Fersensporn

Quo vadis, Fersensporn?


Der Fersensporn und ich, wir befinden uns jetzt im Stadium der friedlichen Koexistenz. Er ist nicht weg. Vermutlich wird er auch nicht freiwillig gehen. So lange ich mich aber an ein paar Regeln halte, kommen wir ganz gut klar und ich kann hoffentlich nächste Woche in Bräunlingen zumindest zum Halbmarathon antreten

Ich hab zum Thema Fersensporn so viele Artikel gelesen, die den einzig wahren Weg weisen wollten, ihn loszuwerden. Mein Fersensporn jedoch hat Persönlichkeit. 0-8-15-Rezepte interessieren ihn nicht. Dennoch will ich hier ein bisschen zusammenschreiben, was bei mir gut tut, und was ein absolutes No-Go ist, auf dass Läufer mit ähnlichen Problemen vielleicht hier ein paar Dinge finden mögen. Dennoch: Das hier hat keine Allgemeingültigkeit, sondern funktioniert für mich.

Regel 1: Trage deine Einlagen

Ich finde es zwar mega-lästig, die Einlagen immer aus einem Paar Laufschuhe raus- und ins nächste Paar reinzufummeln, aber im Moment habe ich das Gefühl, dass die Dinger zumindest nicht schlecht sind. Sollte es weiter aufwärts gehen, werde ich versuchen, wie es sich auf kurzen Läufen ohne anfühlt.

Einlagen anpassen

Regel 2: Lauf viel barfuß oder in Socken

Lustig ist ja, dass man häufig liest, dass man bei Fersensporn eben NICHT barfuß gehen soll. Bei mir ist es genau umgekehrt. Im Fitnessstudio trage ich Fivefingers und so lange es temperaturmäßig geht, laufe ich auch immer wieder barfuß auf dem Stadionrasen. Daheim sowieso. Meistens kann ich meine Hausschuhe eh nicht finden… 🙂

fivefingerw

Regel 3: Meide Flip-Flops wie der Teufel das Weihwasser

Kurz zum Duschen, ja, aber sobald ich mehr als 10m drin laufen muss, ist das nicht gut.

Regel 4: Bereite jeden Lauf nach

Soll heißen, dass nach einem Lauf auf jeden Fall entweder eine Runde Yoga gemacht wird oder die Blackroll zum Einsatz kommt. Ich nutze die yogastudioapp von Gaiam, die ein spezielles „Yoga for Runners“ anbietet. Das muss nicht unbedingt sofort im Anschluss an den Lauf sein, aber spätestens vorm Schlafengehen. Dann kann ich morgens schmerzfrei aus dem Bett.

Regel 5: Setze dich NICHT sofort nach einem Lauf ins Auto.

Das ist bei mir der totale Killer. Gerade auch nach Wettkämpfen, wenn ich dann heimfahre. Die Position des Fußes auf dem Gaspedal oder der Autositz, oder was weiß ich, auf jeden Fall ist es ein absoluter Schmerz-Garant. Ich bin mir nicht sicher, ob mein morgendliches Laufen im letzten Jahr verbunden mit anschließend 50 min Autobahn nicht sogar mit der auslösende Faktor für den ganzen Mist war.

Regel 6: Plane nach jedem Lauf einen lauffreien Tag ein.

Das heißt nicht totale Sportpause. Rad fahren oder schwimmen oder Krafttraining gehen klar. Aber nicht laufen. Zum Glück gibt es Triathlon. 😉

Regel 7: Pflege eine warmherzige Beziehung zum Physiotherapeuten des Vertrauens

Am besten ist der Physiotherapeut des Vertrauens jemand, der ganzheitlich arbeitet, und nicht nur isoliert den Fuß anschaut, denn jetzt kommen die Dinge, die bei mir nichts oder nur sehr wenig gebracht haben, aber auf der Hitliste der Fersensporn/Plantarfasziitis-Behandlungen immer ganz weit oben stehen:

  • isoliertes Dehnen oder Kräftigen der Wadenmuskulatur
  • diverse Fußkräftigungs-Übungen
  • völlige Laufpause
  • Entlastung des Fußes
  • Massage des Fußes
  • Stoßwellen-Therapie
  • Schuhe mit mindestens 12 mm Sprengung

Es gibt übrigens nicht DEN Schuh für den Fersensporn. Manche Leute behaupten ja, je mehr Sprengung, desto besser, weil die Achillessehne entlastet wird. Ich habe eher das Gefühl, das mir sogar meistens weniger Sprengung besser tut. Und so wechsle ich fröhlich durch alle meine Schuhmodelle, Hauptsache die Einlagen kommen mit.

Für die schnellen Läufe und Triathlon ist es derzeit bevorzugt der Brooks Launch 3, für gemütlich und mittellang der Brooks Dyad, und für die ganz langen Kanten derzeit der Hoka One One Clifton 3. Alle 3 Schuhe sind total unterschiedlich. Es gibt kein Patentrezept.

Auf der Bahn

Dennoch: Ich kann es nicht oft genug betonen: Was für mich stimmt, muss nicht für andere gelten. Vermutlich werden viele auf die oben genannten Methoden gut ansprechen. Ich nicht.

Im Moment bin ich über das aktuelle Stadium der friedlichen Koexistenz sehr froh. Sollte mich nicht noch einer dieser Killerviren erwischen, die derzeit überall kursieren, blicke ich dem Schwarzwald-Marathon optimistisch entgegen.

 

 

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23 Kommentare zu “Quo vadis, Fersensporn?

  1. Ich drücke weiterhin die Daumen – für die Besserung und natürlich auch für den nächsten Wettkampf-Auftritt. Wie ich gehört habe, freut man sich in Bräunlingen, dass auch gestandene Triathletinnen an den Start gehen!

    • Danke sehr!
      Wusstest Du übrigens, dass Bräunlingen ziemlich nahe an der Grenze zu diesem Land ist, in dem es lecker Käse und Schokolade gibt?
      Mit anderen Worten: Nächstes WE schon was vor? 😉

      • Was liegt schon nicht in unserer Nähe: Dieses Käse- und Schokolade-Land ist ja auch riiiiesig …

        Ich bin leider noch nicht wirklich so weit, dass ich wieder 21 km wettkampfmässig hinlegen könnte. Und herausfordern will ich auch nix. Aber: Einen gemeinsamen Start schaffen wir bestimmt mal!

  2. Ja, der liebe Feriensporn. Ich hatte einen im Jahr 2010. Bis Ende des Jahres war ich dann schmerzfrei und habe regelmäßig Fußgymnastik gemacht (Balance auf Schaumstoffkissen um die Muskulatur zu stärken) – bis vor etwa 1 1/2 Jahren… Tja, und dieses Jahr hat sich das doofe Teil wieder entzündet und ich bin sauer auf mich, weil ich mit der Muskelstärkung aufgehört hatte.
    Nun trag ich die Fersensporneinlagen wieder (allerdings nicht beim Laufen), kühle ihn nach jedem Lauf und auch mal zwischendurch, mache wieder Fußgymnastik und glaube langsam krieg ich ihn in den Griff. Falls nicht wird die Stoßwelle getestet. Ich hoffe aber, dass ich die nicht noch brauche…

    Dir und Deinem Fersensporn gute Besserung, auf dass die Entzündung weggeht und Du wieder schmerzfrei laufen und gehen kannst!

    • Danke!
      Du also auch… 😦
      Ich drücke Dir die Daumen, dass Du Deinen auch bald wieder im Griff hast. Ich muss mich auch echt am Riemen reißen, dass ich die „Gegenmaßnahmen“ nicht vernachlässige, weil ja akut gerade nix wehtut.

  3. Schade ist, dass ich dich als Kommentator in Bräunlingen nicht im Ziel begrüßen kann. Wir sind dann mal weg am Sonntag, aber vielleicht schnupperst du ja am Samstag schon mal kurz die Atmosphäre ein. Viel Erfolg und dem Fersensporn ein Ruhen.

    • Oh, das ist wirklich schade! 😦
      Samstag werde ich kaum schaffen, da muss ich das arbeiten, was ich am Sonntag dann sicher nicht mehr hinkriege.
      Danke für die guten Wünsche!

  4. Ich habe über die Jahre jetzt insgesamt vier Paar Laufschuheinlagen gesammelt. Die sind alle noch in Ordnung – so habe ich fast für jedes Paar Laufschuhe eine und muss eher selten wechseln. Ein Paar pro Jahr unterstützt die Krankenkasse normalerweise.

    Barfuß hilft auf jeden Fall bei deinem (plantaren) Fersensporn. Da dadurch die Plantarsehne benutzt + gestärkt wird. Damit „dämpfst“ du automatisch mehr mit dem Fuß, als durch den Schuh.

    Es gibt aber auch noch die andere Form des Fersensporns, der „kraniale“, der an der Achillessehne wächst – da ist das vermutlich nicht so gut.

    • Ja, genau, eine Einlagensammlung. 😉
      Eigentlich würde ich irgendwann ja wieder gerne ganz ohne…
      Ja, der hintere Fersensporn ist auch ein ganz blöder. Den hab ich aber zum Glück ja nicht.
      Hoffe, Du bist bis Frankfurt wieder einsatzfähig!

  5. So lange es eine friedliche Koexistenz ist und Du laufen kannst, geht es ja. Ich war ein wenig Offline, weiß also nicht, wie es Dir die letzten Wochen ergangen ist aber ich freue mich zu lesen, dass Du wieder läufst.

  6. Da sind ein paar sehr interessante Punkte dabei. Speziell da du die Verletzung wohl schon länger mit dir rumschleppst.

    Ich bin ja erst seit knapp zwei Wochen lädiert und könnte mir vorstellen, dass ich Regel 3 bis 6 etwas mehr beachten hätte sollen. Nach dem Wettkampf in Vöhrenbach bin ich direkt ins Auto, bin dann noch in billigen Sandalen spaziert und tags draus ins „Unglück“ gelaufen.

    Im Endeffekt hat mir das Ganze dann Bräunlingen gekostet…

    • Naja, meistens kommt so was eher schleichend, aber das was Du beschreibst, war sicher nicht der Hit. Hoffe, Du bist bald wieder fit. Mein Fersensporn und ich haben in Bräunlingen unser einjähriges Jubiläum gefeiert… aber es geht heute ganz gut. Er mault nur ganz leise.
      Drücke Dir die Daumen!

  7. Ich habe mich gerade von einer 8monatigen Achillessehnenentzündung erholt, dem Vorreiter des Fersensporns, wie mir bei meiner Recherche in die Hände fiel. Ein wichtiger Punkt ist wohl wirklich konsequentes Dehnen und Stärken der Muskulatur. Ich wünsche gute Besserung für dich

  8. Tja, jetzt ist es bei mir wohl auch ein Fersensporn. Hat ja nur 4,5 Monate gedauert es rauszufinden…
    Wo auf der Aufnahme oben ist denn der Sporn?
    Die Spitze, die nach unter raussticht?

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