Frühsport – wie ich zum earlyworm wurde


Bzzzz… blblblb… wsnnnnn…

Das ist so in etwa das, was mein Hirn morgens nach dem Aufstehen von sich gibt.

Auf Autopilot füttere ich die Katzenschaft, bin froh, wenn ich es schaffe, mich irgendwie so anzuziehen, dass mein Verlassen des Hauses keinen größeren Anstoß erregt, brauche 5 Anläufe um mein Frühstück zu richten, verliere unterwegs unerklärlich eine Viertelstunde und setze mich dann komatös ins Auto, um – von Stammhirnreflexen gesteuert – zur Arbeit zu fahren.

Nein, ich bin kein Morgenmensch.

Dennoch stehe ich mehrmals pro Woche kurz nach 5 auf, um vor der Arbeit noch eine Trainingseinheit unterzubringen. Warum um alles in der Welt?

Nun, eigentlich begann alles beim letztjährigen „Run for the Sun“ wo es an manchen Tagen schlichtweg nicht anders möglich war, eine tägliche Dosis Laufen unterzubringen. Und das Ergebnis war für mich selbst erstaunlich:

Ich habe festgestellt, dass mir das Aufstehen dann leichter fällt, wenn ich ein earlyworm-Training auf dem Plan habe. Ich stehe auf, um etwas zu tun, was ich gerne tue. Das heißt nicht, dass ich meine Arbeit nicht mag, aber üblicherweise werde ich da sofort von mehreren Leuten überfallartig mit Beschlag belegt, und komme erst nach „Feierabend“ dazu, wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Das fällt doppelt schwer, wenn das Hirn zu Beginn des Vormittages nur „Bzzzzz…“ macht oder im besten Fall ein Testbild zeigt.

Die einzige Person, die beim Training was von mir will, bin ich selbst. Und das, was ich da tue, tue ich für mich. Ich bringe mein System auf Touren, und wenn ich dann frisch geduscht und mit Nahrung befüllt im Auto sitze, bin ich wach und mehr oder weniger bereit, dem Tag ins Auge zu sehen.

Am liebsten laufe ich vor der Arbeit. Das geht am einfachsten. Am Vorabend schon mal einen Blick in den Wetterbericht werfen, entsprechende Sachen rauslegen, morgens kurz Kontrolle mit Blick aus dem Fenster und aufs Thermometer, rein in die Klamotten und los. Das funktioniert auch ohne Hirn. Und so eine kurze Runde funktioniert auch ohne Frühstück. Das schmeckt dann danach um so besser.

Laufen ist bei mir zur Zeit ja leider weniger, weil Ferse Aua. Stattdessen habe ich entdeckt, dass das Schwimmbad im Nachbarort um 6:30 öffnet. So ist noch eine halbe Stunde Schwimmen drin, bevor ich los muss. Leider hat es Montags nicht so früh auf. Schade, da würde es gut passen.

Hallenbad Aldingen

Radfahren ist zumindest in der dunklen Jahreszeit morgens noch nicht so wirklich spaßig, es sei denn, man installiert sich ein Flutlicht. Die Geschwindigkeit, wenn man sportlich fahren möchte, ist einfach zu hoch für mein Funzellicht, und der Spaß hält sich dann doch in Grenzen. Außerdem finde ich so eine halbe Stunde auf dem Rad nicht wirklich befriedigend. Vielleicht mache ich das ja, wenn es wirklich deutlich heller morgens ist.

Ich merke auf jeden Fall, dass ich nach „Frühsport“ wesentlich ausgeglichener und motivierter bin. Ich bekomme dann die übrigen Morgen-Pflichten auch schneller auf die Reihe. Es ist auch nicht schlecht, zu wissen, dass man ein gewisses Sportpensum schon erledigt hat, und so nach Feierabend auch guten Gewissens mal abschlaffen kann. Außerdem ist es ein gutes Gefühl, wenn ich die ganzen verpennten Kollegen so sehe. 😉

Damit eine earlyworm-Einheit nicht in Stress ausartet, sind ein paar Dinge zu beachten:

  • Alles muss am Vorabend bereit liegen, sonst geht die ganze Zeit dafür drauf, irgendwas zu suchen.
  • Auch wenn man nüchtern trainiert, trinken ist Pflicht.
  • Am besten überlegt man sich auch genau im Vorfeld, wo und wie lange man laufen möchte. Morgendliche Spontan-Aktionen mit Nebelhirn sind meist nicht ratsam.
  • Jeder muss selbst wissen, wie platt er oder sie sich machen kann vor so einem Arbeitstag. Ich habe durchaus auch schon Tempo-Intervalle gemacht. Allerdings musste ich da erst später arbeiten. Mein momentaner Dienstplan lässt das leider gerade so nicht zu. Aber da mein Fuß es gerade auch nicht zulässt, vertage ich das Problem auf später.

Seid Ihr Früh- oder Spätstarter?

Advertisements

16 Kommentare zu “Frühsport – wie ich zum earlyworm wurde

  1. Ich bin eine absolute #lateowl 🙂 … die meisten Trainings in meinem Trainingstagebuch finden nach 20:00 Uhr statt, früh ist eine absolute Ausnahme (auch wenn ich die postiiven Effekte die Du beschreibst durchaus kenne).

    Komplett nüchtern finde ich überigens gar nicht so toll, irgendwas sollte man im Magen haben (geht natürlich auch mit einem Käffchen oder so)

  2. Liebe Christiane,
    bin zwar kein Morgenmuffel, aber morgens Sport ist für mich auch irgendwie sehr schwer. Dennoch laufe ich zweimal die Woche morgens eine Stunde, eher mehr um mir ins Gedächtnis zu rufen, dass ich nicht für Sport am Morgen gemacht bin 🙂
    Am Abend ist es viel einfacher, ich kann besser entspannen, der Kopf ist freier.
    Aber was ich nie hinbekommen würde, ist morgens schwimmen zu gehen, deshalb hast Du meinen größten Respekt.

    Salut

    • Danke! ☺️
      Abends fällt es mir schon auch leichter, aber terminlich geht es halt nicht anders, wenn auch noch Zeit für ein Privatleben sein soll. Danach bin ich aber immer froh, den Hintern hochgekriegt zu haben.
      A plus!

  3. Frühmorgens Sport geht echt am Besten wenn die Augen noch garnicht ganz offen sind wenn man vor der Türe steht. Dann hattest auch keine Zeit darüber nachzudenken 🙂

  4. Ich bin ebenso ein #earlybird. Morgens in den Tag zu laufen ist so friedlich und ruhig. Kein Lärm, nur die Straße und ich. Dann geht die Sonne auf und der Tag kann kommen. Aber es hat ein paar Einheiten gedauert die Vorzüge des #earlybirdrun zu erkennen. Ich besser gelaunt, wacher, motivierter etc. und ich habe mehr Zeit am Abend. 🙂

  5. Hallo Chriba,

    interessanterweise schaffe ich es seit ein paar Jahren gar nicht mehr früh laufen zu gehen. Aber dafür klappt Schwimmtraining um 6:00 Uhr oder 6:30 Uhr ganz gut. Aber wie Du auch schreibst muss da alles am richtigen Platz liegen – Gerade Dienstags ist das bei mir eine logistische Herausforderung weil ich nach der Arbeit noch laufen gehe und so dann 3 verschiedene Taschen gepackt griffbereit sein müssen 😉
    Radfahren geht eigentlich auch ganz gut – solange es noch zu dunkel für Rennradeinheiten am Morgen ist geht es eben mit dem MTB zur Arbeit und danach fahre ich oft noch über kleine oder auch große Umwege heim. So wie letzte Woche als ich mich mit dem MTB auf die Spuren der Urzeit durch das Lonetal begeben habe.
    (Blogbeitrag mit endlich mal wieder ein paar Bildern ist in Arbeit)

    Viele Grüße

    Andy

    • Oh ja, das mit den 3 Taschen kenne ich auch. Seufz!
      Mit dem Fahrrad zur Arbeit wäre auch cool, aber mal eben 70 km mit Gepäck sind da doch eher unrealistisch… Ich freu mich auf Deinen bebilderten Blogbeitrag! 🙂

      • Sorry, hat etwas länger gedauert – die Erholungswoche war gar nicht so erholsam; zumindest ab Donnerstag
        Aber jetzt ist der Beitrag und die Zusammenfassung fertig 😉

        Viele Grüße

        Andy

  6. Hallo;-)) absolut mit Abstand am Abend … Ich kann mich morgens nicht antreiben. Schon 10:00 Wettkämpfe sind ein Problem bis ich da „vorwärts“ komme😂.. Alles ab 17:00 oder wenn die Kids im Bett sind ist optimal für mich! Ich bewundere total jeden Sportler, der in der Früh los kann … 👍👍lg Yvonne

    • Von meinem Biorhythmus bin ich wohl auch eher auf später programmiert, aber es hat einfach soooo viele Vorteile.
      Für Dich wäre dann natürlich so ein Nachtlauf eine feine Sache. 😉

  7. Hey There!

    Am allerliebsten laufe ich morgens- das hat berufliche und familiäre Gründe. Je früher ich laufe, desto verufs- und sozialverträglicher ist es. Im Winter hasse ich es, wenn es dunkel und kalt ist. In den restlichen Jahreszeiten liebe ich es!!! Es gibt nicht`s schöneres als morgens im Sommer in die aufgehende Sonne zu joggen!!

    lg Raphael

    • Stimmt, im Sommer hat es echt was! 🙂 Das liebe ich auch sehr. Aber auch der Winter durch den noch schlafenden Ort kann schön sein. Es sei denn, es ist glatt…

  8. Pingback: Top gebloggt 5/16 – Der will doch nur laufen…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s