Aaaah! Besser!


Als ich bei meinem heutigen Longrun so ca. 4 km unterwegs war, spürte ich plötzlich, wie meine Schultern gefühlt 2 cm nach unten rutschten. Irgendwas hat sich da gelöst, und gleichzeitig damit kam ein Lächeln über mein Gesicht. So ganz von allein.

Dabei war das Wetter eigentlich gar nicht lustig. Es wechselte von Nassschnee zu Regen, dann zu Schneeregen, gegen Ende mal kurz zu richtigen Schneeflocken, um dann allerdings wieder Schneeregen zu werden. Bääääääh! Auch die Industriegebiet-Strecke war jetzt nicht so wirklich hübsch. Aber das war alles irgendwie nebensächlich. Laufen, draußen, Kopf abschalten. Gut! 🙂

Diesmal konnte ich auch wieder ohne lästige Absperrungen durch meinen Wald laufen. Lebensgefahr war offenbar vorbei. Dafür war überall Matsch. Aber das ist im Moment nichts Neues. Es wäre irgendwie ganz schön, mal in was anderem als meinen Ghost GTX zu laufen, so sehr ich sie mag. Nun ja, es kommen hoffentlich irgendwann trockenere Zeiten.

Ich war auf jeden Fall froh, kein Pferd zu sein, denn sonst hätte ich hier wieder umkehren müssen.

Pferdeverbot

Was ich heute deutlich gemerkt habe, war der Trainingseffekt durch die vergangenen Wettkämpfe. Vicsystem sieht bei einem Longrun immer vor, dass man ca. 2/3 der Gesamtstrecke im niedrigen Pulsbereich läuft (GA 1) und im letzten Drittel ein bisschen Gas gibt, so dass man in den mittleren Bereich kommt. Nach den ersten 12 km hatte ich wirklich noch gut Saft für die letzten 6 und es fühlte sich selbst bergauf irgendwie rund an. Mein Puls ist zwar nicht unbedingt niedriger, aber irgendwie stecke ich die Belastung besser weg. Cool!

Dabei war ich mir heute morgen noch nicht mal so sicher, ob ich laufen sollte, weil sich eine Stelle im Hals etwas verdächtig anfühlte, und die Sehnen meiner Unterschenkel offenbar vom Donnerstag – dazu später – noch beleidigt waren. Aber als ich mal draußen war, ging es mir sofort besser. Insofern war es die richtige Entscheidung. Außerdem habe ich gemerkt, dass es in der Regel sowieso nichts nützt, sich bei Angst vor einer beginnenden Erkältung zu schonen. Im Moment fühlt es sich ok an. Hoffen wir, dass es so bleibt.

Donnerstag habe ich mich in mein erstes Trailabenteuer gestürzt. Na gut, nicht wirklich, aber immerhin hatte ich zum ersten Mal Trailschuhe an den Füßen, nämlich die Brooks PureGrit, die ich mir für den Crosslauf gekauft habe. (Ohne Messenger-Rabatt diesmal, weil der Brooks Online-Shop gewartet wird.) Zu den Schuhen schreibe ich irgendwann auch mal noch was, aber erst mal muss ich ein bisschen drin laufen.

PureGrit sauber

Immerhin habe ich diesmal ein „Vorher-Foto“ gemacht, denn in diesen Zustand werde ich sie wohl kaum jemals wieder kriegen.

Zu meinem ersten Versuch hatte ich eine 7km-Strecke kreuz und quer durch den Wald vorgesehen. Als ich loslief, war es noch dunkel. Natürlich musste meine Stirnlampe, deren Batterien nun 3 ganze Jahre durchgehalten haben, nach 500m die Segel streichen. Gut, dass es da schon etwas heller wurde, sonst hätte ich umkehren müssen. Außerdem hatte ich mir den Morgen mit ordentlich Glatteis ausgesucht. Kein Problem, dachte ich, ich hab ja coole Trailschuhe. Stimmt durchaus, wenn es nur einzelne überfrorene Stellen sind, an denen auch noch etwas Split liegt. Stimmt nicht, wenn der ganze Weg eine Eisfläche ist. Ich dachte kurzzeitig, ich müsste jetzt wirklich auf alle Viere runter. Mit Mini-Schrittchen konnte ich mich an den Grasrand retten. Da blieb ich dann auch, bis ich auf die Waldtrails konnte. Ist ja ok, soll ja schließlich ein Crosslauf werden. Im Wald wechselten die Wege zwischen überforenem Matsch und leicht verharschtem Dünn-Schnee. Ich hatte Spaß, die Schuhe auch, allerdings merkte ich nach dieser Aktion meine Bauchmuskeln heftig. Offenbar hatte ich da ziemlich viel angespannt. Und auch die Sehnen meiner Unterschenkel waren gestern doch deutlich beleidigt. Na gut, neue Schuhe direkt auf 7km mitnehmen… ja, ich weiß. Zum Glück gibt’s die Blackroll und Pferdesalbe.

Mittwoch war Tempolauf. Es regnete übrigens. Es graupelte auch ein bisschen. Ich fand das aber ganz angenehm als Abkühlung im Gesicht. Der Tempolauf war zwar anstrengend, aber nicht so anstrengend wie vor den letzten Wettkämpfen. Es wird offenbar. 🙂 Ich habe auch eine psychologisch ganz geschickte Streckenführung gefunden, wo es gegen Schluss bergab geht. Das hilft. Dafür muss ich am Anfang bergauf, aber da kann ich ja auch noch. 😉

Der letzte Longrun, in dem Fall am Sonntag, hatte sogar bisweilen eine Ahnung von Sonne. Eigentlich hatte er alles, wie man auf den Fotos sehen kann.

Alle Wetter Alle Wetter2Schneefallgrenze

Die Strecke hat ordentlich Höhenmeter, und am höchsten Punkt, auf ca. 800m , kam ich tatsächlich an die Schneefallgrenze.

Matsch hatte er auch ordentlich. Dort, wo die Biber den Wald für sich beanspruchen, konnte ich leider kein Foto machen, weil ich ansonsten im Schlamm versunken wäre. Nur nicht stehen bleiben, war hier das Motto. Die Kerlchen zeigen sich aber leider sowieso nicht. Schade. Ich würde so gerne mal einen sehen.

Nach der verkrachten letzten Woche, war diese Woche wieder eine schöne runde Sache. Übrigens, falls mal wieder jemand fragt, warum laufen und so, antwortet einfach: Macht glücklich!

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27 Kommentare zu “Aaaah! Besser!

    • Ja, das war schon witzig. Man konnte schon von weitem sehen, dass es oben leicht überzuckert ist, aber dann genau den Punkt zu erwischen, das war schon cool. 🙂

  1. Das aktuelle Wetter ist zum Laufen einfach genial. Wahrscheinlich auch, weil sonst niemand raus will. Und somit haben wir Läufer die Wälder für uns alleine 😉

    • Stimmt, das habe ich gestern auch sehr genossen. Zum ersten Mal ist mir übrigens ausgerechnet gestern ein Läufer in „meinem“ Industriegebiet begegnet. War irgendwie seltsam. Da ist sonst kein Mensch.

  2. Liest sich alles ganz schön abenteuerlich, aber du hast es gut und auch guten Mutes überstanden.

    Ganz schön glatt !

    Was ist eigentlich ein Longrun – wo beginnt der ? Die Frage ist ehrlich gemeint, würde mich schon mal interessieren !

    Na, dann !!

    • Gute Frage… für mich definiert sich Longrun zunächst mal als längster Lauf der Woche, der tendenziell langsam angegangen wird. Eine absolute km Angabe ist hier schwierig, weil ich glaube, dass es sich um eine individuelle Sache handelt. Im Moment, wo ich schwerpunktmäßig auf den Freiburg Halbmarathon trainiere, bewegen sich meine Longruns zwischen 16 u. 22km. Für einen Ultraläufer ist das vermutlich kein Longrun, sondern eine verlängerte Mittagspause. Wenn ich dann im Herbst den Marathon angehe, dann werden sich auch die Longruns natürlich Richtung 35km verschieben. 😯 Wahrscheinlich werde ich dann 16km auch nicht mehr als Longrun empfinden. Wie immer, eine Frage der Perspektive. 🙂

  3. Industriegebiet, Bieber, Longrun, Schneeregen und Regen ? Sag’s mal bist Du unsichtbar neben mir gelaufen ?
    Ich hatte bei meinem ersten wirklich langen Lauf ähnliche Bedingungen – nur weniger Höhenmeter 🙂
    Du bist ja Richtung gut drin in Deinem Training!

    Viele Grüße

    Andy

    • Mir kam gestern ein Läufer im Industriegebiet entgegen. Warst Du das? 😀
      An dem unsichbar Werden arbeite ich noch.
      Ja, im Moment läuft’s gut, ich kann nicht klagen. Hoffentlich bleibt das eine Weile so. Dann geh ich ab wie’s Schnitzel in Freiburg. 😀

      • Nein, denn da wäre ich doch weit die Donau stromaufwärts gelaufen 🙂
        In Freiburg würde ich auch gerne mal den Halbmarathon laufen, aber leider ist das nicht gerade um die Ecke von Ulm aus. Und dieses Jahr passt es auch nicht in meine Vorbereitung auf Roth im Juli.

      • Schaaaaaaade. 😦 Aber klar, muss schon passen, und Ulm ist wirklich ein ganzes Stück weit weg. Vor allem eine ätzende Gurkerei über Land, und Autobahn ist ein Riesen-Umweg. Aber vielleicht „läuft’s“ mal rein. 🙂 Roth ist Triathlon, oder?

  4. Hm, *neidisch*, das Wetter bei Dir ist ja einfach genial zum Laufen…ach könnt ich nur schon wieder….
    Netter Schuh, allerdings wird der Grip im Matsch auch nicht besonders sein, berichte doch bitte mal, denn Matsch gibt es ja genug 😉

    Salut

    • Ich wünsche dir, dass Du bald wieder kannst! Ich finde Läufe im Regen auch schön, aber so langsam wird es hier ein bisschen einseitig…
      Zum Schuh werde ich noch ausführlicher berichten, wenn ich ihn ein bisschen besser kenne. Allerdings hab ich schon gemerkt, dass im tiefen Matsch nicht mehr viel mit Grip ist, aber ich glaube, das ist bei keinem Schuh der Fall, weil ja der Boden selbst nicht hält. Da kann man genau so gut über angelöste Seife laufen. Leichter Matsch, der über einem festen Untergrund ist, ist ok.

      • Doch doch der Grip im Matsch ist gut. Obwohl ich dass ja vielleicht spezifizieren muss (gestern noch gefachsimpelt über die verschiedenen Arten von Matsch). Im nassen glibberigen tiefen Lehm, der aber keine Plateausohlen bildet, taugt der Schuh prima. (Auf nassem Fels weniger.)
        Schön, dass es so gut läuft bei dir. Ein guter Start in die Saison ist ja immer gerne mitgenommen!

    • Danke! Die Abwechslung ist mir enorm wichtig, und ich denke, das Fahrgestell dankt es auch. Wenn ich denke, dass es Leute gibt, die ausschließlich auf dem Band laufen… Grusel…

  5. Hi, ich laufe total gerne und bis vor kurzem auch lange Kanten(50-70km) leider geht das nun nicht mehr so einfach. Seit einem 1/2 Jahr habe ich nicht mehr trainiert und „haschi“ bekommen. Ich bin gestern und heute je 18km gelaufen. Ganz ganz langsam aber es war total toll – dann habe ich diesen Bericht gefunden – DANKE ! Wir kämpfen zusammen 🙂

    • Herzlich Willkommen auf meinem Blog!
      Freut mich, dass Dir mein Posting gefallen hat. Mal eben 18km zum Einstieg nach 1/2 Jahr Pause ist nicht von schlechten Eltern. 🙂 Cool!
      Ja, langsam ist das Schlüsselwort. Dann klappt das schon, und die Lebensfreude kommt auch zurück. Du wirst sehen, es geht aufwärts. Lass mal hören, wie es sich entwickelt. Daumen sind gedrückt!
      Ich taste mich an die langen Kanten jetzt mal langsam ran… Mal sehen… 🙂

  6. „Übrigens, falls mal wieder jemand fragt, warum laufen und so, antwortet einfach: Macht glücklich!“ – Genau, so isses! Toll, dass es bei dir so gut läuft! Und Cross macht einfach Spaß … find ich wenigstens! 😎

  7. Pingback: Blog ‘n’ Roll | Nicht noch ein Laufblog!

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