RFTS – das war’s dann wohl


Nach nur 27 Tagen musste ich meinen geplanten einmonatigen Streak jetzt beenden. 27 Tage. Das hätte noch nicht mal für den Februar gereicht. In der Nacht vom Freitag auf Samstag hat mich aus heiterem Himmel eine Rachenentzündung erwischt und damit jeden Gedanken ans Laufen unwiderruflich gestrichen. Freitag Mittag ging es mir noch bestens, ich hab ein kurzes Läufchen gemacht. Keinerlei Auffälligkeiten, Kurzatmigkeit oder Ähnliches. Und dann mitten auf der Abi-Feier, so gegen 20 Uhr: Zack! Die Feier musste ich natürlich noch durchziehen, das konnte ich den Schülern schlecht antun. So gegen Mitternacht fuhr ich dann in einer Art Nebel nach Hause.

Mir war dann irgendwie gleich klar, dass es das jetzt wohl war. DNF is not an option, lautet ein vielzitierter Satz. Ich kann dazu nur sagen, wenn man sich so fühlt, ist es die einzige Möglichkeit. Das hat dann auch nichts mit nicht vorhandener mentaler Stärke zu tun. Wenn mein System die Reißleine zieht, dann tut es das gründlich.

Gestrichen ist damit natürlich auch die heutige Marathonstaffel, auf die ich mich so lange gefreut hatte. Die Lauftreffgruppe ist sauer auf mich, naja vielleicht auch nicht, aber ich hab das Gefühl. Und ich bin einfach nur entsetzlich deprimiert.

Ich fühle mich als Versager und als hätte ich alle im Stich gelassen. Freitag mittag noch dachte ich darüber nach, den Streak zu verlängern, nicht zuletzt durch Fannis Blog. Ich stellte mir vor, wie ich heute bei der Marathonstaffel in meinen coolen Kinvaras laufen würde. Die Startgebühr und das Geld für das Lauftreffshirt lassen sich zwar verschmerzen, wären aber diesen Monat mit der gesalzenen Werkstattrechnung im höchsten Maße willkommen gewesen.

Ich weiß, dass mich objektiv gesehen keine Schuld trifft. Ich weiß, dass ich auf das stolz sein kann, was ich bisher gemacht habe, aber das stellt sich im Moment nicht ein. Ich bin nur sauer, geknickt, depri und was weiß ich noch alles.

Ich habe für diesen Beitrag kein Foto. Ein Selfie käme jetzt auch nicht wirklich gut. Glaubt mir.

Ich hoffe, mein nächster Beitrag wird wieder fröhlicher. Vielen Dank an alle, die meinen Streakrunning-Versuch mit ihren motivierenden Kommentaren so toll unterstützt haben, ihr seid großartig!

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27 Kommentare zu “RFTS – das war’s dann wohl

  1. DNF ist keine Option, wenn die Beine schwer werden, man einfach nur müde ist, das Wetter blöd etc etc. DNF ist die einzige! Option, wenn es um die eigenen Gesundheit geht, finde ich. Von daher: ja ärgerlich, aber Versager nein. Hut ab vor den 27 Tagen und den vielen Kilometern! Und jetzt höre auf deinen Körper…

    • Ja, du hast völlig recht. Im Moment bleibt mir nichts anderes, als auf meinen Körper zu hören, so wie der brüllt… Danke für die aufbauenden Worte. 🙂

  2. Ich finde, dass 27 Tage schon eine beachtliche Leistung sind! Da kannst du stolz auf dich sein! Und die Gesundheit geht nun einmal wirklich vor. Sobald die wieder mitspielt, kann’s weiter gehen. Und da wirst du dann schneller wieder in den Flow reinkommen als du denkst! Ich wünsch dir nochmals gute Besserung und Kopf hoch — ist zwar grad ärgerlich, aber alles halb so schlimm!

  3. Liest sich nach demselben hinterhältigen Virusding, das mich vor vier bis drei Wochen ziemlich lahmgelegt hat. Seit langem war ich sogar mal wieder richtig krank geschrieben für einige Tage.
    Nicht nur hinterhältig weil es so überraschend und plötzlich kam – der Rachen fühlte sich an, als hätte jemand mit einem scharfen Messer einmal ordentlich drübergeschhrabbt — sondern auch deshalb weil es mehrmals den Eindruck vermittelte, jetzt aufzugeben um – kaum wollte ich wieder „normal“ weitermachen im Alltagsablauf – noch ein, zweimal wiederzukommen. Die blöden Halsschmerzen ebbten ab und wieder auf, dann kam eine Stimmbänderentzündung dazu und schließlich ncoh ein extrem hässlich-schwächender Reizhusten – mehrere Nächte lang kaum an Schlaf zu denken. Mein Rat also (und die Ärztin, die ich zwecks Krankschreibung – Medikameten hat sie gar nicht erst empfohlen, da hilft nur Ausruhen und Tee trinken – aufsuchte, erkannte den Erreger auch schon und riet ein selbiges): nicht zu früh wieder durchstarten auch wenn es scheinbar schon deutlich besser wird. Komplett geduldig auskurieren, dann geht’s am schnellsten.

    In diesem Sinne: Gute Besserung!

  4. Nachtrag: hätte ich sofort komplett still gehalten und nicht noch tagelang gedacht: „ach, sone kleine Erkältung – die ignoriere ich doch halbwegs …“ dann wäre es mit Sicherheit schneller vorbeigegangen. Noch ein Rat also: sei schlauer als ich :o)

    • So was wie eine kleine Erkältung kenne ich gar nicht. Wenn es mich erwischt, dann nullt es mich völlig und komplett aus. Da ist nix mit ignorieren. Ich hoffe, dir geht es wieder gut!

  5. Da darfst Du einfach mal Deinen Frust schieben. Ist ja auch wirklich ärgerlich, so kurz vor dem Ziel.

    Wenn ich mal Anleihen bei Paulchen Panther nehmen darf: Aber heute ist nicht aller Tage, der Spaß und die Freude kommen wieder, keine Frage.

    Halt die Ohren steif und erst mal gute Besserung.

    Liebe Grüße
    Volker

  6. Lass‘ deinen Kopf bloß nicht hängen
    es wird nicht das letzte Mal sein
    dass dir so etwas passiert
    kein Weltuntergang
    nichts
    kann jedem passieren
    und bald bist du wieder topfit auf der Piste
    schreibst wieder in englisch
    ou en francais
    alles Gute von der Ostsee ! 😎

    • Es ist leider auch nicht das erste Mal, dass ich so kurz vor dem Ziel ausgebremst werde. 😦 Aber da hilft nur auskurieren und reboot.
      Viele Grüße aus dem kalten Süden. Wir haben heute den Ofen angeheizt…

  7. Och Möönsch… Kann ich verstehen, dass Dich das niederhaut. Aber dazu gibt es keinen Grund:
    Du hast 27 Tage super am Stück Deine Läufe durchgezogen -Klasse!
    Du hättest ZWEIFELLOS auch die paar letzten gemacht – Keine Frage!
    So ein Virus kann jeden erwischen, da kannst Du nichts dagegen tun. Außer: Vernünftig sein und nun der Gesundheit den Vorzug geben. Da kann Dir keine böse drum sein, und wenn doch, wäre das ein ganz dummer Mensch. DNF ist in der Situation das einzig richtige.
    Mentale Stärke hast Du definitiv gezeigt an jedem Lauftag!
    Kopf hoch, und demnächst gehst Du ein neues Ziel an!
    Ganz liebe Grüße
    Elke

  8. Deinen Frust kann ich gut verstehen, auch wenn es wahrscheinlich in ein paar Tagen schon wieder ganz anders aussieht. Aber Du hast das einzig Richtige getan und hörst auf Deinen Körper. Alles andere ist ja Quatsch.

    Also schick ich Dir ein Körbchen Trost rüber und nen Strauß Blumen für die Vernunft und bald wirst Du wieder frohgemut durch die Felder laufen.

    • Danke! Die Blumen sind sehr hübsch. 🙂
      Naja, bis ich wieder laufen kann, gehen bestimmt noch mindestens 10 Tagenins Land, Das Biest scheint sich bei mir wohl zu fühlen.
      Mir ist es allerdings völlig unbegreiflich, wie man in so einer Situation nich auf seinen Körper hören kann. Ich würde im Moment nach 100 m einfach umkippen. Wenn ich dann höre, dass jemand trotz Infekt Marathon läuft, dann muss das entweder ein anderer Infekt sein oder derjenige ist gedopt.

  9. Ohje, jetzt weiss ich warum Du schriebst, Du weisst wovon ich schreibe. Da bleibt mir nur zu sagen: Es tut mir leid, dass es für Dich nicht so gelaufen ist, wie Du es Dir gewünscht hast.
    Enttäuschung, Wut und Traurigkeit sind alles Gefühle, die man in so eienr Situation haben darf. Das ist völlig ok so!

  10. Ach Du armes … ich halte nix vom streaken weil nicht jede(r) nach z.b. 99 oder 999 tagen die größe hat einem infekt der „vorzug“ zu geben. Hut ab. Schade um den staffeleinsatz aber weise daß Du das jetzt auskurierst, gute besserung und ein fettes heilsames schnurrrrrrr

      • jetzt sach nich dat hilft nich … und sabbern is besser als pupsen, das hatte ich beim letzten schlandSpiel, boah, wieviel olfaktorisches aus 3,7kg rauskommt ist unglaublich

      • keine ahnung, es roch mehr so nach tüte, whiskas oder felix, über die jahre haben wir uns einwickeln lassen, die alte 3er-belegschaft die hinten im garten liegt fraß palettenweise kitekat in fast allen sorten (da hatte ich bei regionalem sonderangebot schon mal 5*24=120 à 400g im keller), die ablösungen haben sich sukzessive als feinschmecker ins ♥ geschlichen 😆

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