4 Störche, ein Hase,ein Schmuse- und ein Muskelkater


Keine schlechte Bilanz für einen Longrun, oder?

2014-08-03 19.16.59

Diese vier Herrschaften begegneten mir ziemlich zu Beginn. Ich vermute, es sind Mama, Papa und Zwillinge, die auf dem schiefen Kirchtum von Schura aufgewachsen sind. Da kommen die Störche jedes Jahr, und seit mir mal aufgefallen ist, dass dieser Turm recht schief in der Landschaft hängt, frage ich mich jedesmal, inwieweit die Störche der Statik irgendwann den Rest geben… Aber sie sind toll!

Der Hase war leider zu schnell für mich und mein Blödphone.

Ca. 18 km sollten es werden, in einem für mich ungewohnt schnellen Tempo für einen Longrun, davon das letzte Drittel nochmals um 10 sec. schneller.

Vicsystem will’s jetzt wissen.

Ich wollte also besonders schlau sein, und dachte so bei mir, dass es vielleicht ganz gut sei, die Streckenführung so zu wählen, dass es anfangs eher ansteigt, und gegen Ende eher bergab geht.

Flach gibt es hier nicht. Irgendwo steht immer ein Berg oder ein Hügel rum. Ich begab mich also mal wieder auf GPSies, um mir dort eine hübsche Strecke zu suchen, denn meine übliche 18km-Runde hat leider ein genau umgekehrtes Streckenprofil. Die Strecke sah vielversprechend aus. Hoher Waldanteil, wenig Ort, so mag ich das. Sie führte um einen der Nachbarorte drumrum, und auch in die Nähe des Lupfen, eines etwas höheren Hügels hier in der Gegend. Gibt da auch jedes Jahr einen Berglauf für die ganz Harten. Die Karte zeigte einen Weg am Lupfen vorbei. Sah hübsch aus. Dazu später mehr.

So die erste Zeit führte die Strecke noch durch bekanntes Gelände, und ich konnte die vorgegebene Pace von astronomisch schnellen 7:55 einigermaßen halten, ohne den Puls in den roten Bereich zu treiben. Am Berg etwas langsamer, auf kleinen Gefälle-Strecken oder im Flachland (also so ca. 30-50 m lange Strecken) ein bisschen schneller, das passte im Schnitt soweit ganz gut.

Dann kam der erste Haken bei der Strecke. Ich fand mich plötzlich auf einem – zwar wenig befahrenen, nichts desto weniger gehweglosen – Stück Landstraße wieder. Bääh! Mag ich gar nicht! Mir blieb bloß leider nichts anderes übrig. Glücklicherweise zeigte mir meine Uhr, dass ich bald wieder abbiegen dürfte. Leider hatte ich den Maßstab etwas groß eingestellt, und bog zu früh ab, glücklich, von der Straße wegzukommen.

Es regnete übrigens die ganze Zeit, was ich durchaus ganz schön fand, nun aber stand ich plötzlich mitten im hohen nassen Gras nebst Brennesseln. Das war wohl dann doch nicht wirklich der Weg. Der war nämlich weg. Ich bahnte mir den Weg um ein Regenwasser-Auffangbecken und über einen mittelgroßen Fluss, der da eigentlich nicht so hingehörte (na gut, ich konnte drüber springen, aber klingt es nicht dramatischer?), und landete… erneut auf der Straße. Das ging dann noch so 200m, bis ich endlich wieder in einen Wirtschaftsweg einbiegen konnte.

Der unfreiwillige Crosslauf hatte natürlich an der Pace genagt und Kraft gekostet. Noch war ich aber optimistisch, das wieder einholen zu können.

Ungefähr 500m lang. Dann begann nämlich der Anstieg. Es müssen so 10-12% Steigung gewesen sein. Unvermittelt, extrem giftig, und auch etwa 800 m lang, bis es oben etwas flacher wurde. Ich verfolgte wieder meine 30-Schritte-Lauf-30-Schritte-Geh-Strategie, was aber trotzdem das Tempo nicht wesentlich erhöhen konnte. Soviel zur Pace… 🙄 …

Und soviel zum Thema: „Wie schön, die Strecke geht am Lupfen vorbei!“ Ich naives Ding… Natürlich hatte ich mir das Höhenprofil vorher angesehen, aber auch hier wohl irgendwas im Maßstab übersehen. Nun gut, wo’s raufgeht, geht’s irgendwann auch wieder runter. Nachdem es wieder angenehm zum Laufen wurde, sollte es laut Karte noch ein Stück geradeaus am Waldrand langgehen. Wenn es denn da einen Weg gegeben hätte… Ich wagte mich wieder kurz ins hohe Gras, um zu sehen, ob es denn nach ein paar Metern wieder einen Weg geben würde… Fehlanzeige. Statt Brennesseln diesmal Disteln. Also Planänderung. Es ging bergab, und das letzte Drittel mit Tempoverschärfung wurde eingeläutet. Unten dann ein Bauernhof. Mit Katzen. Normalerweise laufen Hofkatzen eigentlich meistens weg, wenn ich vorbeilaufe. Nicht so dieser kleiner Kater. Er stoppte mich mitten im Lauf, und wollte dann ausgiebig (ca. 10 min) beschmust werden. So langsam fing es an, zu dämmern, und ich wollte eigentlich heim, aber der Kerl war so süß…

Schließlich riss ich mich los, muss aber vergessen haben, die Uhr wieder zu starten, so dass mir 2 km durch die Lappen gingen. Echt dämlich, aber ich bin mir relativ sicher, dass ich innerhalb der Planvorgaben unterwegs war.

Daheim war ich dann platt.

Vielleicht auch deswegen, weil ich am Vormittag noch im Studio gewesen war, um vor allem meinen Oberkörper wieder auf Vordermann zu bringen. Durch die längere Pause hatte ich auch überall brav die Gewichte reduziert, und meine Beine auch weitgehend vom Krafttraining ausgenommen, um mir nicht den Saft für den Longrun zu nehmen. Aber heute… Auuuuuuuuuuu! Dieser Kater ist gar nicht süß!

Deshalb war heute auch ein Pausentag dringend nötig, mit nur ein ganz bisschen Fahrrad zum Einkaufen. Mehr nicht. Und nachher gehe ich vielleicht noch ins Studio, um mich auf der Powerplate massieren zu lassen. Mehr auch nicht. 🙂

Morgen stehen nämlich 2200m Tempo-Intervalle an… Kreisch! 😯

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13 Kommentare zu “4 Störche, ein Hase,ein Schmuse- und ein Muskelkater

  1. Haha, Du hast den Trainingsplan aber schon ganz schön strapaziert mit der Hofkaterschmusepause, ich denke, damit kann auch das Vic-System nichts anfangen 🙂
    Intervalle? Hört sich auch nicht gerade nach Spass an 😉 Da lob ich mir meinen heutigen 15 Kilometer Tempodauerlauf bei schwülen 30°C, das hatte fast schon etwas meditatives :mrgreen:

    Salut
    Christian

    • Naja, theoretisch kann man einen Longrun ja auch auf zwei Einheiten verteilen. Da müssen 10 min Katze knuddeln bei angehaltener Stoppuhr schon mal drin sein. 😉
      Ach, Intervalle können schon auch Spaß machen, wenn sie vorbei sind… 🙂

  2. Du gibts es dir zur Zeit aber schon richtig 😉 Und mit den heutigen Intervallen möchte ich auch nicht tauschen… Aber du kannst sie ja für mich genießen 🙂

  3. Das geht ja Schlag auf Schlag bei dir
    meist im Regen
    ich beneide dich
    dass dein Körper sich revanchiert
    wundert dich das ?

    Also schön brav Pause machen
    und dann funzt alles wieder……
    trlalalalalalal :col:

    • Sowohl als auch, wobei die meisten Leute eine angestrebte HM Zeit von 2:30 vermutlich kaum als Ziel sehen würden. Ist es für mich aber. Und ich will einfach sehen, ob da noch was geht…. 🙂

  4. Ist ja witzig, ich hatte gestern genau die gleichen tierischen Begegnungen. Storch, allerdings nur einer, Hase, der sich nicht ablichten ließ und eine Katze, die stoisch stehenblieb, als ich knapp an ihr vorbeirannte. Ergänzt allerdings noch um Schafe 😀

    Apropos Regen, liebe Christiane: Das mit dem Schieben hat nicht geklappt 😦

    Liebe Grüße
    Volker

  5. Pingback: Die TomTom Multi-Sport Cardio – Test auf dem Fahrrad (Warum ich KEIN Rennrad möchte) | laufkater

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