Long-Eat – Longrun


Das Osterwochenende war sowohl in läuferischer als auch in kulinarischer Hinsicht eine Herausforderung.

Gestern (Ostersonntag) stand ein 17 km -Lauf auf dem Programm. Und ich liebe ja neue Strecken. Das Höhenprofil sah nicht ganz so anspruchslos aus:

 

Höhenprofil

Aber da man sich bei uns ohnehin schwer tut, eine annähernd flache Strecke zu finden, war mir das tendenziell egal.

 

Selbst ein Kieswerk kann manchmal romantisch aussehen

Selbst ein Kieswerk kann manchmal romantisch aussehen

Es ging also zunächst mal Richtung „alte Heimat“, sprich Studentenwohnheim, und dann raus am Kieswerk vorbei, wo gelegentlich zur Freude der Anwohner Autoreifen verbrannt werden – zumindest riecht es so. Dank Feiertag gab es aber keinen Angriff auf Umwelt und Atemwege, und der Anblick hatte irgendwie durchaus was.

Dann ab über die A81 und in den Nachbarort.

Das Wetter war an diesem Tag irgendwie verrückt. Der Vormittag war kalt bis eklig, jetzt, am späteren Nachmittag zeigte sich doch noch die Sonne. Das tat sie dann so entschlossen, dass die Temperatur gleich um ein paar Grad nach oben schnellte. Zum Glück war ich variabel ausgestattet. Zu Beginn des Laufs trug ich eine 3/4 Tight, ein Baselayer-Shirt, darüber ein Longsleeve und noch darüber eine Windstopper-Weste. Es war nämlich ordentlich windig. Wegen der unsicheren Witterung war ich mit Rucksack unterwegs, in dem sich neben der gefüllten Trinkblase und meinem geliebten Twix noch ein paar Handschuhe, zwei Buffs und eine dünne Regenjacke befanden. Man weiß ja nie… (Hab ich schon erwähnt, dass ich paranoid bin?)

Jetzt musste ich nach ein paar 100 Metern stehen bleiben, mein Longsleeve-Shirt ausziehen, und die Weste direkt über das – nun ja, im strengen Sinne ist es wohl ein Unterhemd – ziehen. Ansonsten wäre ich vermutlich auf der Stelle verdampft. Dank Rucksack konnte ich zum Glück die überflüssige Kleidung wunderbar verstauen. Morgens noch mit Winterjacke und dickem Pulli in die Kirche, jetzt mit 3/4 Tight und kurzen Ärmeln auf der Strecke – das macht wohl anpassungsfähig.

Derart frisch belüftet trabte ich (mit einigen Gehpausen, da wo die Steigung den Pulsmesser nach oben schnellen ließ) in etwa entlang der Strecke, die ich sonst mit dem Auto in die Nachbarstadt zurücklege.

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Hier war jemand so freundlich, extra für mich eine Allee aus blühenden Bäumen anzulegen. Danke sehr!

Hinter einer Kurve lag dann eine wunderbar sanft abfallende lange Strecke vor mir.

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Ich genoss jeden Meter dieses „Läufergeschenks“, denn ich wusste, dass es irgendwann wieder nach oben gehen würde.

Nach einigen Windungen und Hügeln offenbarte sich mir dann dieser Anblick:

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Wir sehen hier ein malerisches Dorf, eingebettet in ein Tal zwischen zwei Hängen. (Irgendwie logisch, sonst wär’s ja kein Tal). Während ich noch verzückt die Aussicht betrachtete, ging mir langsam auf, dass ich da auf der anderen Seite wieder hoch muss…

Auch wenn sich der Anstieg auf  der anderen Seite ordentlich hinzog, war der ganze Weg von Schlüsselblumen gesäumt.

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Ich mag mich irren, aber ich erinnere mich, dass ich als Kind bei Spaziergängen mit meinen Eltern immer darauf hingewiesen wurde, dass die Schlüsselblumen geschützt und selten seien, und dass ich drum keine pflücken dürfte. Hier gab es so viele davon, dass ich mehrere Sträuße hätte pflücken können. Schön zu sehen, dass es so was hier gibt.

Dieser Teil der Strecke war dann mehr Wanderung als laufen, aber das war ok. Durch die schnellen Abwärtspassagen stimmte die Pace im Durchschnitt noch.

Wieder im Nachbarort angekommen, merkte ich, dass das ganze Auf- und Ab mich doch ordentlich Körner gekostet hatte. Ich musste immer wieder – auch bei leichten Anstiegen – gehen. Dafür waren die letzten 3 km eigentlich nur noch ein langer Abstieg, auf dem ich dann wieder Zeit gutmachen konnte. Das Ortsende-Schild informierte mich, dass ich noch 2 km zurückzulegen hätte, der 20m weiter stehende Wegweiser für die Autofahrer wies 1km aus. Das war dann wohl der schnellste Kilometer meines Lebens, aber die Beschilderung ist hier überall etwas über den Daumen gepeilt.

Noch mal über die A81 und den Urlaubsverkehr:

Autobahn-Brücke

Autobahn-Brücke

Das genoss ich besonders, denn wenn ich bei meinen Zur-Arbeits-Autobahn-Fahrten Läufer auf den Brücken sehe, werde ich immer ganz neidisch. Und dann gings durch die Stadt nach Hause. Auf den letzten 100m muckte mein Knie etwas. Aber dafür hatte ich nach diesem Lauf durchaus Verständnis.

Heute war dann Ausdauer der ganz anderen Art angesagt: Der Besuch bei meinen Eltern brachte einen kulinarischen Marathon mit sich. Meine Mutter kocht wirklich gut und gerne, und da hält man sich dann eher doch nicht zurück. (Salat, Lachs mit Brokkoli und Kartoffel-Püree, Mousse au chocolat – schlemm!)

Danach gab’s zum Glück noch einen Spaziergang mit See.

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Das weckte die Lebensgeister wieder. Obwohl mir gestern alles wehtat: Von Muskelkater heute keine Spur. Training scheint wohl doch was zu bringen.

Nach dem Spaziergang durften wir uns zur Belohnung noch ein Stück Hefezopf reinschieben – hatten wir uns nach 30 min ja auch redlich verdient. 😉

Schön war’s trotzdem und morgen gehe ich wieder laufen, dann passt das schon.

 

 

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10 Kommentare zu “Long-Eat – Longrun

  1. Das ist doch eine schöne Nebenwirkung beim Laufen, dass man nicht über jeden Hefezopf nachdenken muss. Bei Deiner Kleidungsbeschreibung musste ich schmunzeln, liest sich, als ob Du den kompletten Kleiderschrank mit hattest. 😉 Besonders gefällt mir die für Dich extra gepflanzte Allee.

    • Mm, leider muss ich dank Mr. Hashimoto zumindest über jeden zweiten Hefezopf nachdenken, sonst rächt sich das ganz schnell. Ja, ich tendiere zum übervorsichtigen Ausrüsten. Aber im Moment wechselt das Wetter so häufig, dass man einen kompletten Kleiderschrank braucht. Erst verdampfen, dann erfrieren, oder umgekehrt.
      April halt.

  2. Laufen mit Rucksack – stört Dich der nicht? Das Zuviel-Kleidungsproblem hatte ich auch. Gerade wenn Wind ist, täuscht man sich da doch öfter mal. Aber eine schöne Runde war es auf alle Fälle und schöne Landschaft noch dazu! Mit dem Essen das darfst Du nicht so verbissen sehen: Salat und Brokkoli sind gesund, Lachs auch, Kartoffeln und Mousse mussten sein – zur Kohelnhydratauffüllung. Also, gar kein Thema;-) !
    Liebe Grüße
    Elke

    • Genau! Das war ein sehr gesundes Essen!
      Nee, der Rucksack stört eigentlich nicht, weil sehr leicht und gut sitzend. Wenn ich die Wahl habe laufe ich natürlich lieber ohne, aber gerade bei den wirklich langen Strecken bewährt er sich schon. Moderne Laufklamotten scheinen ja vor allem daran Gewicht zu sparen, dass sie keine Taschen mehr haben.
      Bei Strecken über einer Stunde hab ich daher meinen Trinkgurt, und bei Strecken jenseits der zwei Stunden den Rucksack.

  3. “ Läufergeschenke “
    das ist es
    was wir überall finden
    auf unseren Wegen
    überall
    man muss sie nur sehen
    hören
    fühlen lernen

    Und was die Kleidung angeht
    aus Fehlern wird Frau meistens klug
    oder ? ❓

    • Durch das Bloggen finde ich solche „Geschenke“ viel bewusster. Interessant, das.
      Naja, so falsch war die Kleidung gar nicht. Etwa ab der Hälfte musste ich nämlich eine Schicht wieder anlegen. Da wurde es kühl. Aber die Handschuhe und die Buffs hätten zuhause bleiben können, das ist schon war… 🙂

  4. Wer viel läuft, darf viel essen! 🙂

    Über den mitgenommenen Kleiderschrank habe ich auch geschmunzelt – aber es gibt einfach Wetterlagen,bei denen man einfach nicht weiß, wie man sich anziehen soll. 😎

    Liebe Grüße,
    Anne

    • Der erste Satz stimmt bei mir leider nicht. 😦
      Ansonsten, im Moment gilt das Motto: Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte einfach 5 Minuten.
      April halt.
      Viele Grüße, Christiane

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