Widersprüchlich…


Das Training trägt Früchte. Ich bin in der Form meines Lebens, und dennoch nicht in der Lage, aus dem Auto auszusteigen, oder eine Treppe hochzugehen, ohne laut zu fluchen, zu jammern, oder still vor mich hinzuleiden.

Quietsch, Knirsch, Ächz, Stöhn…

Nach dem Stadtlauf habe ich mir zwei Tage Laufpause gegönnt, erstens, weil es nötig war, zweitens um ein längst fälliges Projekt in Angriff zu nehmen. Das letzte Zimmer.

Das Zimmer lauert seit Jahren im Rohbauzustand vor sich hin… Segen und Fluch eines großen Hauses, wo man sich leisten kann, nicht alle Zimmer zu benutzen.

Die Fliesen waren schon lange gekauft, allein es fehlte an Zeit und Motivation. Ein Foto der Original-Fliesen mit rosa Blümchen habe ich meiner Kamera zuliebe nicht gemacht. Aus sie hat ästhetisches Feingefühl.

Problematisch war nur, dass ein Teil der alten Fliesen zwar schon runterkam, wenn man sie scharf angeschaut hat, der Rest sich aber ziemlich standhaft weigerte. Anders als im Bad wollte ich aber hier den Bohrhammer nicht benutzen, weil ich Angst hatte, die dahinter liegende Holzplatte kleinzumachen. Also Oberkörper-Training vom Feinsten, gepaart mit einem Haufen Kniebeugen.

Das hier schaffte ich Sonntag:

Gefliest…

Gefliest…

Dies heute:

Verfugt…

Verfugt…

Vorläufiges Endergebnis

Vorläufiges Endergebnis

Ich weiß, dass die Fugen nicht alle gerade sind, ehe jetzt hier jemand lästert… Das liegt daran, dass es ein altes Haus ist, und sowohl Wand als auch Boden anthroposophische Züge tragen.  Und wer sich jetzt fragt, was die Mosaikfliesen da machen: Das ist mein persönlicher Geheimtipp an die Heimwerker unter euch: Wer schon mal Anschlusslöcher in Fliesen geschnitten hat, weiß, dass das richtig ätzend und zeitraubend sein kann, und im dümmsten Fall zu jeder Menge Fliesenschrott führt. Vom Staub und der Sauerei (Flex, Nassschneider…) gar nicht zu reden. Die Mosaikmatten lassen sich aber einfach ausschneiden und passen immer irgendwie. Und es hat auch eine künstlerische Note, oder?

Jaaa… jetzt muss nur noch die Tapete runter, gestrichen, verputzt, die Fenster getauscht, der Boden verlegt, und das neue Waschbecken angeschlossen werden… die letzten 3 Posten machen übrigens Profis. Das muss ich mir nicht antun.

Dazwischen bin ich natürlich schon gelaufen. Intervalle. Genauer gesagt 25x200m. Ich wusste nicht, dass 200m so lang sein können.… Und ich frage mich, wie es sein kann, dass  das Tempo (5:00), was ich da gerade so geschafft habe, für manche unter euch eine bequeme Reisegeschwindigkeit ist. Kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Wie geht das? Komme ich da jemals hin? Die Antwort finde ich wahrscheinlich erst nach einer ganzen Menge Training.

Ein paar Erkenntnisse konnte ich in meinem gekochten Hirn jedoch noch speichern.

1. Mentale Notiz an mich selbst: Brooks Pure Cadence auf nasser Tartanbahn = rutsch.

2. Meine Garmin misst auf ca. 3 m genau. Das finde ich doch mal gar nicht schlecht.

3. Ein einsetzender Regen, wenn man so richtig gegrillt ist, ist eine der schönsten Sachen der Welt.

Der Moment, in dem das Ührchen die „Training abgeschlossen“ – Fanfare spielte, war einer der schönsten des ganzen Tages.

Ich habe noch ein Selfie nach dem Lauf gemacht, und ich dachte, ich sähe darauf sehr heldenhaft aus… mmm… nein. Daher erspare ich Euch das mal.

Am Abend konnten wir uns dann aber noch bei einer Runde Solemar entspannen. Es war nur leider ziemlich voll, so dass der Entspannungsfaktor etwas geringer ausfiel als sonst, aber mit einer Poolnudel bei Unterwassermusik rumzutreiben war schon ziemlich chillig. Bis irgendjemand das Becken mit einer Schwimmbahn verwechselte. Wer richtig schwimmen will, ist da nun mal leider falsch. Das Bad hat kein Schwimmbecken. Braucht es auch nicht, weil man nach den ganzen Massagedüsen und dem Rumtreiben im Sole-Wasser so entspannt ist, dass man eigentlich gar nicht mehr schwimmen kann. Gemein ist, wenn die Schwerkraft beim Verlassen des Beckens gnadenlos wieder zuschlägt. Aua!

Für morgen sind 6km Tempolauf angesetzt. Mal sehen, was das gibt.

Jetzt gehe ich erst mal ins Fitness-Studio und stabilisiere meinen Rumpf. Bis dann!

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10 Kommentare zu “Widersprüchlich…

  1. Buah, was für ein Programm. Handwerkeln (ich bewundere, dass Du das kannst), Intervalle und Rumpfstabi.. Das erinnert mich zumindest im letzten Punkt mal wieder an meine Inkonsequenz. Die Idee mit den Fliesen find ich ja sehr gut – aber wahrscheinlich werd ich mit eigenen Händen nie in die Verlegenheit kommen. Wär auch nicht wirklich gut für die Optik. 🙂

    PS: Das mit der 5erPace frage ich mich auch immer.

    • Das mit dem Heimwerken ist vermutlich genetisch von meinem Opa. Es ist erstaunlich, was man so alles kann, wenn man’s einfach mal macht. 🙂 Aber ein bisschen Spaß muss man an so was schon auch haben, sonst ist es einfach nur blöd. Ok, du fliest also morgen nicht Dein Bad neu. Ist auch ok. 😉 Tröstlich, das mit der 5er pace. Danke!

      • Ich konnte als Kind schon Malbücher nicht ordentlich ausmalen – das würde nur schief und so.. ich denke schon, dass ich es generell handwerklich könnte aber ich hätte arge Bedenken, ob mir das Ergebnis gefällt. 🙂

  2. Auf der Bahn bei Intervallen zu rutschen ist echt wirklich blöd. Und klar kannst dann auch keine 5:00min/km erreichen 😉
    Ich wette des war der einfachste Grund 🙂

    • Oh, erreicht habe ich sie schon, aber ich hätte sie nicht länger durchhalten können als 200m. Das hab ich gemeint. Erreichen kann ich auch schnellere Pace. Das Halten ist das Problem, und klar, durch Rutschen wird’s nicht besser.

  3. Was der Mensch braucht
    das holt er sich
    und du hast dir genommen
    was du brauchst
    mit Erfolg
    so wie man lesen kann
    was willst du mehr
    bald wirst du die Früchte ernten
    hoffentlich ! 😉

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