Tempo, Tempo, Tempo!


Juhu, Hurra, und Jippie! Es gibt klar erkennbare Fortschritte zu vermelden! Nach meinem Rumgememme vom Sonntag gibt es jetzt was Positives zu berichten.

Heute war wieder ein Tempolauf angesagt. 8,8 km sollten es laut Plan in 6:23 werden. Nachdem meine Erfahrung bei den letzten Tempoläufen ja so war, dass ich das vorgegebene Tempo nicht halten konnte, was aber vermutlich vor allem daran lag, dass die Planvorgabe für eine topfebene Strecke gedacht ist, beschloss ich, heute einfach mal von vorneherein was draufzurechnen, und einen 6:30 er Schnitt anzupeilen. Das ist auch das Tempo, das ich für meinen 10er-Wettkampf (wobei ich ja nicht wirklich wettkämpfe) nächstes Wochenende geplant habe. Insofern sollte dieser Lauf auch ein Test werden, wie das so passt.

Im Endeffekt wurden es sogar 6:28 und vicsystem hat mir das jetzt bei der Eingabe unter Berücksichtigung der Höhenmeter sogar auf 6:17 (für eine flache Strecke) hochgerechnet. Gut, das sind theoretische Werte. Ganz praktisch waren es 6:28 und ich habe bei einer leicht abfallenden Strecke sogar mal kurzzeitig eine 5 vorne dran gehabt. 🙂

Außerdem hatte ich das Gefühl, dass ich das Tempo durchaus noch für 2 weitere Kilometer hätte halten können. Das sollte also dann für den 10er funktionieren. 🙂

Natürlich hatte ich wieder das „letzter Kilometer-Syndrom“, was wohl die meisten kennen, aber das nehme ich nicht mehr so ernst.

Aber das Beste kommt noch: Nicht nur, dass mir dieses Erfolgserlebnis vergönnt war, sondern auch ein klar messbarer Fortschritt. Bei meinem ersten 10er Wettkampf, dem Sylvesterlauf in Tuttlingen, habe ich es geschafft, ganz knapp unter einem 7er Schnitt zu laufen, bei einem Puls um die 170 – 173, wobei der auf dem letzten Kilometer dann deutlich nach oben ging. Heute war ich im selben Pulsbereich, aber 30 sec auf den Kilometer schneller! Juhu! Noch ein Jahr, und ich knacke die Stunden-Grenze!

Dabei fühlte ich mich anfangs gar nicht so fit und motiviert für eine Tempo-Einheit.

Mild interessierte Blicke

Mild interessierte Blicke

Auch die Ziegen waren eher auf Entspannung programmiert.

Die Intervalle vor 2 Tagen war ich ziemlich ungleichmäßig gelaufen (13x400m), wobei ich gegen Schluss etwas besser drauf war, weil eine Sportabzeichengruppe im Stadion trainierte, und ich vor Zuschauern ja doch gerne gut aussehen wollte. 😉

Aber heute funktionierte das irgendwie richtig gut. Der Rhythmus war schnell gefunden, die Strecke, die ich mir ausgesucht hatte angenehm, die Kinvaras leicht an den Füßen… einfach total gut.

Oh, und übrigens, das Tollste am Bahntraining sind nicht die Intervalle, sondern der Barfuß-Abschluss auf dem Innenfeld. Das ist wie Fliegen… hach… schwärm… Vielleicht brauch ich auf den Winter doch ein Paar Fivefingers. Wenn die nur nicht so teuer wären…

Das Einzige, was mir immer noch etwas Kummer macht, ist der leichte Hang zu Magenschmerzen und Seitenstechen. Das war zwar heute wesentlich weniger als bei den Tempoeinheiten, die ich abbrechen musste, aber dennoch untergründig immer noch der Fall. Es ist ja nicht so, dass es eine unerträgliche Quälerei wäre, aber es trübt den Spaß ein bisschen. Ich hatte nicht übermäßig viel gegessen, und getrunken habe ich während des Tempolaufs vielleicht 2 winzige Schlucke gegen die Mundtrockenheit. Bei den Wettkämpfen hatte ich es ja noch auf zu viel Flüssigkeit auf einmal an den Verpflegungsstationen geschoben, aber offenbar hat es damit nichts zu tun, sondern hängt rein mit dem Tempo zusammen. Mmm…

Und eine vermutlich rein mathematische Frage beschäftigt mich noch. Wieso ist der Unterschied in der Anstrengung zwischen – sagen wir – einer Pace von 9:00 und 9:30 eigentlich so gering, und bei einer Pace von 6:00 im Vergleich zu 6:30 so unglaublich groß? Wächst das irgendwie exponentiell, prozentual oder proportional, oder hat was mit Quanten zu tun?

Ich war ja noch nie gut in diesen Aufgaben wie „Ein ICE fährt von Hamburg nach Berlin mit einer Geschwindigkeit von 230 km/h, während ein InterRegio von Berlin nach Hamburg mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h unterwegs ist. Welche Farbe hat die Mütze des jüngsten Sohnes des Lokführers?“

Daher werde ich wohl auch nie das Läuferrätsel in der RunnersWorld gewinnen. Was soll’s…

Das Wetter weiß übrigens auch gerade nicht so genau, was es will. Warm und sonnig, kalt und windig, es war alles dabei, und ca. 2 min nachdem ich die Haustür hinter mir geschlossen hatte, schüttete es wie aus Eimern.

Ich schiebe es also mal aufs Wetter, dass ich statt des Haus- den Briefkastenschlüssel eingesteckt hatte… 🙄 Sind auch echt leicht zu verwechseln. Der eine ist klein mit schwarzem Kopf und der andere groß und komplett silbern. Zum Glück hab ich ja meine bessere Hälfte.

Das war jetzt ein schöner Abschluss meines 6-wöchigen „Trainingslagers“. Ich hoffe, der lange Lauf am Wochenende wird auch wieder einer mit Lächeln. 🙂

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14 Kommentare zu “Tempo, Tempo, Tempo!

  1. So viele Fragen…aber Hauptsache es läuft und wen interessieren schon Zeiten? Lass es laufen und wenn Du Dich wohl fühlst ist alles prima…ach so, Du hast ja einen Trainingsplan 😉 Na dann, heißt es einfach Augen zu und durch….und viel Glück 😀

    Nix für ungut, bin einfach ein komplett Verweigerer was Pläne angeht :mrgreen:

    Salut
    C.

    • Ja klar, aber über gesperrte Brücken hopsen… 😀
      Waren ein bisschen viel Zahlen, ich weiß, aber mir tut das gut, zu sehen, dass es tatsächlich vorwärts geht. Und das ist eben in Zahlen mess- und ausdrückbar. Und wenn es vorwärts geht, dann fühl ich mich auch wohl. 🙂

  2. Schließe mich Christian an :“ Wen interessieren schon Zeiten ? „. Du freust dich über deine Erfolge – und jeder nach seinem Geschmack – ansonsten schließe ich mich komplett meinem lieben Freund Christian an.

    Viel Spaß
    und vor allem
    den Erfolg
    den dir dir erhoffst !
    alles das von der sonnigen Ostsee !

  3. Moin,
    ja, die Belastung wächst „exponentiell“ – nicht ganz aber so in etwa. Habe neulich erst meine Leistungsdiagnostik mit Laktattest gemacht – da kam das auch raus 🙂

    Das mit den Magenschmerzen könnte auch daher rühren, dass der Körper von Fett- auf Kohlenhydratestoffwechsel umstellt, was ja beim Tempo- und Intervalllauf beabsichtigt wird. Siehe hierzu auch Wikipedia. Ich glaube zwar kaum, dass du deine anaerobe Schwelle dabei so nachhaltig überschreitest, da wird es nach wenigen Minuten für mich nämlich richtig ungemütlich. Aber irgendwas verändert sich da halt bei steigender Belastung 🙂

  4. Nachdem ich hier schon relativ lange mitlese, muss ich doch endlich mal einen Kommentar hinterlassen 🙂
    Ich find’s super, dass du dich von dir selbst nicht unterkriegen lässt und dich dann mit einem so positiven Training belohnen kannst 🙂
    Für deinen Wettkampf drücke ich dir die Daumen!!
    Ich habe morgen meinen „Saison-Höhepunkt“, 10,5km und es schwankt noch zwischen Vorfreude und Aufregung 🙂
    Viele Grüße von der Förde 🙂

    • Vielen Dank für Deinen netten Kommentar! 🙂 Du darfst öfter mal was schreiben. 😉
      Ich drücke Dir die Daumen für morgen und hoffe, dass Du es genießen kannst.
      Grüße aus dem kalten Süden.

  5. Wenn du einigermaßen regelmäßig eine Tempoeinheit einstreust, wirst du auch schneller und natürlich ist es schön, wenn man das Ergebnis dann auch sieht. Grundsätzlich ist es wichtig, das Tempo der Einheiten immer mal zu variieren. Das machen die, die nicht nach Plan trainieren ja auch nicht anders, nur nennen sie es dann „Heute hatte ich mal Lust schnell zu laufen“ 🙂

    Dann drücke ich dir mal die Daumen, dass du das auch im Wettkampf so einigermaßen hinbekommst.

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