Ein bisschen „Sproing“ muss sein – der Launch 3 im Test


Stolze 92 km haben wir jetzt gemeinsam zurückgelegt, der Brooks Launch 3 und ich. Zeit also, einen fundierten Testbericht zu schreiben. Um es gleich zu sagen: Wir mögen uns! Allerdings gehen wir nicht überall zusammen hin. Ein bisschen Abstand gehört ja auch zu einer gelungenen Beziehung. 😉

Alle technischen Details könnt Ihr natürlich auf der oben verlinkten Brooks-Seite nachlesen, aber hier das Wichtigste in Kürze:

Der Launch ist ein Neutralschuh, sprich, er greift nicht aktiv in den Laufstil ein. Brooks selbst ordnet den Schuh – gemäß dem neuen run signature-Konzept noch weiter ein. Er gehört in die Kategorie „energize“, in der auch die Wettkampfschuhe zu finden sind, allerdings nimmt er hier die Unterkategorie „float“ ein, die im Gegensatz zu „feel“, wo die reinen Racer vertreten sind, etwas mehr Dämpfung verspricht.

Zu Deutsch: Ein schneller, leichter und dennoch komfortabler Schuh.

Mit 224 g bei den Damen, und 278 g bei den Herren, ist er zwar kein Super-Leichtgewicht, dennoch spürt man ihn kaum am Fuß. Dafür ist auch die gute Passform und das sehr atmungsaktive Obermaterial verantwortlich. Reinschlüpfen, wohlfühlen. 🙂

Leider trage ich den Schuh wegen meines Fersenporns derzeit mit Einlagen. Das ist schade, denn die Einlegesohle ist sehr hübsch.

Einlegesohlen.jpg

Selbst die Schnürsenkel haben ein liebevolles Detail bekommen:

Schnürsenkel Detail

Überhaupt – das jetzt mal am Rande für die modebewussten Mädels und Jungs mit einem Hang zur Sammelleidenschaft erwähnt – gibt es den Launch in zig verschiedenen Designs und Sondereditionen.

Aaaaber zurück zum Kerngeschäft.

„Energize“, das verspricht ja auch so was wie Energie-Rückgewinnung. Ich nenne es den „Sproing-Effekt“. Und dieser ist wirklich bei jedem Schritt auf Asphalt spürbar. Natürlich hebt man nicht gleich ab, aber so ein leichtes, angenehmes Federn macht irgendwie Spaß.

Überhaupt ist der Launch eher was für schnellere Läufe. Daher war er auch in dieser Saison, in der ich ja leider fersenspornbedingt keinen größeren Laufwettkampf bestreiten konnte, mein Triathlonschuh der Wahl. Auch die hohe Atmungsaktivität des Meshs spielt hier für mich eine Rolle, denn man kommt ja nicht so ganz trocken durch einen Triathlon, und da ist es nicht erstrebenswert, wenn dann die Schuhe zu dicht sind. Und ganz abgesehen davon, aber das ist jetzt wirklich Zufall, passt er farblich einfach hervorragend zu meinem Trisuit. 😀

Auch auf der Bahn fühlt der Launch sich wohl.

Auf der Bahn

Und der gelegentliche Ausflug in die nicht-asphaltierte Natur ist auch ok.

Baum knuddeln

Auf technisch anspruchsvollen Trails wäre er natürlich fehl am Platze, aber einen Waldweg macht er schon mit.

Sehr gerne trage ich ihn auch beim Lauf-ABC, wenn ich das nicht barfuß machen kann, weil er einfach so schön neutral und leicht ist.

Lauf-ABC im Launch

Von der Verarbeitung und Haltbarkeit her gibt es auch nichts zu meckern. Er sieht nach 92 km immer noch so gut wie neu aus, was ich von manch anderem Schuh so nicht behaupten würde. Die Außensohle zeigt keinen nennenswerten Abrieb, und es lösen sich auch keine Nähte.

Wie ich eingangs erwähnte, gehen wir nicht überall zusammen hin. So ist der Launch für mich kein Schuh für die langen gemütlichen Läufe. Überhaupt brauche ich ab einer gewissen Streckenlänge doch einfach ein bisschen „mehr Schuh“.

Für einen kleinen Triathlon – bisher habe ich nur Erfahrung mit Sprintdistanzen – ist er super. Ich habe zwar Socken getragen, weil meine Radschuhe nicht barfußtauglich sind, der Launch aber fühlt sich auch sockenlos gut an.

Ein 10km-Lauf? Jederzeit!

Ich könnte mir auch vorstellen, ihn bei einem Halbmarathon zu tragen. Ich weiß, dass Carmen von schlechteswettergibtesnicht sogar einen Marathon damit gelaufen ist. Hier würde ich persönlich jedoch ein stärker gedämpftes Modell, wie z.B. den Ghost oder den Dyad, vorziehen.

Beim Stadtlauf Donaueschingen habe ich den Launch über 16km getragen, und das war soweit ok. Allerdings habe ich bei mir selbst so ab km 10 starke Abnutzungserscheinungen festgestellt. Das lag jedoch wohl nicht primär an der Schuhwahl, sondern an der Tatsache, dass dies mein erster Lauf jenseits der 8 km – Marke seit letztem Oktober war.

Wem würde ich den Schuh empfehlen?

  • Neutralläufern, die einen Kompromiss aus Wettkampfschuh und Allrounder suchen
  • leichten bis mittelgewichtigen Läufern
  • Läufern, die Wert auf Atmungsaktivität legen.
  • Triathleten (auch ohne Socken ist er kuschlig!)

Für welche Läufe ist der Schuh geeignet?

  • Tempoläufe und Fahrtspiele
  • Wettkämpfe bis zur HM-Distanz (und je nach Läufer auch darüber hinaus)
  • Straßenläufe
  • Läufe auf gemischtem Untergrund

Transparenz: Ich habe diesen Schuh als Ambassador of RunHappy von Brooks kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Auf meinen Bericht wurde keinerlei Einfluss genommen. Eine Vergütung für diesen Beitrag habe ich nicht erhalten. 

 

 

 

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6 Kommentare zu “Ein bisschen „Sproing“ muss sein – der Launch 3 im Test

  1. Ich habe mich in den Launch 3 auch direkt von Anfang an verliebt. Als der mit der Post ankam, habe ich seinen Vorgänger, den Launch 2, in Rente geschickt (obwohl der noch gut war).
    Für mich ist der Launch 3 der Wettkampfschuh für Halbmarathon oder länger. Weil er auf solche Entfernung dann eben mit seiner Dämpfung einfach super ist. Auf kürzeren Distanzen nehme ich lieber die PureFlow 5 oder die PureConnect.
    Gerade für den Fersensporn finde ich den Launch 3 Spitze. Die Plantarsehnen sind (bei mir beidseitig) ja öfter mal gereizt. In solchen Fällen kommt der Launch auch mal bei einem 10er TDL an den Fuß.
    Mit den Einlagen mache dir mal keinen Kopf. Ich laufe ausschließlich mit den Dingern vom Orthopäden aber habe seither deutlich seltener mit dem Fersensporn zu kämpfen.

  2. Interessantes Modell, aber vielleicht doch noch n bißle zu viel Schuh und zu schwer für mich. Aber angehabt habe ich ihn noch nie. Vielleicht teste ich ihn einfach mal bei der RunHappy tour in Stuttgart?!? Kommst du auch?

    • Klar komm ich! Cool, ich freue mich, Dich dort wiederzutreffen! 🙂 Vielleicht solltest Du mal einen Blick auf den Hyperion oder Asteria werfen. Die sind ultra-leicht.

      • Da wir am Sonntag Gäste erwarten weiß ich noch nicht ob ich es rechtzeitig schaffe, aber wenn dann jage ich dich gerne die Stäffele hoch 🙂

  3. Pingback: Quo vadis, Fersensporn? | laufkater

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