Superkleber? – Aktimed Tape Plus im Test


Es soll ja durchaus vorkommen, dass sich ein Sportler mal verletzt. Gerüchteweise habe ich auch gehört, dass es gelegentlich mal irgendwo zwicken kann, ohne dass eine handfeste Verletzung zugrunde liegt. Kennen wir vermutlich alle.

Nicht nur die Topathleten, die wir ja erst kürzlich wieder bei Olympia im Fernsehen bewundern durften, nein auch wir Hobbysportler setzen hier gerne auf die Heilkraft bunter Bänder, den „Kinesiotapes“.

Ich selbst habe auch gute Erfahrungen mit Tapes gemacht, die ich in der Physiotherapie-Praxis meines Vertrauens kleben lasse, oder mir auch gelegentlich selbst mal verpasse.

Die Tapes sind aus Stretchgewebe und werden direkt auf die Haut geklebt. Dadurch wird das darunter liegende Gewebe stimuliert und stärker durchblutet und anderweitig versorgt, was jede Menge positiver Auswirkungen mit sich bringt. Das war jetzt die physikalische Ebene. Je nach persönlicher Esoterik-Bereitschaft kann man da noch ein Stückchen weitergehen. So werden den verschiedenen Farben auch verschiedene Wirkungen zugeschrieben. Blau kühlt z.B., Rot wärmt. Kann jeder nachvollziehen, der schon mal einen Wasserhahn angeschaut hat.

Nun, egal ob da nun was dran ist oder nicht: Wenn es sich gut anfühlt, hilft’s. Und das ist die Hauptsache.

Das zu testende Tape ist blau. Soll also kühlen. Neu an diesem Produkt ist nun allerdings, dass die kühlende und abschwellende Wirkung durch pflanzliche Zusatzstoffe unterstützt werden soll.

Jeder auch nur leicht naturheilkundlich angehauchter Sportler kennt sicherlich Arnika-Salbe. Arnika wird traditionell angewendet bei blauen Flecken, Schwellungen, Verstauchungen, Zerrungen, etc. Arnika ist drin und passt ja auch zur kühlenden Wirkung.

Weitere in das Tape eingearbeitete Pflanzenextrakte sind Rhus toxicodendron, aus der Homöopathie bekannt als Mittel gegen Gelenk- und Rückenschmerzen, sowie Ruta. Letztere Pflanze ist hierbei am problematischsten, da sie gerne Hautreizungen verursacht, sowie abortive Wirkung haben soll. Allerdings ist die Menge an Ruta (und der anderen Pflanzen), die im Tape steckt, so dermaßen symbolisch, dass man sich da wohl keine Sorgen machen muss.

Da mein rechter Fuß ja bekannterweise gerade angeschlagen ist (Plantarfasziitis mit Fersensporn) lag es recht nahe, das Wunder-Tape an selbigem auszuprobieren. In der Physiotherapie-Praxis meines Vertrauens ließ ich mich also fachgerecht verkleben.

Das Tape fühlte sich so weit gut an, und ich meine, sogar ein bisschen Kühlung verspürt zu haben. Meine Haut hat jedenfalls nichts verübelt. Sowohl die Pflanzen als auch der Kleber sind also gut verträglich.

Letzterer ist jedoch auch der größte Schwachpunkt des Tapes.

Schon beim Aufkleben wollten die Enden nicht so recht halten.

Dass sich das Tape an den Enden bei Reibung durch Kleidung eher mal vom Acker macht, ist klar. Allerdings sollte es zumindest unmittelbar nach dem Aufbringen rundrum fest sitzen. Hmmm…

Auf den Schwimmbad-Besuch an diesem Tag verzichtete ich lieber. Normalerweise kann man mit Kinesiotape durchaus schwimmen gehen, ohne dass es sich gleich ablöst. Das habe ich auch schon des öfteren getan. Allerdings – so erklärte mir die Physiotherapeutin des Vertrauens – gibt es manche Tapes, die erst nach einer gewissen Zeit richtig kleben. Die Zeit wollte ich dem Tape geben.

Jedoch hatte sich bereits am nächsten Morgen – ohne Bad und Dusche – die Stelle um den Knöchel merklich gelöst.

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Hier verabschiedete sich das Tape auch nach ein paar Bahnen im Schwimmbad am nächsten Morgen sofort und endgültig. Leider musste ich es auch dann von der Wade abziehen, da ich keine Tentakel hinter mir herziehen mochte. Dort wäre es wohl gerne noch eine Weile geblieben. Man muss dazu sagen, dass ich an den Unterschenkeln sehr trockene Haut habe. Das hat dem Tape wohl gefallen.

Meine Erfahrungen sind also ziemlich deckungsgleich mit denen von Dominik, der das Tape ebenfalls zum Testen bekommen hat. Bei mir hat es am rasierten Frauenbein ein bisschen besser gehalten als bei Dominik am unrasierten Männerbein, so richtig überzeugend ist es aber nicht.

Ich finde den Ansatz mit den Heilpflanzen-Extrakten ganz interessant, allerdings muss am Kleber wirklich noch nachgebessert werden. Gerade beim Sport wird das Tape doch beansprucht, und sollte nicht beim kleinsten bisschen Feuchtigkeit oder Reibung sofort die Segel streichen. Andere, konventionelle Kinesiotapes machen das auch mit.

Inwieweit die Pflanzenextrakte tatsächlich wirksam sind, konnte ich nicht beurteilen. Die verarbeiteten Mengen sind – wie gesagt – äußerst gering. Negative Auswirkungen konnte ich jedoch auch nicht feststellen.

Falls jemand von Euch es selbst probieren möchte: Eine Rolle hätte ich noch. 🙂 Dann bitte einfach Mail oder Kommentar schreiben.

Transparenz: Ich habe von dem Tape zwei Rollen kostenlos zum Testen bekommen. Eine weitere Vergütung habe ich nicht erhalten. Auf den Inhalt meines Beitrags wurde kein Einfluss genommen. 

 

 

 

 

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7 Kommentare zu “Superkleber? – Aktimed Tape Plus im Test

      • Wenn du mal die Zeit hast, einen Artikel darüber zu schreiben, wie man die Tapes am besten anbringt, wirst du in mir einen begeisterten Leser finden!

      • Hihi… Leider kenne ich mich da auch nicht wirklich aus. Wenn ich selbst tape, dann das, was ich mir in der Praxis abgeschaut habe, oder nach Gefühl. Es gibt aber Bücher und ganz brauchbare Youtube-Anleitungen. 🙂

  1. Bei mir hat das blaue Tape Wunder bewirkt. Meinem Knöchel geht es viel besser und normale Tapes vorher waren erfolglos. Damit das Tape besser hält muss man es nach Anleitung aufkleben (eventuell Querstreifen setzen).

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