Malterdingen zum 3. – der Breisgau-Triathlon 2018


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Zum dritten Mal stand ich dieses Jahr an der Startlinie zur Jedermann-Distanz in Malterdingen. Diesmal war aber mal wieder alles anders, denn der Ziel-Bereich ist aus dem Ortskern heraus und ins Stadion hinein verlegt worden, was ein paar Vor- und Nachteile mit sich bringt. Dazu aber später mehr.

Nachdem mich der Wecker zur besten Early-Bird-Zeit (5:20) aus dem Bett geholt hat, und ich trotzdem erst um kurz vor 7 loskomme – obwohl am Vorabend fast alles gepackt – düse ich über fast leere Straßen Richtung Freiburg. Es klappt alles super bis auf den traditionellen Klostopp bei einer kostenpflichtigen Toilette der einzigen um die Zeit geöffneten Tankstelle. Erst anstehen, dann kein Papier. Na super. Ich nehme das als mentale Vorbereitung auf die kommenden Dixi-Klos. Hilft ja nix.

Bei der Startnummernausgabe steppt der Bär und der riesige Firmenparkplatz ist auch schon gut gefüllt. Überall werden Fahrräder aufgepumpt, begutachtet, einige wissen überhaupt nicht, was in welchen Beutel muss. Hach, manchmal tut es gut, schon ein „alter Hase“ zu sein. Die noch schnell geöffnete Facebook-Seite des Veranstalters verkündet Neo-Verbot. Kein Wunder bei der Hitze der letzten Wochen. Ich bin nicht böse, denn das bedeutet eine Tasche weniger auf dem Rad. Ich kriege tatsächlich alle Beutel in einen Beutel gestopft und kann so relativ entspannt zum Schwimmstart radeln. Der ist nämlich ein paar Kilometer weit weg. Und wie jedes Jahr stelle ich mir die Frage: „Wo eigentlich?“

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Ich suche vergeblich nach Ortskundigen, denen ich hinterherfahren kann. Schließlich hänge ich mich an ein paar Jungs dran, die aber prompt an der einzigen Abzweigung, die mir bekannt vorkommt, vorbeiradeln. Auf mein „Seid ihr sicher???“ machen sie kehrt und fahren fortan mir hinterher. Na toll. Aber ab dieser Stelle ist dann auch alles ausgeschildert und somit kein Problem mehr. Ab und an komme ich an Athleten vorbei, die ihr Rad schieben oder tragen. Ernsthaft, Leute? Als ob 5km darüber entscheiden, ob der Reifen hält. Abgesehen davon: Besser hier einen Platten kriegen, denn vor dem Rad-Check-In steht nochmal ein Radservice.  Nun, jeder wie er mag. Bei einem klingt der Freilauf wie ein Rasenmäher. Er versichert mir, dass das so gehört. Ok… hab ich wohl eine revolutionäre technische Neuerung verpasst.

Der Rad-Check-In verläuft reibungslos und ich finde auch gleich meinen Radständer ganz vorne. Sehr cool. Ich suche das bereits erwähnte Dixi-Klo auf und treffe in der Warteschlange zu meiner Freude auf Lotta und Schorsch von tri it fit. Es ist schön, nicht alleine rumzustehen. Auf dem Dixi gibt es übrigens Papier, aber das nur am Rande.

Beutel abgeben, noch 10 Mal ums Rad rumrennen, darüber meditieren, ob ich die Schuhe am Rad stehen lasse (ist für die Jedermänner erlaubt)… ich entscheide mich letztendlich dagegen, weil ich nicht barfuß über den doch etwas steinigen Platz rennen will. Also auf zur Wettkampfbesprechung.

Der Ansager brüllt mit soviel Energie ins Mikro, dass man die Verstärkeranlage eigentlich ausschalten könnte, aber sei’s drum. Die Streckenbesprechung kann ich mir sowieso nicht merken und hoffe auf die Streckenposten und Beschilderung vor Ort.

Jetzt heißt es, noch ca. 1 Stunde bis zum Start rumzustehen. Dank Christina, einer weiteren Bekanntschaft, und Lotta geht die Zeit aber ganz gut rum. Ich verzichte auf ein Warmlaufen, wegen meines lädierten Fußes – ich glaube, meinen neuen Fersensporn habe ich noch gar nicht erwähnt. Einschwimmen muss reichen. Wir schauen ein bisschen den bereits gestarteten Mitteldistanzlern zu und sind vom Tempo der Führenden sehr beeindruckt. Kurz vor dem Besenbrett schwimmt tatsächlich einer im Trockenhaar-Stil. Geht also alles.

Obwohl der See 25 Grad hat, kommt es mir am Anfang kalt vor, aber das liegt daran, dass ich jetzt etwa eine Stunde in der Sonne rumgestanden bin. Nach ein paar Zügen legt sich das. Jetzt friere ich jedoch beim Warten auf den Startschuss, denn der Frauen-Schwimmstart liegt unter einem Baum und somit im Schatten. Ok, Jammern auf hohem Niveau. Leider schaffe ich es nach dem Einschwimmen nicht mehr, mich ganz hinten einzureihen und finde mich nach dem Startschuss kurz in einem ordentlichen Gemixe. Ich schwimme stoisch mein Ding und versuche, mich durch ein paar Schläge nicht aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen. So wirklich frei schwimmen kann ich mich aber die ganzen 700 Meter nicht. Kurz vor Schluss wird es nochmal eng, weil es eine Art Zielkanal gibt, und so ein Vollhorst (oder Horstina – so genau kann ich das nicht sagen) meint ernsthaft, sich mehrfach an mir abdrücken zu müssen. Danke auch.

Ich schleppe mich die Böschung hoch aus dem Wasser und ab zum Wechselbeutel. Hier treffe ich nochmal kurz auf Lotta. Supi, ein Handtuch für die Füße habe ich vergessen. Hilft nix. Ich stopfe also meine nassen Füße in Socken und Radschuhe. Helm, Brille, Radhandschuhe, Startnummernband, los!

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Copyright: Sportograf

Vor mir wird eine fast disqualifiziert, weil sie sich im Eifer des Gefechts bereits in der Wechselzone aufs Rad setzen will, kann aber noch durch einen Helfer daran gehindert werden. Glück gehabt. Ich hopse an der Linie aufs Rad und sortiere mich erstmal. Diesmal habe ich auch mein Garmin Edge dabei, weil ich nicht immer aufs Handgelenk schielen will und außerdem meine Wattwerte im Auge behalten. Nur blöd, dass das Ding im MTB-Profil startet, welches keine Wattanzeige hat. Ich verzichte auf Programmierungsversuche während der Fahrt. Es ist, wie es ist.

Am Anfang ist es eng und voller 90°-Kurven. In eine sause ich mit zu viel Speed, und mir wird kurz etwas mulmig. Aber ich kriege die Kurve im wahrsten Sinne des Wortes noch.

Irgendwann endlich freie Strecke, und da sausen auch schon die ersten Mitteldistanzler mit den Scheibenrädern von hinten an. Eine Teilnehmerin geht mir tierisch auf die Nerven, weil sie mehrfach überholt, um dann exakt vor mir einen kleinen Hauch zu langsam zu fahren. Ich will ja wirklich aus dem Windschatten raus, aber zurückfallen lassen kann ich mich nicht, und jedes Mal, wenn ich vorbei gezogen bin, kommt sie wieder. Am ersten Anstieg (DEM ANSTIEG) kille ich sie dann. Meinem Ego tut es auch immens gut, dass ich einen jungen Teilnehmer auf dem Mountainbike einkassieren kann und noch ein paar andere. IMG_0361

Leider sind die meisten von ihnen wohl die wesentlich furchtloseren Abfahrer, und obwohl ich mit – wie ich meine – halsbrecherischem Tempo runterheize, ziehen wieder einige vorbei.

In den Ortschaften sind einige „Zivilisten“ zum Anfeuern versammelt. Ein paar Kinder veranstalten eine richtige Fankurve mit La-Ola-Welle. Das kommt ziemlich gut.

Der zweite Anstieg hat es zwar auch in sich, aber nicht ganz so schlimm wie der erste. Ich fresse meinen Mountainbiker erneut. Diesmal sehe ich ihn nicht wieder. Schlimmer ist die Abfahrt nach dem Anstieg, denn die „Straße“ ist in einem entsetzlichen Zustand. Und obwohl alle Unebenheiten vorbildlich markiert sind, verschwinden sie ja dadurch nicht. Ein Wahnsinniger brüllt mich – bevor er mit Todesverachtung vorbeibügelt – an, ich solle die Bremse loslassen. Einen Scheiß muss ich! Ich hätte gerne Scheibenbremsen. So mache ich mental mehr als drei Kreuze, als es endlich geschafft ist.

Der Rest ist ausrollen.

In der neuen Wechselzone bekommt man das Rad nicht mehr wie die Jahre zuvor abgenommen, sondern muss eine ganze Weile rumschieben, bis man einen freien Platz zugewiesen bekommt. Das verwirrt mich so, dass ich meine Uhr nicht stoppe. Was soll’s.

Schuhe wechseln, los. Das wird der erste Kampfeinsatz für meine neuen Brooks Levitate, zu denen ich euch noch einen Test schulde.

Und jetzt kommt der ätzende Teil.

Wie ja bereits erwähnt ist der Zielbereich ins Stadion verlegt worden, weil die Sperrung der Innenstadt natürlich wesentlich personalaufwändiger ist. Ich habe dafür auch volles Verständnis. Aber die Laufstrecke ist jetzt echt besch…

Ich eiere aus der Wechselzone über eine Brücke (langer langsamer Anstieg hoch…) in der vollen Mittagssonne. Mir entgegen kommen die Läufer, die bereits die erste oder zweite Runde absolviert haben. Und übrigens auch die ersten Radfahrer von der Mitteldistanz, die ihre 80km in gut 2 Stunden weggeknallt haben. Wie machen die das?

Darüber muss ich so lange und intensiv nachdenken, dass ich immerhin einen Kilometer zu tun habe. Die Strecke ist ansonsten zwar von Zuschauern gesäumt aber öööööööde. So dass man wirklich jeden einzelnen Schritt zählen kann. Habe ich die volle Mittagssonne erwähnt? Es geht kurz aufs freie Feld, und ich freue mich über den Abstecher in die Natur, bis ich am Anstieg stehe. Selbiger ist zwar nur kurz, aber dafür gefühlt senkrecht die Wand rauf. Und dann… wenn man oben ist … steht da ein Wendepunkt, und man darf genau den gleichen Mist wieder runter. Yeah!

Ich trotte also zurück und erneut über die Brücke (langer langsamer Anstieg von der anderen Seite…) um dann – und das ist der zweite ätzende Teil – eine Runde durchs Stadion auf der Tartanbahn und am Ziel vorbei laufen zu dürfen. Ihr wisst, wie verdammt lang und fies so eine Stadionrunde sein kann. Oh, wie ich mich auf die Brücke freue! Immerhin bekomme ich einen kurzen Boost, als Marco vom Triathlon-Concept-Store kurz seinen Stand verlässt, nur um mich anzufeuern. Danke, Mann!

Ich will ja nicht nur meckern. Die Verpflegung ist toll, und man kommt auf jeder Runde 2 Mal, also insgesamt 4 Mal vorbei. Ich nehme dankbar jeden Schwamm – die Sonne scheint übrigens – und ziehe mir mehrere Becher Cola rein. Das hilft irgendwie. Ich nehme mir Zeit zum Trinken und Kühlen. Preisgeld gewinne ich eh keins.

Ich gehe den Anstieg hoch. Laufen bringt ja nix. Oben steht ein von Krämpfen geplagter Läufer. Armer Kerl. Mein Fuß ist übrigens total friedlich, was mich durchaus froh stimmt. Dafür meldet sich ein Knie. Irgendwas ist halt immer.

Eine letzte Cola, ein letzter Schwamm, ein letztes mal diese f***ing Brücke und dann geht es endlich ins Stadion, wobei ich mich ohne den Streckenposten (DANKE!) fast verlaufen hätte. (Ja, das kann ich auch in einem Stadion, wenn ich entsprechend angezählt bin.) Nicht weit vor mir läuft ein Herr, der groß angekündigt wird. Ich könnte jetzt noch einen Schlusssprint hinlegen und … ach, wozu.

Ich mache ein bisschen Show auf der Ziellinie, schließlich geht es um nichts, und dann muss ich erstmal komplett desorientiert von den Helfern entchipt und mit einem Finisher-Shirt versehen werden, bevor ich ans Büffet darf.

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Copyright: Sportograf

Das Büffet ist unvergleichlich. Malterdingen halt! Eine enorme Getränkeauswahl, Muffins, Obst, Müsliriegel… was das Herz begehrt. Ich schütte mir ein Malzbier rein, vernichte einen Schokomuffin und mehrere Stücke Melone und quatsche noch ein bisschen mit Lotta und Christina. Dann gehe ich duschen. Das ist jetzt eine echte Verbesserung, denn die Duschen waren früher eine gefühlte Weltreise weit weg. Jetzt sind sie quasi direkt am Büffet.

Aus meinen Socken fällt die halbe Wechselzone. Jepp, ich hatte mein Handtuch vergessen. Egal. Es gibt ja Waschmaschinen.

Dann besuche ich noch Marco an seinem Stand und wir erhaschen auch einen Blick auf Schorsch, der sein Mitteldistanzdebüt hier gibt. Ob er unsere Anfeuerungsrufe wahrnimmt, oder einfach schon komplett durchgekocht im Tunnel ist, vermag ich nicht zu sagen.

Der Weg zum Fahradcheckout ist verwirrend. „Na da, wo du dein Rad vorhin abgestellt hast!“ Als hätte sich mein Hirn im Wettkampf- und Hitzemodus irgendwas gemerkt…

Ich komme dann auch irgendwie von der falschen Seite, aber ich bekomme mein Fahrrad und meine Beutel. Alles ist also gut. Jetzt muss ich nur noch das Auto finden. Das ist aber jetzt auch gar nicht mehr so weit weg, noch ein Vorteil des neuen Zielbereichs.

Ich treffe erneut auf Christina, und wir wackeln gemeinsam zum Parkplatz.

Ciao, Malterdingen! Bis 2019!

Mein Fazit:

  • super freundliche Helfer
  • Top Organisation
  • genügend Parkmöglichkeiten
  • familienfreundlich durch Spielplatz am Stadion
  • unvergleichliches Büffet
  • heftige aber landschaftlich tolle Radstrecke
  • mega-ätzende Laufstrecke

Noch ein Schlusswort zu der Streckenänderung: Ich finde es sehr schade, dass durch die Verlegung des Ziels der frühere Straßenfest-Charakter aus dem Ortskern verschwunden ist und die Laufstrecke deutlich an Charme eingebüßt hat. Aber ich kann die Beweggründe des Veranstalters voll verstehen und möchte mich ganz herzlich bei allen Organisatoren und Helfern für ihren großartigen Einsatz bedanken! Ihr seid Helden!

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6 Kommentare zu “Malterdingen zum 3. – der Breisgau-Triathlon 2018

  1. Liebe Christiane,
    Gratulation und so langsam wirst Du wirklich ein alter Hase, da winken Mittel- und Langdistanz 😊
    Toller Bericht und es ist natürlich schade, dass die Laufstrecke nicht mehr so angenehm ist, aber Du hast ja Verständnis für die Organisatoren.

    Salut

    • Danke dir! Eine Mitteldistanz ist wirklich ein langfristiges Ziel, aber dazu brauche ich noch deutlich mehr Radfitness. Damit warte ich noch, bis meine Maus ein bisschen größer ist. Ja, die alte Laufstrecke war mir deutlich lieber, aber man kann halt nicht alles haben.
      Salut! 😊

  2. Hallo Christiane,

    Gratulation zum tollen Wettkampf. Aber wenn ich Deine Beschreibung der neuen Laufstrecke lese, dann wird es wohl keine Revanche für meine MD damals geben. Die alte Strecke war schon legendär schwer (das reimt sich ja sogar)

    Was steht sonst noch an dieses Jahr ? Keine Lustmal rund ums Ulmer Münster zu laufen 😉

    Viele Grüße aus dem Motivationsloch
    Andy

    • Danke Dir! Dein Motivationsloch ist hoffentlich nicht von allzu langer Dauer. 🙂 Lust hätte ich schon, aber mein aktueller Fersensporn (jetzt links) erlaubt gerade nur Triathlon. Seltsamerweise funktioniert laufen nach dem Radfahren gut, isoliert aber gar nicht.
      Ich schieb mal Motivation rüber.
      Liebe Grüße, Christiane

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