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Der HRM Swim von Garmin – beherzt im Pool


Daten kann man nie genug haben. Trainingsbelastungen, Trainingsfortschritte, Trainingstagebücher…alles Daten, die sich liebevoll auswerten – oder zumindest sammeln lassen.

Mittlerweile hat ja fast jeder Läufer, außer den notorischen Datenverweigerern (soll es ja geben) mindestens GPS und Puls am Handgelenk. Auch beim Radfahren gehört ein Radcomputer zum guten Ton, der zumindest mal die aktuelle Geschwindigkeit zeigt. Besser noch natürlich Puls, Trittfrequenz, Leistung, Sonnenauf- und Untergänge, Gezeiten, Mondphasen…

So kommt dann beim typischen, sprich überausgestatteten, Triathleten leichte Panik auf, wenn es ans Schwimmen geht.

Gut, bei vielen Triathleten kommt beim Schwimmen sowieso Panik auf, aber das ist ein anderes Thema. Hier geht es eher um „Aaaaah! Ich habe keine Daten!!!“

Zunächst mal ist es natürlich schwierig, den treuen Trainingsbegleiter am Handgelenk beim Schwimmen permanent im Blick zu haben. Eigentlich bräuchten wir ja Schwimmbrillen mit Datenfeld (Hallo, Garmin, liest jemand mit? 😉 )

Immerhin können Uhren – Pardon, Trainingscomputer – wie z.B. der 920XT oder auch die Fenix zumindest im Hallenbad Bahnen zählen, bzw. im Freiwasser per GPS die Strecke vermessen. Letzteres funktioniert übrigens nur beim Kraulschwimmen, denn wenn sich das Handgelenk permanent unter der Wasseroberfläche befindet, ist leider Essig mit Satellitenempfang. Manche stopfen sich daher die Uhr unter die Badekappe, aber da ist bei mir wegen Haaren kein Platz mehr, und ich stelle mir das auf Dauer auch ein bisschen unbequem vor. Aber das nur am Rande.

Mit dem Puls ist es jedoch so eine Sache, da der ANT+ Standard, auf den Garmin für den Datenaustausch zwischen seinen Geräten setzt, unter Wasser nun mal nicht tut. So können wir zwar beim Triathlon unseren üblichen Landratten-Brustgurt durchaus zum Schwimmen tragen, ohne Angst zu haben, dass er Schaden nimmt, Herzfrequenzdaten bekommen wir dadurch leider keine. Erst ab der Wechselzone sind wir wieder EKG-genau im Bilde darüber ob, und dass wir noch leben.

Pulsmessung am Handgelenk löst das Problem übrigens ebenfalls nicht, da auch diese unter Wasser nicht zuverlässig funktioniert. Ich hab das zwar mit meiner TomTom Uhr schon getestet, und hatte den Eindruck, dass es durchaus geht, aber die Software schaltet leider bei der Schwimmfunktion die Pulsmessung automatisch ab, und mit Lauffunktion schwimmen bringt es jetzt auch nicht so wirklich.

Aber atmet auf, meine datensammelnden Freunde! Es gibt eine Lösung.

Seit ca. ½ Jahr nutze ich jetzt den Garmin HRM Swim und kann so zumindest immer am Bahnende checken, dass das Herz noch schlägt.

Der HRM Swim ist ein Brustgurt, der ebenfalls mit ANT+ funktioniert. Allerdings sendet er nicht wie die üblichen Brustgurte direkt die Daten an die Uhr und vergisst sie dann sofort, sondern er kann sie speichern.

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Nach dem Training lädt die Uhr die Daten vom Brustgurt herunter und gleicht sie mit dem zeitlichen Verlauf des Trainings ab, so dass man immerhin anschließend die Trainingsbelastung am Bildschirm analysieren kann.

Wenn man sich am Beckenrand ein bisschen aus dem Wasser zieht, so dass der Brustgurt knapp an der Wasseroberfläche oder darüber ist, zeigt die Uhr den Herzschlag auch live an. Es ist durchaus interessant, nach einer hart geschwommenen Bahn mal kurz aufzutauchen und zu sehen, wo der Puls sich da rumtreibt. Von wegen Schwimmen ist so schonend und so… Ich schaffe meinen Puls in den 10km-Wettkampfbereich innerhalb von 25m.

Gut, werden jetzt einige sagen, aber mit Brustgurt schwimmen, rutscht das nicht?

In der Tat ist das mit dem Sitz noch nicht ganz so der Hit. Damit der Gurt möglichst rutschfest ist, ist er auf weiten Teilen mit einer gummierten Unterseite versehen, die wiederum jedoch nicht elastisch ist. Dafür lässt er sich mit mehreren elastischen Verlängerungsstücken nahezu unbegrenzt erweitern, so dass er auch an einen beeindruckenden Brustkorb passen müsste.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass sich gerade der elastische Teil im Wasser etwas weitet, oder auch der Brustkorb komprimiert wird und er dann schnell etwas rumlommelt. Ein bisschen ist es wie beim Neo. Wenn man an Land Erstickungsgefühle hat, dann sitzt er im Wasser genau richtig.

Als Frau bin ich da ein bisschen im Vorteil, denn unter einem durchgehenden Badeanzug ist er erstens versteckt und zweitens ganz gut fixiert, selbst wenn er nicht ganz optimal sitzt. Zum Bikini sieht er vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig aus. Da ich keinen Bikini habe, ist mir das allerdings herzlich egal.

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Für Männer kostet es vielleicht etwas Überwindung, wenn die Badehose nicht optimal farblich passend ist, und mit dem Sitz ist es da vielleicht auch so eine Sache.

Unter einem Speedsuit jedoch… 😉 (Schatz, wie viel Geld haben wir diesen Monat noch?)

Abgesehen davon kann man das Teil natürlich auch zur Herzfrequenzmessung an Land nutzen, würde ich aber nicht tun. Denn zum einen sitzen die anderen Brustgurte deutlich besser und die Schweißentwicklung unter der gummierten Oberfläche ist vermutlich auch eher so bäh. Außerdem hat man dann die ganzen anderen Parameter wie Schrittlänge, Trittfrequenz, Rechts-Links-Balance, usw. nicht. Und das wäre ja ganz furchtbar. 😀

Es gäbe da übrigens noch den HRM Tri. Der kann dann alles. Aber den durfte ich leider nicht testen. 😦

Insgesamt funktioniert das Ding sehr zuverlässig. Bisher hatte ich nur einmal einen Aussetzer, was den Datendownload anging. Ansonsten wird die Verbindung mit der Uhr hergestellt, sobald er Hautkontakt hat. Es reicht also auch, ihn sich unter der Dusche noch mal kurz auf den Oberschenkel zu drücken, falls man vergessen hat, zu speichern, bevor man ihn ablegt. Da er im Gegensatz zu den anderen Brustgurten im stylischen Pool-Blau daherkommt, ist eine zufällige Verwechslung vor dem Training beim Einpacken nahezu ausgeschlossen. 🙂

Auch die Schwimmfunktion des 920XT funktioniert soweit zufriedenstellend. Ab und an zählt er mal eine Bahn nicht, was sich dann in einer Bojen-Pace äußert, aber damit lässt sich eventuell leben. Die Schwimmstil-Erkennung ist auch nicht immer ganz 100%, aber das mag auch an meinen Schwimmkünsten liegen. Ich arbeite dran. J

Seid Ihr auch Daten-Nerds? 😉

Transparenz: Ich habe den HRM Swim für 30 Tage zum Testen erhalten und ihn dann mit Presserabatt käuflich erworben. Auf meine Meinung und diesen Testbericht hatte das keinen Einfluss, denn bei Nichtgefallen hätte ich ihn einfach zurückgegeben.

 

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