk an sich selbst, oder einen leicht intellektuell angehauchten lesefreudigen Lauffreund, der schon alle Standardwerke im Regal stehen hat, kann ich das Buch guten Gewissens empfehlen.

Wer es sich oder jemand anderem gönnen möchte, findet es im mairisch-Verlag unter folgender ISBN: 978-3-938539-37-8

Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Eine weitere Vergütung für diesen Beitrag habe ich nicht erhalten.

 

 

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4 Kommentare zu “Laufkater liest: „Die Philosophie des Laufens“

  1. Habe es schon gelesen und war nicht besonders angetan, die Betrachtungsweisen waren teilweise zu theoretisch und nicht philosophisch.
    Lesenswert ist es, auch wenn man mit den philosophischen Theorien nicht so sehr vertraut ist, aber erhellend ist es leider nicht 😉

    Salut

    PS: Lies mal Lauf-Psychologie von Andreas Marlovits, war eines meiner ersten „Laufbücher“ und ist sehr nah dran am Thema 🙂

    • Jaaaa, total vom Hocker hat es mich jetzt auch nicht gehauen, aber ich finde es durchaus ok. In ein- zwei Kapiteln bin ich irgendwie nicht so recht weitergekommen, aber das habe ich meiner begrenzten Aufnahmekapazität bei Müdigkeit (lese gerne beim Frühstück) zugeschrieben. Danke für den Buchtipp! Werd ich mir merken. 🙂

  2. „Zum Wohle des Joggers”, ist mein Favorit. Seitdem ich diese Zeilen gelesen habe, denke ich anders übers Laufen. Was willst du mehr von einem Buch erwarten? (Einige Beiträge fand ich aber auch sehr trocken oder/und anstrengend.)

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